vn. Cap. von den Nebensachen.
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halten, und dem Götzenbild ins Angesicht geworfen,worauf der übrige Körper von den versammletenGästen als ein wohlschmeckendes Gerichr gebratenund verzehret wird. Eben diesen Gebrauch habendie Einwohner des Königreichs Peru eingeführet,welche die mehresten Uebclthäter, Sclaven und dieso im Krieg gefangen, opfern, und die blutendeHerzen demSonnenbild verstreuen. Vor kurzer Zeitists noch geschehen, daß in Peru manch alter Vatersein eigenes Kind schlachten, und durch einen Pfaffen den Abgott bitten laßen, mir demselben an fer-ner statt vorlieb zu nehmen.
Grönland, so über dem neuen Welttheil sich er-strecket, ist dem festen «Erdstrich nach, annoch unbe-kant. Die Ufer und Insuln, sind von den Chri-sten besuchet, und diese können nicht lebhaft genungseyn, die abergläubische Thorheit dieser Wilden zuentwersfen. Das ist eine kurze jedoch ähnlich ent-worfene Abbildung von den mehresten Ländern desHeydenthums. Wahre Diener Jesu zeichnen sichHiebey von sechsten die Pflicht vor, in einem eyferigen Gebet, dieser verblendeten Wilden vor Gottzu gedenken, und gegen ihren jämmerlichen Zustandin sich ein regendes Mittleiden zu erwecken. Imdessen müssen wir auch manchen von ihnen dasRecht wiederfahren lassen, daß ihre bürgerliche Er-barkeit, Abscheu vor groben Lastern, die doch unterden Christen nicht geachtet werden, ihr vernünfti-ger Wandel, Mäßigkeit und andere Tugenden, vie-len, so Jesum mit dem Munde bekennen, zu Mu-ster einer natürlichen Tugend, wenigstens zur Be-schämung könten vorgestellet werden; und wie wä-re zu wünschen, daß nicht einige Heydnische Völker-schaften an jenen Tage ganze Gemeinden unsererChristen beschämen, verklagen und verdammendürsten.
IV.
aller übrigen Speist und Trank bedienet hat-te. 2)
2. Ein gewisser gelehrter, und berühmter-Irr-ländischer Bischof D. Berkley, Bischof zu Cloync,dessen mehr in dieser Kirchenhistorie gedacht wor-den, ist zu unsern Zeiten ein MedicuS vor die gan-ze Welk geworden. Als er noch Mrßionarius inWesiindren war, merkte er, daß sich die America,»er mit gutem Vortheil des Theerwassers wider dieKinderblatkern bedienten. Nachdem er nun Bi-schof geworden, und die Pocken zu Llo?ne einstgar heftig grassirten, so gedachte er an jenes einfäl-tige Drittel, versuchte es zuerst an seiner eigenenFamilie, so dann an andern, und befand dessenWürkungen, nicht nur in den Pocken, sondern auchin uuzehlichen andern Arten der Fieber und Krank-heiten sehr heilsam Die sonderbare Hülfe, welchees Patienten von allerhand Art erwieß, machte esnicht nur in Irrland, sondern auch über das Meerbekannt. Eigennützige Leute brauchten das zu ihremVortheil, und siengcn an, dasselbe für ein Kunst-stück der Arzneykunst, und ein bisher unbekanntesMittel, anfangs wider die Kratze, hernach aberauch wider andere Krankheiten für vieles Geldauszugeben. Dadurch brachten sich dergleichenHandelsleute zu Dublin und Londen in kurzer Zeitgrosse Reichthümer zu Wege. Der Bischof eröfnetedaher das Geheimmß A. 1744. in einer besondernSchrift der ganzen Welt. Es besteht darinne:Man nimmt 4 Quartier kaltes Wasser, gießet sol-che in einem gläsernen Gefässe über ein Quartierordentlichen Theer, rühret oder menget es wohlz bis 6 Minuten lang untereinander, lässet dasGefässe wohl zugedeckt zwey bis dreymal vier undzwanzig Stunden stehen, daß sich der Theer setzet,gießet so dann das klare Wasser ab, und hebt esin wohlvermachten Gläsern zum Gebrauch auf.
Waö ist von vermischten Nebensachen noch!^" nimmt davon ein halb Pfund lncvicinisch Ge-^ "^Iwicht, Morgen und Abends in einen leeren Magen
und gebraucht es fast in allen nur zu erdenkendenKrankheiten und LeibeSzufallcn. Es ist wohl nichtleicht ein Arzneymiirel zu nennen, dessen Gebrauchsich so geschwinde ausgebreitet, als dieses.' daherman es in so fern noch über dieEoldtinckur zusetzen,und sich nicht zu verwundern hat, daß sowol in En-gelland, als Deutschland, darüber Schriften ge-
zu merken?
1. Zu der vormals gegebenen Nachricht von den4Otägigen Fasten eines Mörders zu Halle inSchwaben ist noch zu gedenken, daß als man ihnin ein ander Behältniß gebracht, und sein vorigesdurch einen Maurer hatte untersuchen lassen, manan einem verborgenen Orte so viel Zwecschgenkernangetroffen, daß man eine ganze Schüssel damithat anfüllen können. Da war die Fastenspeise offenbar, deren sich der Mensch bey Enthaltung von
wechselt worden 2) _
7 ) II r. g. Vt p. r> 8
2) Krasrs ueur theologische Bibliothek 1 °. I. x. 2zc,.
Vierte