I. Cap. von den römisch katholischen Lehrern.
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„mal dieselben alleine zum Zweck haben, den obbcsag-„ten Besitz glimpflich zu vertheidigen, und der Ver-„letzung ihrer Rechte, zu deren Handhabung sie, die„Republik, durch göttliche und natürliche Gesetze„verbunden ist, zuvor zu kommen. Da aber dem„allen ohngeachtek ihre gerechte Erwartung gänzlich„fehlgeschlagen, obgleich der Patriarch« zu Aquileja„durch eine ausdrückliche Protestation Sr. päbstl.,,Heiligkeit zu wissen gefüget, daß er seine Einwilli„gung hierein zu geben verweigere, und die Mim-„strr der Republik eine gleichmäßige Erklärung ge-„than; so hat in Betrachtung dessen die Republik„nöthig befunden, durch mich, perruin Ändream„Lapello, Ritter, ordentlichen Vorhschafter bey„dem heil. Stuhle und Sr. päbstl. Heiligkeit, als„der ich hierzu durch ausdrückliche oberherrliche ^e-„fehlr bevollmächtiget worden, die Ursachen und„das Recht ihres Besitzes zu Verhütung alles Nach-theils und gefährlichen Folgen in bester Form ver-ästelten zu lassen, Kraft dessen protestire ich feyer-„lichst durch gegenwärtige in gültigster Form ausge„fertigte Schrift vor GOtt, dem heiligen Stuhle„und aller Welt: ich mißbillige die oben angezoge.„nen Vreven und behaupte, daß dieselben unrecht,„nichtig und ungültig seyn: daß sie unrechtmäßiger„Weise mit hintangesetzter Ordnung der Rechte, wi-„der den Verstand und die Verordnung des geistl.„Rechts und der Concilien ausgefertiget worden,„und sehe dieselben an, als wenn sie niemals zum„Vorschein gekommen wären. Die Republik erken-net für nichtig und protestiret wider alles, was auf„einige Weise einen Einfluß oder eine Verbindung„mit diesen Vreven hat, und erkläret, daß in die„sein Fall alle Neuerungen keine Gültigkeit haben,,sollen, gleich als wenn sie niemals vorgenommen„worden wären; und daß also niemand hierdurch„einen rechtmäßigen Anspruch auf den Besitz erlan»„get zu haben behaupten könne. Die Republik läs-set durch mich diese Protestation wider alle »bange,„führte Sachen den Verordnungen des natürlichen„und bürgerlicl-en Rechts zu Folge ergehen, wird„jedoch hierbey jederzeit die dem heil Stuhl schul„dige Ehrerbietung und den kindlichen Gehorsam„hegen und behalten, als worinnen sie, gleichwie ih-„re Vorfahren durch die göttliche Gnade selbige in„allen Begebenheiten und in einer volkommenenHoch.,achtung gegen die Kirche und Religion bezeiget,„ebenfals unverrückt beharren wird,,.
Immittelst hatte sich der neue apostolische Vica-rius zu Aguileja eingefunden, und sich alsbald nachder Patriarchalkirche erhoben, um alda von seinerneuen Würde Besitz zu nehmen. Als er aber demdcrsamleten Domcapiutl das päbstl. Vreve und diekayserlichen Einsctzungsschreiben einhändigte, stun»
den die unter die Hoheit der Republik gehörige Dom-herrn von ihren Stellen auf und giengen davon,ertheilten auch der Republik deswegen ungesäumteNachricht. Man überlegte die Sache in dem geheim-den Rathe und billigte die Aufführung der Dom-herren völlig, war aber dagegen mit dem Betragendes kayserlichen und päbstl. Hofes wenig zufrieden.Es sollen hierauf verschiedene Thätlichkeiten vorge-fallen seyn und allerhand Grenzirrungen zwischen derKayserin und der Republik sich ereignet haben, da-von man aber keine zuverläßige Nachricht geben kan.
Doch ehe man es sich versähe, legte sich die Re-publik näher zum Ziel. Der Pabst lies im Nov.1750. ein Vreve an den Senat zu Venedig ergehen,darinnen er ihn ermahnete, in der Sache des Pa-triarchats von Aguileja den gütlichen Weg zu erweh,len, wobey er zugleich vorstellte, daß, wenn derSenat das Temperament, das in Bestellung einesapostolischen Vicarii auöfündig gemacht worden, nichtannehmen wolte, man nothwendig zu den alten Ver-trägen zurücke gehen müste, welche zwischen dem Hau-se Oesterreich und der Republik die Alternativam beyErnennung zu der Patriarchenwürde veste setzten.Die Republik antwortete in solchen Ausdrückungen,welche sattsam zu erkennen gaben , daß sie die Vey-legung dieser Streitigkeit aufrichtig wünsche Hier-bey wolte verlauten, daß der französische Gesandtezu Rom, Herzog von Nivernois, die Vermittelungdes Königs von Frankreich angeboten, sothanenHandel dergestalt zu schlichten, daß das Patriarchatunterdrücket und dargegen zwey Bisthümer in den bei-den Gebieten, die unter der Auctorität des Patri-archens gestanden, errichtet würden. JmDecemb.schickte die Republik den AbtBiiu, der auch in eini-gen Nachrichten der Abt Älbini genennet wird, nachRom, welcher bey dem Cardinal Rezzsnico dasQuartier nahm. Er war von dem Senat mit nö-lh'gen Instruktionen versehen, um nebst dem jetzt-gedachten Cardinal und dem Cardinal (Quirini aneinem Vergleich Hand anzulegen. Wie sehr sich dieSprache des SenatS zu Venedig geändert habe, alser gesehen, daß der päbstl. Stuhl sich durch dessenharre Drohungen nicht furchtsam machen lassen, er-kennet man aus dessen letztem Schreiben an denPabst, worinnen es zum Beschluß desselben also helfet:
„Das heilige Jahr, das Jahr des Trostes vor„alle Gläubige, soll das für uns, Dero Kinder,„ein Jahr der Bitterkeit werden, die wir an Auf-richtigkeit und Grösse der Ehrfurchtsvollen Gesin-nungen gegen Ew. Heiligkeit niemanden unter„Dero Heerde etwas nachgeben ? Soll das für sie„ein Jahr des SchmcrzenS werden, wie es gewiß„geschehen würde, wenn sie sich zu der harten Noth-wendig-