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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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IV. Fortsetzung von 1746. bis 1750«

bey, pflegen sie auch Bethlehem und andere heil»ge Oerter ausser Jerusalem ju besuchen und sodennkehren sie wieder zurück in ihr Vaterland. S»e ha-ben aber auch in Egypten verschiedene Oerter, wo»

serbehältnisses in der Gestalt eines Creutz«s unter,wonnnen »hm die übrigen alle nachfolgen. DieseCeremonie währet zwey bis drey Stunden. Manzündet dabey viele Lampen und Lichter an. Die

hin sie ihre Walfahrten thun, worunter vornem ganze Handlung wird Mniras, oder Untertauchunglich der Tempel gehöret, welcher der Jungfrau genennet, weil d»e Taufe Christ» dadurch gcfeycrtMaria gewidmet ist. Diese sol ihrem Aberglauben > wird r)

zufolge am 8 Septbr. als ihrem Geburtslage, mitl In den Rirchengebäuden oder Gotteshäusern

andern Heiligen in dem Sanctuano erscheinen, undum solches zu sehen begiebt man sich Haufenweisedahin.

Von den algemeinen Conciliis nehmen sie keinesan, welches nachdem ephesinischen gehalten worden.An» meisten ist ihnen das Concilium zu Chalcedon ver-haßt. Neben dem Sonntag feyren sie nach Artder ersten Christen auch den Sabbath; es geschie-het aber nicht aus der Absicht , die Juden nachzuahmen. Am Sonnabend und andern heiligen Aben-den kommen Manns-und Weibspersonen in der

sind die Copten eben so sehr von andern christlichenNationen unterschieden, als in den Ceremonien.Ihre Kirchen haben drey Abtheilungen , die Adu-dacnus i> 1 ^ 5 , oder auch pl-ice^; nennet. I„ perersten haben alle Kirchcnbcdienten, adeliche Perso-nen, wie auch die Sänger ihren Stand. In der»weyten bestndct sich das gemeine Volk nebst allenArmen ; in der dritten aber das sämtliche Frauen-ziinmer. Hiernächst sind in selbigen noch drey be-sondere Behältnisse für die Geistlichen, oder Sän»cruaria vorhanden, die man nach dem Range der

Kirche mit entblößten Füssen zusammen, und jeder Geistlichen eingetheilet hat. Das mittelste davonbringt einen Deckmantel mit, um sich des Nachts stehet in dem grossen Ansehen, denn es darf nie,damit zu bedecken. Nach gehaltener Vesperstundc mand anders hineintreren , als der Diaco»singen die Geistlichen und Layen zugleich Collecten nus, Subdiaronus und die in dem grossen Prie-und Lieder, woraus sie sich, jedes Geschlecht beson- sterorden stehen. Denen übrigen Geistlichen von»dcrS, in die gehörigen Stellen zur Ruhe begeben, untern Range ist dieses verboten, die in denen

Der Zugang zu dem Behältniß, wo das Frauenzimmer sich befindet, ist verschlossen. Diejenigen,so nahe bey dem Tempel wohnen , sind nicht gehal-tcn, des Nachts mit in der Kirche zu bleiben, son-dern können in ihren Häusern schlafen, da sie den:»vor der Morgenröthe durch den Zuruf eines Geist-lichen erwecket werden und sich zu den übrigen inden Tempel begeben. Hieraufgehet der Gottesdienstan, der nebst der Messe in coptlscher und arabischerSprache mit vielen Ceremonien gehalten wird, dieaber zu erzehlen, aljuweitläuftig fallen würde. Zwey

zwey Samruarns, welche dieses mittlere auf beidenSeiten einschließen, ihre geistliche Verrichtungenvor sich haben. Ausser diesen sechs Oerkern sindauch noch einige andere anzumerken , als die Sa-cristcy, wo sich die Geistlichen an-und umkleiden:die Lipsana, oder den Platz, wo die Reliquienund Bildnisse der Heiligen aufbehalte« werben, undder Taufsteiil. Diese drey sind an den, Umgängeder Abtheilungen gekauet. In denen drey enveh»-ren al»! sind noch besondere Capellchen, welche denanders Religionsverwandten, als Aethiop»crn, Ar»

besondere Kirchengebräuche können wir hingegen meniern, u. s. w. zu statten kommen , damit sie innicht mit Stilschweigen übergehen. Am Wechnach-denselben an den Festtagen Mesie halten können,ten, Palmsonntag? und Creutzeserhöhung machechIn der als koemine» ,st in der Mitte ein Wasserbe,die Priester von Palmzweigen Creutze, und stellen'hältniS, welches, wie wir oben erwähnet, am Festdurch solche eine Proceffion mit denen in der Kir- der Erscheinung mit Wasser angefüllet wird. »)

che anwesenden Leuten an. Einige davon wirft mansodenn in einen Fluß , und einige bewahrt manin den Häusern. Am Fest der Erscheinung wird

Das Lircheinegimeilt der Copten ist an denmehresten Orten von den Türken ziemlich einge-schränket. Die höchste Würde unter den Geistli-

rin Wasserbehältniß, so in der als foeminca ste->chen bekleidet der Patriarch. Er darf aber ohnehet, mit Wasser angefüllet. Dieses Wasser wird Bewilligung des türkischen Vassa, der als Viceroyvon dem Patriarchen, oder wo der nicht zugegen, in Egypten regieret, nichts erhebliches vornehmen,von dem Nächsten nach ihm, geweihet. Es wer»lSein Amt bringt nur sich , daß er GOtteS Workden viele Psalmen und Lieder gesungen und viele «vortrage, die Sakramente administrier , ordinire,Eeremonien dabey verrichtet, auch Epistel undldies« oder jene heilige Handlung an hohen Festen

Evangelium in coptischer und arabischer Spracheverlesen. Entweder der Patriarch, oder wenn dernicht da ist, sein V»carius ziehet sich die Kleideraus, und taucht sich gegen die vier Winkel desWas-

und andern Tagen unternehme, sich des Löse-und_Binde-

5) Trommler l. c. V l>. 5S-H4. c»r>. VI. p. «5 7»r) Trommler I. c. c-p. VIt. h.