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I. Eap. von den evangel. lurher. Lehrern.
Ob wol im übrigen, seinem ausdrücklichen Ver-langen zufolge, keine Lcichcnpredigt auf ihn gehal-ten worden, so ist doch ein Jahr nach seinem Tode,nemlich den 29. Martii 1747. sein Andenken aufden chursächsischen Academien, Leipzig und Mitten-berg, durch öffentliche Reden begangen worden.Au Wittenberg hielt diese Rede der Herr Prof.Carl Heinrich Zeibich; zu Leipzig aber Herr D.Joh. Rndolph Riesling. Zu beyden wurdenbesondere Programmata, iedes von 2. Bogen inFolio, gedruckt, worinn von des wohlseligen HerrnMarpergers Leben Nachricht gegeben wird. 2)
Doctor und öffentlicher ordentlicher Lehrer der Eottesge-lahrhcit zu Jena, Hochfürstl. Sächsischer Kirchcnrath, Jn-spcctor der Eolhaisch-und Altenburgjschen Landeskinder,auch Oirector der lateinischen Gesellschaft in Jena, starbden »,. Mart. >752. im zssten Jahreseines Alters.
Dieser angesehene und hochverdiente GotteSge-lehrte der evangelischen Kirche erblickte das Licht die-ser Welt in der Sächsischen Pfalzstadt Altstadt inThüringen den 1 g. Sept. 1692. Sein Herr Vaterwar Friedrich Andreas Hallbauer, Fürstl. Sach-sen-Eiscnachischer Hof-Amtö-und Stadt-Chirur-gus daselbst. Den Grundzu den Wiffenschaftenlegte ertheils bey Privaklehrmeistcrn theils in der dasigenStadtschule,».zwar mit so rühmlichemFleifse,daß selb-stcn die zu Altstadt residirende Durchl. verwittweteHerzogin von Eisenach, Sophia Charlorra, seineAufcrziehung und Unterhaltung durch ihreGnadenbeZeugungen beförderte. Er verfügte sich hierauf >70;.nachHalle insWaysenhauS, und 171s.nach Calbe,um seine Schulstudia weiter fortzusetzen. Im Jahr1712. bezog er die höllische Universität, und ineben diesem Jahre noch die jenaische, auf welcher ersich besonders des gründlichen und getreuen Unter-richts des seligen Herrn D. und Prof. Rustlis be-diente, von welchem er auch sonst viele WohlthatengenoS, und ig. Jahre bey ihm im Hause wohne-ke. In der Mcltweisheit hörte er Herrr Mustg,Wucherer und Gprbiuin, in der NaturlehreHerrn Hambergern, im Lbräischen, GriechischenSyrischen, Arabischen und Samaritanischen denseligen D. Dauz und den seligen D. Bus; auchhörte er bey diesen beiden über die ganze Bibel exe-getische Collegia. In der Historie erwählte er sichzu seinen Lehrern den seligen Buddeum und denseligen Hofrath Grruv. In der Theologie unter-richteten ihn die unvergleichlichen Lehrer, D. Förrsih,Luddeus, Danz, Bus und weissenborn. Er
s) Nachrichten von den neuesten theol. Büchern'!', vl.p. 744. LZtyträae zu den /rÄis Inlkor. ecclel. I. l>. l°;o.
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übte sich nicht allein öfters im Disputiren über dieaugsp- Confeßion unter der Aufsicht des Herrn 2 Zo-nifacii -Heinrich Ehrend ergers, damaligenAdiuncti der philosophischen Facultät in Jena, undnachmaligen Prof. am Gymnasio zu Coburg; son-dern predigte auch 15. Jahr hindurch fast alle Wo-chen in und ausser der Stadt. A. 171z. disputirteer unter Herrn M. Gchürrens Vorsitz <le online?bil»lttpbiae; worauf er denn anfing, vornehmer Leu-te Kinder in den schönen Wissenschaften und derWeltweisheit zu unterweisen. Seine erlangte Ge-lehrsamkeit konte also nicht lange verborgen bleiben,und die ihm öfters angetragene Hofmeisterstellenbey jungen Edelleuten, bezeugten zur Genüge, daß! seine Geschicklichkeit nicht von der gemeinen Art müs-!se gewesen seyn. Allein seine besondere Neigungzum akademischen Leben verursachte, daß er alle sol-che Stellen von sich ablehnte und 1715. die Würdeeines Magisters der Weltweisheit annahm: woraufer sich vornemlich in Lesung griechischer und lateini-scher Schriftsteller übte, auch verschiedene Vorle-sungen über den Stilum und die Beredsamkeit inder lateinischen und deutschen Sprache, über dierömischen Alterthümer, nicht weniger exegetischeund andere Collegia eröfnete. Im Jahr 1721. er-langte er die Stelle eines Adiuncti bey der philoso-phischen Facultät, und erhielte zugleich von dertheologischen, die Erlaubnis, Collegia rkeologicaexaminaroria und clilpuracoria zu lesen. Bey allendiesen seinen gelehrten Bemühungen erwies er einensolchen Eifer, Fleis und Treue, daß ihm hernachsehr oft von auswärtigen Academien und andernOrten ansehnliche Beförderungen angetragen wur-den, welche er aber alle aus Liebe zu seinem Vater-lands ausgeschlagen.
Im Jahr 17z r. ernennten ihn die Hochfürstl.l^utritorc; der jenaischen Universität zum ordentli-chen Lehrer der Beredsamkeit und Dichtkunst, undhat er in der philosophischen Facultät das Decanatdreymal geführet. Als der Herr Prof. Rromayevmit Tode abgegangen, ernante ihn die lateinischeGesellschaft 17z;. zu ihrem Directore, nachdem siedas Jahr vorher unter seinem Prorectorat aus ei-ner Privatgesellschaft zu einer öffentlichen und be-stätigten war gemacht worden. Im Jahr 17 z 8 -erhielte er von den Hochfürstlichen dlucricnribu, dieprotellroncin ldeolsgiX cxcraorcjinsriam und in ebendiesem Jahre wurde er auch von Jhro Hochfürstl.Durchl. zu Gotha zum Jnspectore über die auf derAkademie studircnde gothaische und altcnburgischeLandeskinder gesetzt. Zu gleicher Zeit ward er vonJhro Hochfürstl. Durchl. in Eisenach zu Dero K>r-chenrakhe ernennet, welches Prädikat er zwey Jah-Nnn nnn L redar-