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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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7. Cap. Vrn den evangel. lutherischen Lehrern.

rost!

hakte er einen freyen Zutrit zu den berühmtestenMännern, sonderlich zu dem Herrn Ioh. L!ercund zu Hrn. Gurenhustn. So lieb ihm nunaber dieser Ort war, und so viele Versicherungenihm von dem dasigen evangelischluthcrischen Eonsistorio zu seiner gewissen Beförderung gegeben wurden; so mustc er dennoch im folgenden Jahre widerseinen Willen, auf Begehren seiner Eltern, beyseiner gnädigsten Herrschaft um seine Erlassung an-halten und wieder nach Hause kommen, um ihn in derNahe bey sich zu haben. Ehe und bevor er aber wieder-um nach Deutschland zurück kchrete, besuchte er dieübrigen Etädre in Holland und die dasigen Univer-sitäten , nahm überall das merkwürdigste in Augen-schein, und machte sich mit den berühmtesten Män-nern daselbst bekant, die ihn auch zum Theil nachher, als er in Deutschland wieder angelanget, mitihren Briefen beehret haben. Endlich kehrte er insein Vaterland zurück, und kam glücklich zu Hausean. Nachdem er hierauf seinen StudiiS vor sichnoch einige Zeit mit grossem Fleisse obgelegen, aucheinige öffentliche Proben davon der BremischenBibliorheck einverleiben lassen, folgte endlich dieBelohnung seines Fleisses. Denn als der sel. Se-nior Tappe, Prediger an der Hauptkirche St. An-drea,sich wegen seines abnehmenden Gesichts genöthi-gct sahe, einen Gehülfen zunehmen, der ihm inseinen Amtsgeschäften könte beystehen ; so ward umser Hr. Gläsener durch die meisten Stimmen derEingcpfarrten 1727. am Sontage Lätare dazu er-nennet, und acht Tage darauf zu solchem heiligenAmte eingeweihet. Als aber Hr. Pastor Dörrteneilf Jahre hernach mit Tode abging, wurde HerrGlästneu den io Ock. 1748- an seine Steile zum

die Frage: ob die Papisten Christo mehrereMittler an die Seite seyen? zumal da bey dieserGelegenheit die Feinde des Hrn.D. Gläseners vie-le Dinge in Ansehung seiner Amtsführung und sei-nes übrigen Verhaltens bekant machten, die viel-leicht sonsten vor der Welt verborgen geblieben wä-ren. Wir werdenvon dieser Streitigkeit in den fol-genden unter dem Capitel von den Zwistigkeitenausführlich handeln, und gedenken daher setzt nurso viel davon: daß sich Hr. D. Gläsener in diesemStreite, auf eine fast unerhörte Art, wider seinenSuperintendenten, denHrn. D. winkler, öffent-lich zu einen Vertheidiger der Papisten aufgeworfen,und nachdem er deöhalber bey demMagistratgericht-lich belanget worden, den Respect gegen denselbendergestalt aus den Augen gesetzet, auch sich sonstso unruhig und ungebührlich verhalten, daß er dar-über den 25 Novemb. 1746. nach einem von derhochlöblichen Iuristenfacultät zu Göttingen einge-langten kclponl'o turis von seinem Amte suspendiretworden. Hr. D. Glastirer suchte zwar die wirklicheVolziehunü dieses Urtheils durch eine Appellationan Ihro kayserliche Majestät zu hintertreiben. Manverwarf aber solche Appellation als unstatthaft, ausdem Grunde, weil gegen csnlura; eccIeliaKlc 25 kei-ne Appellation an die höchsten Reichsgerichte gelte.Ja es kam endlich gar so weit, daß Hr. D. Glä-sener im Jahr 1749. den 2 Iun. der von den hoch-löblichen theologischen und Iuristcnfacultäten in Leip-zig abgefaßten Dccisiv-Erkentnis zufolge seines Amtsgänzlich entsetzet, und da er nicht gutwillig aus demPfarrhaus« weichen woltc, mit gewafneter Handdaraus vertrieben wurde. Hr. Gläsener bemühete

wirklichen Pastor einhellig erwehlet, nachdem er bcreitS i/zz. zu Helmstädt die Würde eines Lirentia-ten dcrGottesgelarheit, durch eine unter dem Hrn.Abt Mooheim vertheidigte Disputation erhalten,auch 1757. der Inauguration der Universität Gör-tingen bcygewohnet. Im Jahr 1741- ging er wie-derum nach Helmstädt, und nahm den l. Iun.die theologische Doctorwürde daselbst an, lies auchden z Iun. darauf unter seinem Vorsitz von Hrn.Dvcrbcck eine theologische Disputation zur öffent-lrchen Untersuchung darstellen. Im Jahr l 74 Z- denist. Decembr. schickte ihm die deutsche Gesclschaftzu Jena aus eigner Bewegung ein Diploma zu,kraft dessen sie ihn zu ihrem Nckgliedc ernennete.

Was wir bishieher angeführet, das ist alles so be-schaffen, daß dem Hrn.tSläseiieuzu vielem Ruh

isich zwar hierauf ferner in einigen Schriften dar-

zuthun, daß diese Absetzung widerrechtlich sey, be-schwerte sich auch in einem sogcnanten allerrmter-rhäiiiAsten Memorial und Bitte an Jhrs-iiigl. Majest. in polen, Friedrich August, alsChurfürsten in Sachsen über beide hochlövlicheFacultäten zu Leipzig, daß sie nach einseitigen Actencieüniliue wider ihn gesprochen, und ging in seinerBitte so weit, daß er verlangte,Ihro konigs.Majestät wogten allergnädigst geruhen, beide be-meldte Facultäten zur Rede und Verantwortungzu zcehen, demnächst aber dieselbe zu Schadlos -Haltung dessen, was er durch diese höchst verfäng-liche und verdächtige Urthel erlitten, anzuhalten.,,Er ist aber mit dem allen billig nicht gehöret wor-den. Endlich wendete er sich an den Reichshofrath'zu Wien. der auch seine Klage wider den Magistratme gereichet Dieser Ruhm wurde aber gar sehr ver-!zu Hilveshcim annahm und unter dem i z Januar,dunkelt, als im Jahr 1745. die höchstbetrübte und 17)0. das Ccnclusum abfaßte, daß besagtemärgerliche Streitigkeit zu Hildesheim entstand, über ^ ^

III. Thcrl.

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