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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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lV. Fortsezung von 1746. bis 1750.

„wendigkeit gebracht sähen, ihre Empfindlichkeit„nicht verbergen zu können, und gezwungen würden,„Proben ihrer Betrübniß zu geben , im Fall ihren„gegründeten Rechten und ihrem uralten Besitz„Eintrag geschähe? Wir können solches nicht glau„den, ob uns gleich verschiedene Unternehmungen„des Gegentheils etwas anders zu verkündigen schei„nen. Wir versprechen uns vielmehr, daß Ew.„Heiligkeit, als ein allgemeiner Vater der Christen,„welchem besonders daran liegt, für die Erhaltung„der öffentlichen Ruhe zu sorgen, und in dessen„Person man zugleich einen Prinzen von vollkom-„mener Klugheit siehet, die traurigen Folgerungen„dieser Sache nicht mit geruhigen Augen werde an-„sehen können. Mir setzen unser Vertrauen in„Dero gewöhnliche Wohlgcwogenheit und hören nicht„auf, uns zu schmeicheln, daß, wenn Sie die Gerech-tigkeit unserer Sache werden erkannt haben, Sie„dieselbe beschirmen , und uns neue Merkmale von„Dero Zuneigung durch Entfernung alles dessen,„was unS beunruhigen könte, geben werden, damit„diese Angelegenheit nicht einen Ausgang gewinne,„von welchem wir versichert sind, daß er Ew. Hei-ligkeit einen aufrichtigen Schmerz und wahre„Bekümmermß verursachen würde. Da wir hin-längliche Nachrichten haben, daß die Eardinäle„förderjamst ihr Gutachten geben werden, so haben„wir, allerheiligster Vater, un§ schuldig zu seyn er,„achtet, denensclben dieses alles nochmals vorzu-fallen. Wir bitten solches als eine neue Probe„unserer Ehrfurcht und als ein gewisses Kennzeichen„anzusehen, wie sehr wir uns Hofnung machen,„daß unserm Wünschen nichts zuwider werde be-lebtesten werden- Wir wiederholen cö noch einmal,„Alle unser Vertrauen ist auf Ew. Heiligkeit gestel-„let, und wir machen uns bis jctzo sichere Rechnung,„daß uns dieser Handel neue Proben von der» Liebe„gegen uns zuwege bringen werde. Blos diese Hof-„nung vermindert den Schmerz, der uns gegen-wärtig quälet, Sie unterstützt uns noch allcine.„Wir schließen, indem wir Ew. Heiligkeit beschwö-ren , unser wahrer Vater zu seyn und uns >n den„Stand zu setzen, daß wir jederzeit beweisen kön«„nen, wie wir allemal, so, wie es uns allezeit zur„Ehre gereichet,eben so getreue Kinder als wahrhafti-„ge Bewunderer der grossen Tugenden Ew-Heiligkeit„sind, von der wir den apostolischen Sergen erbitten.,,Endlich sind diese Irrungen im Februar. 1751.glücklich bengeleget worden. Man hat zwar die ei-gentlicl eVergleichSpuncte nichtzusehen bekommen; soviel aber ist gewiß, daß durch Vermittelung des kay-serlichen und französischen Gesandtens zu Rom, derSenat dahin gebracht worden, daß er seine Einwil-ligung gegeben, gedachtes Patriarchat abzuschaffen

und dessen geistliche Gebiete in zwey Biöthümer zutheilen. Der eine Bischof solte alle zum Patriar-chat bisher gehörige Lande, die unter der Both«Mäßigkeit der Kayserin Königin stünden, unter seineAufsicht bekommen, und zu Görz seinen Sitz haben;der andere aber solle dem venctianischen Theil deraquilejischen Dwces vorgesetzet werden und zu Ud«neseinen Sitz behalten. Es sollen auch die alten Ein-künfte des Patriarchats zertheilet und einem jedendieser beiden Bischöfe ein hinlänglicher Fond zu sei-nem Unterhalt davon angewiesen werden. Jedochsolte bey den Lebzeiten des jetzigen ParriarchenS, desEardinals Delflno, alles noch in Ikaru guo verblei-ben. Es blieb aber noch das hohe Domcap»rui zuAquileja übrig, in welchem die Venetianer alle ledigeStellen zu ersetzen und dieDomherren, so gar auch die-jenigen, dir von der Kayserin .Königin abhängen, zuernennen begehren. Hiernächst ziehet die Veränderungund Theilung der geistliche» Jurisdiktion des Pa-triarchats manche Folgen nach sich, die in Absicht derSubordination Lre Suffraganren, ivelch« rme Aen-derung leiden muß, sich äussern. Wie sich abrr d«rPabst angelegentlich damit oeschaftiget, d>e>en lctzkcrnPunct vollends inS reine zu bringen, weswegen schoneinige Congregationen gehalten worden; also hoffetman schonMitkel zu finden,die Republik auch des erste«renPuncts halben zufrieden zu stellen,und also die gan-ze Sache zum Vergnügen beider Theile in kurzem völ-lig beygelegt zu sehen. Den 6. Februar. 17; i. er«hub sich der Cardinal Rezzonico nebst dem Abt Lnnizur päbstl. Audienz, worauf Abends von dem SraakS«sccrctariat ein Cabmerscourier an den päbstl. Nunci-um bey der Republik, Herrn Laracciolt, nach Frrra«ra abgeschickt wurde, der auch alsobald darauf wiederzu Venedig anlangte und die Functivneö seines M>«nisterii wieder ansieng; dagegen der Ritter N tdross«tti von dem Senat zum neuen Abgesandten am päbstl.Hofe ernennet wurde, r)

So wenig Schwierigkeiten der Pabst gegen vielePotentaten gemacht, wenn sie seine! Bewilligung ge-sucht, um diej Elensey zu unumgänglichen Kostenund nöthigem Aufwand mit ziehen zu dürfen, so warer doch nicht allemal so willig, sondern suchte bey man-chen Gelegenheiten zu zeigen, daß er ein solches Ansu-chen für keine blosse Ceremonie ansehe. Das erfuhrdie Republik Genua. Denn als diese im Jahr 1746.bey dem damaligen Kriege in Italien viele harteSchicksaale über sich ergehen lassen muste, so wandte

sie

r) Neu« genealoq. histor. Nachrichten 1 °. I. p. 167. lg. 77?-.lgg. Neuer europäisch.Staatssekretär. 1 . 1 . p. 44'- l - ll.p 478. tgg. Neue europäische Fama 1. X'V.ip. 1474. igg.Coburg. Auszug der neuesten Gesche r?;«. x. ir>. irr.tMvr.llccl..!. XV.p.LZZ 92z.