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!V. Fortsetzung von 1746 bis 1750.
„Schatten und Rätzeln geneigt, und der auch bey„der alten Welt Dunkelheiten und Träume suchet.„Wer darf sich denn verwundern, wenn er viele„Stellen der Schrift für künstliche Abbildungen von„Begebenheiten hält, die man entweder »1 der„Schrift selbst, oder in andern glaubwürdigen Bü-„chcrn suchen müsse. Dieser Herr Hardt findet„in solchen Büchern, daß die Scvthen die Land-„sch ift Asien, und zugleich di Gegenden, in wel-schen sich die Barer der Schrift aufgehalten, drey.„mal mit ihren Waffen bezwungen. Ich will denn„zufeyen, gedenkt er, ob diese heilige Männer diese„ihre Trübsalen verschwiegen. Taunus war der„erste Sieger. Dieser lebte zu den Heiken desHc-„nochs. Und so wird wohl alles, was die Schrift„von diesem Vater sagt, auf den Krieg des Taunus„zu stehen seyn. Zlinosus war der andere Sie-„gcr. Dieser fällt in die Jahre des Noah, »1 wel-„chen die Welt, wie die Schrift saget, überschwem-„met worden. Kan wohl ein bester ausgevachres„Bild von der Bezwingung eines grossen Landes,„als eine Wasferfiukh, gegeben werden ? lind so ist„es gewis, in der Geschichte, in welcher wir bisher„eine allgemeine Überschwemmung der Erden gese.,,hen, ist der Krieg des Plinosus abgebildet wor-„dcn. Iuöa. l-xrstlS war der dritte, der Asten„bczwung Dieser ftythischc Held lebte zur Hcit des„Königs der )uden, Iostas. Ich finde keine„Stelle der Schrift, in welcher die Geschichte die-„ses Königs und der Einfall des IndathyrsuS be-quemer könne vorgestellet werden, als die letzten„Erzehlungen des )ona. Diese sind daher ein ge.„wistes Bild solcher Begebenheiten. Und weil Ha-„bacuc, Zephania und Ieremia in diesen unruhigen„Tagen gelebt, so müssen sie ebenfalls auf dieselben„in ihren Schriften sehen Man nehme allen„Schmuck von einigen Erklärungen des Herrn„Harvrs weg, man wird kaum mehr, als was hier,„gesagt worden, übrig behalten. So gehet, so„urtheilet, so erfindet derselbe. Noch ein neuer„Weg, den er bey vielen andern Auslegungen„gehet. Er hat sich das Gesetz gegeben, daß er„bey allen Stellen der Schrift in den Geschichten„die Umstände aufsuchen wolle, bey welchen sie auf»„gesetzet worden. Eine vernünftige Regel, wenn„er sich derselben nur allewege richtig bedienet hätte.„Er will ein Stück der Schrift erklären, m wel-schem solche Umstände nicht angezeiget werden. Er„durchsuchet daher die Geschichte der Juden, um„eine Begebenheit zu finden, die seiner Stelle am„nächsten komme. Die alten Geschichte der Juden„find kurz, und so findet er selten etwas, das er ge-„brauchen kan. Er bedenkt nickt, daß unter den„verlohrnen Begebenheiten auch diejenige seyn kön-
„ne, auf die das iLtück der Schrift, das er vor sich„hat, zielet. Die neuen Geschichte der Juden sind„voller und weitläuftiger, und so findet er weit ge,„schwmder etwas, das den Umstanden gleich, die„er in seiner Stelle vor sich findet. Und daher„kommt es, daß er das grosse Tlcil der Psalmen und.viele andere Stücke der Schrift aus den Gesch.ch.„ten der Maccabäer erkläret, rc.„
Der Herr D LGistran >. cnedicr Ulickac,lis >) in Halle macht von unserm Herrn Prcbstefolgende Abschilderung: Es spreche Herr von derHardr, aus Mangel gehöriger Gottesfurcht, ohnealle Wahrscheinlichkeit, Mos« ganze Erzehlungenin 6encl> ab und ziehe sie auf eine» verkehrten undhöchst abgeschmakten Verstand: wolle aus übcrmäßi-gern Hochmlirhc allein klug sey», und verachte alleandere Ausleger: bringe nichts als neue und vonaller Wahrscheinlichkeit entvlössere Dinge vor, habeviel Ingenium und sehr wenig qdicnim , und er-greife daher und vertheidige gleist» alle Hirngespensteseines ausschweifenden Kopfes, so, daß sein Gehirnein verworrener Hause» der allcrabgeschmacktestcnMeinungen, eine Vorrathskammer alocrncr Erklä-rungen und eine reiche Mutter der Thorheiten sey,u. s. w
Die Geschichte eines Gelehrten, der 85- Jahreerreicht, der nimmer müßig gewesen, der alles nie»dergeschriebcn, was er gedacht, der mehr druck"»lassen , als viele lesen können, der tausend Dingeund fast die ganze Welt der Alten umgegossen, derdas ganze Reich der Gelehrten gegen sich erregt: ei-nes solchen Mannes Geschichte würde ein eigen Bucherfordern, wenn man alle seine Schriften vollsiän.big anführen und beschreiben wolte. Die Anzahlder Schriften des Herrn von der Hardr list sogros, daß es ihm selbst würbe schwer gefallen scn»,ein richtiges und vollständiges Verzeichnis davon zumachen, wenn er selbige nicht nach und nach, wie ersie herausgegeben, aufgezeichnet. Man begnügesich also, wenn wir folgende als die vornehmstenanmerken:
». >ucograpbr l-urber» »lionimque celebrium viroruin,t> snno >;i7. v»que 2M,u<N 1546. reforairrionir,«rirem er snlkori^m egregie illugi-LNrir, 1 . Band
Braunschweiq, 1690. in 8 il. Band, ebendaselbst,6>>> lil. Band, Helmsiädt, ,) Es ist ei»
Verzeichnis der geistlichen Schriften von ><17. b,Szum Tode kucheri, die der herzog Rudolph Augustzu Braunschweiq m Händen gehabt, und nachherder Universität Hclmsiadt geschenkt hat.
L.
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r) in l.'ommenkLkione apolo^erica, gua Kilo »äleraorigo linßiir beki-L« ex grsccr conucläcur erc. U.
§. 17. p. 2 , 4 . fgg.
H Ltbllotb. rtievlox. l)stei7u>rlc»-c»f
ricu» p. izr.