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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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HO2

IV. Fortsetzung von 1746. bis 1750.

ungemeincn Beyfall predigte, geschahe es, daß ernach dem Tode Hr». Ioh. Dan. Schmrdtmannsdurch einhellige Stimmen der ganzen Gemeine zumzweiten Pastor an der Parochialkirche in Berlin er-wehlet wurde. Daher er den 17. Jenaer ivzo.mit einer lateinischen Rede cic ari» cuckarilkicir seinRcctorat niederlegte und es dem Hrn. D. Ioh.Phil. Heinio übergab; gleichwie er schon kurz vor-her am ersten WeynachtSfeyertage nachmittags sei-ne Anzugspredigt gehalten hatte; dabey er zumZeichen seines Wohlverhaltens Visitaror des Gym-nasti ward. Wenige Jahre darauf ward er ersterPastor an gedachter Kirche und Commifsarius desArmendirectorii, und die königl. Societät derWis-senschaften nahm ihn unter ihre Mitglieder auf.Se. Ma/est. der jetzige König vonPreusten ernenn-ten ihn bald nach dem Anfange Dero Regierungzum wirklichen Kirchcnrakh, vertrauten ihm auchdie Information dero Hrn. Bruders, Prinz Hein-richs, allergnadigst an, welcher Prinz nachher aufeine sehr erbauliche Art sein Glaubenöbekentnismehr als drey Stunden lang in Beyseyn des gan-zen königl. Hofs und einer grosen Anzahl der vor,nehmsten Personen und der angesehnsten lutheri-schen und reformirten Lehrer ablegte, wobey HerrD. ElSner alle Fragen gethan, auch die Anspra-che aus den Worten Sprüchw. Sal. 2z, 26. (6icbmir, mein Sohn, dein Herz. Nach dem Todedes Hrn. D. Iablonski, erwehlte ihn die Socie-tät der Wissenschaften zum Director der philologisch-orientalischen Classe, in welcher Würde er vonIhr» königl. Majest. bestätiget wurde, als höchstDieselben die Societät in eine Acadcmie zu erhebengerührten.

Unsere Leser werden sich von diesem Manne einevollkommenere Vorstellung machen können, wennwir ihnen die Abbildung mittheilen, die der sel.D.Neubauer, der unsern Hrn. Elsner genau ge-kant, von ihm machet.Er ist, spricht derselbe,ein Mann von einer grossen Gelehrsamkeit, un-gemeinen Gaben, und einer durchdringenden geist-lichen und weltlichen Beredsamkeit. Er ist einvortreflicher Schulmann, welches er zur Gnüge inBerlin gezeiget. Er ist ein ungemeiner Prediger,und hat einen feurigen und erbaulichen Vortrag,und dabey eine grosse Gabe des Gebets. Er häk-le den vortreflichsten Professoren, eloquent,- abge-ben. Und muß ich gestehen, daß ich mich nichterinnern könne, auf einer Universität iemals e«neOration mit einer schönern Ackion und mit einembessern Anstand gehöret zu haben, als die scinigen.In der griechischen, ebräischcn und andern dcrglei-chen Sprachen ist er so stark, daß er gleichfals ei-len Professor darinn hätte abgeben können, auch

wirklich zu Lingrn abgegeben hat. Zu thcologi,scher, Professionen hat er auf verschiedenen deut-schen und holländischen Universitäten einen Berufgehabt, ->) solchen aber ausgeschlagen. Er hat ei-nr starke Beurthcilungskraft, und bey der grosenWissenschaft der Crink und Philologie ein rechtesiuäicium crikicurn, welche« vielen Sprachvrrstän-digen gar zu merklich fehlet. Kurz, GOkt hatihm so viel Gaben zusammen gegeben, daß ande-re sich glücklich schätzen tönten, wenn sie nur einenTheil davon besässen. b).

Seine vornehmste Schriften sind folgende:

>) OdleruLtlone; lrcrr in noui scrlleri; libro;, quidur plu-r» iUorum librorum loci ex »uAoribur porilllmum xri-cir ec »nilquitiite, expanunrur Lc illulir-inrur. 1 'omu^ l.libro; biüoricor complexu;. I'rziekii all likienum »7:08 - i.Alph iz. Bog. Tom. II. cpillolu; »poüolorurr»Lc ,poc»I^pl>n complexue ibill. r- Alph. 8. Bogen. c)Ein Werk, das bey den Gelehrten in grosen Ansehen steht.Der sel. Pastor wolff hat eS fast durch und durchin seinen curi; Philolog. Lc criricir kürzlich ercerpirt undUlm öftern gelobet. Doch hat es ihm auch nicht anWidersachern gefehlet. So Vortheilhaft man »1 den^tti-.prullikorum davon gcurkheilet hatte, so gtichahees dock, daß in eben diesen XöU; ein «ngenanter, wel-ches der berühmte D. wäcluler »1 DrcSden gewesenseyn soll, einige scharfe Erinnerungen dagegen druckenlies und den Hrn Elsner insonderheit beschuldigte, erhabe allzuwmige Ehrerbietung gegen die heil S chriftsehen lasten :c. rc. ll) Hrn. Elsner» Vertheidigungwurde darauf in eben diese c) eingerückt. Dochklagte er, daß man seinen Aufsah verstümnrelk habe,welches Hr Hofrath Menke m einem Schreiben anHrn. Elsner zu rntschuldigen suchte, mit dem Ange-ben , er hätte nur einige harte und anzügliche Aüs-drückungen weggethan, damit drr Gegner, der luper-lUriolu; Olerrii culror Lc tcllir plcnu, genennt Wird,nicht von neue» mögte erbittert werden. Dieser ant-wertete so fort wieder in gedachten ^Ki, prullir. Hr.Elsner aber setzte ihm in drr Vorrede des U. Ban-des der Odscnurioaum die letzte Vertheidigung cnt.

gegen

,) Wir finden auch, daß er zur Profeßion der griechi-sche» Sprach« nach Leiten begehret und in Frauecker »udFrankfurt an der Oder zur Profeßion der Theologie ver-geschlagen worden; daß er ohne sein Besuch dir grösteHosnung gehabt, bochdeuescherPrediger zu Leiden zu werden,es auch worden wäre,wo nicht ein Halbdeutscher, durch einenihm anverwaudlenBürgermeister dazu gelanget wäre:,«glei-chen daß er auf die vorkheilhafleste und liebreichst« Artnach Greiiiugm und nach Utrecht «iiigeladei, worden,aber wegen guter Ursache,» nicht einwilligen können..stNeubauer» Nachricht von! iehilcdenben Theologen T. l.p. 7 l. 1 '. II. p. 490-

b) Neubauer» Nachricht von ietztlebenden Theologen,"p. l. l>.7t.

c) Libliorbec. Lremens. Llass. IV. prscicnl. l. n. 4. p>i8>. sgg- l^ssceUrn. lluirburxent. T. I. p. 696. Ea prall-l.. >72>.p. -ctz.sgg. Colcri throl. Bibliothek llll. p- 6 tzr.sgg.

ll) 8upplemenr. brüll. I. Vltl.Leü. XIl.p 5ro.ip4

c) vom Iahr -7:5- k- ;-S. sgg.