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I. Cap. II. Abth. von den reformirten Lehrern.
Unter andern heist es von ihm: s) „Er stehet^ inlnicht zum Richter auswerfen, müssen aber doch ge
e» «stehen,
„der Schweitz im Lehramte und zwar im vollen So„gen des Evangelii. Weil er aber kein Partie»,„larist und Meinungskrämer und dabey ein sehr,,grosser Liebhaber von Lutheri Schriften ist, ---„muß er alle Augenblicke gewärtig seyn, wann ihn„seine Herren Landesleute ins Epilium schicken„mögten. „ Wie hoch Herr Lucius Luthe-rs Schriften geschätzet, davon leget er selb,sten dieses merkwürdige Zeugnis ab: b) „Ich„kan mit Wahrheitsgrund sagen, zu Gottes Ehre„allein, daß mir keine Schriften mehr gutes gethan,„als dieses seligen Mannes (Lutheri), ja Gott hat„mich mehrmalen aus dem silbernen Becher seiner„Schriften in Glaubensfreudigkeit trunken gemacht,„daß ich aller Noth vergaffe, wormit mich mein Ge-wissen klemmete, Sünde, Teufel und Welt bis
daß wir viele von seinen Schriften nicht oh,ne Rührung und Erbauung gelesen; wiewohl unsauch manches anstößig vorgekommen. Am aller,wenigstens haben wir an der emblematischen Schreib,art und an den Anspielungen einer ausschweifendenPhantasie, die in vielen seiner Schriften herrschen,einen Geschmack finden können. Unter seinen zurBeförderung der Gottseligkeit abzielenden Anstal-ten haben die eine Zeitlang unter freyem Himmelzu Langeiibulwalde, einem zu der Amsoldingi-schen Pfarre, welcher damals Hr. Lucius nochvorstand, gehörigen Orte gehaltene Versam-luugen das meiste Aufsehen gemacht. Da er hier,von selbst eine ausführliche Nachricht betank gemacht,f) so wollen wir das vornehmste daraus mit seineneignen Worten, jedoch auszugsweise, anführen;
„auf den Tod drängeten; und kan ich nicht änderst welches man umso weniger als etwas unnöthigeS„denken, als daß die, so seine hochtheure Glau- ansehen kan, da von dieser merkwürdigen Anstalt„benslehre anzapfen, den brennenden Stachel der in gegenwärtiger Kirchenhistorie j noch gar nichts„Sünde, den bittern Fluch des Gesetzes, die gedacht worden.
„Macht des Unglaubens und Bosheit des Satans „l. In Ansehung ihres Ursprungs ist zu wisi
„noch nie geschmecket, auch nie vor Gottes stren-„gem Gerichte gestanden, wie mich der Herr nach„seiner Barmherzigkeit, dies alles hat erfahren„lassen.,, Wegen seiner zur Beförderung der wah-ren Gottseligkeit abzielenden Anstalten und Schrif-
ten, daß Langenbnlwalde, Hattigenforst, Ditt-„ligen bey anderthalb bis zwoftunden von der Kirche,und Pfarrhause entlegen. Da ich sie nun in ih-,-ren Häusern besuchen wolte, waren sie entweder,nicht daheim, oder hatten den Kopf so voll irdio
ten hak er gute und böse Gerüchte über sich ergehen „scher Geschäften, daß zu der Zeit keine Geschick»lassen müssen. Einige haben ihn den Schweitzeri,„lichkeit bey ihnen war, in der Stille die Geheim-schen Evangelisten und einen theuren Mann Got- , Nisse des Htmmmelreichs anzuhören; weshalbentes genennet, und die selige Erquickung, die sie „ich sie gebeten, mir selbst einen Tag zu bestimmen,
aus seinen Schriften geschöpfet, nicht gnug ruh-mcn können; c) andere hingegen haben ihn einenPietisten gescholten und ihm sonst viele Dinge vor-geworfen, die er aber in seinem Zeugnis der LVahr-hcit, oder Verantwortuug wider die Rlagenund Lästerungen von sich abgelehnet. 6 ) Als mdem klulea Ueliiecic» c) sein Tod angezeiget undzugleich gemeldet wurde, daß ihm in der Prediger- „gesegneter Auwachs. Kaum waren diese Hauß,stelle zu Diesbach der durch seine philosophlsch-the0'j„besuchungen angefangen, so konten meine Zuhö-logische Schriften berühmte Hr. Ioh. Friedr.>„rer den reichen Nutzen, so sie daraus geschöpfet,
„da es ihre beste Bequemlichkeit sey, einem ver-graulen Gespräche vom Wege zur seligen Ewigkeit„beyzuwohnen, ohne daß ihre Andacht durch die„Dinge dieser Welt gestoret werden müste. Da ich„denn jederzeit als ihr Knecht, um Jesu willen,„mit herzlicher Geneigtheit aufwarten würde; wel-„ches sie mit allem Danck angenommen. 1 t Ihr
Grapfer zum Nachfolger gegeben worden, so setz-te man hinzu: Ilnrum viraruin äocenäi mecliocluinli lpeÄL;, non mAe guiäain clixir, buic cocrui oriri
„ihren Benachbarten nicht verschweigen, sondern„machten viel Preißens und Rühmens davon. DieAnzahl dieser Versammlungen wuchs demnach sehr
post reneb,-.-, lucem. Wir wollen uns hierinne „an, also, daß einmal von einigen wahrgenommen
s) in den Samlungoi zum Lau des Reiche» Gorrcs1 . 1 . p. 840-
b) in der neuen Welt p. 148-
c) rNostrs Hanauische Berichte von Religionssachen l'.I. p. ;46. tzorrgcfeüte Samluirgen zum Lau des ReichesGottes r. V. y. ;bz. 1 *. VI. p. tvc-K. 8upplem«,it!i dieserSamiung r. I. p. «->4-
ä) bericon der Theologen I. p. 446. sr^.
Forrge«e,;te Samluag von A. u»d vl. 17)4. p. 4^.dieser 1 U- Thell z>.l4ü. e) t. V. x. »74.
„worden, daß aus zwanzig verschiedenen Kirchspie-„len Leute zusammen kommen. Denn sie baten„meine Zuhörer, sie selten es ihnen doch zu wissen, thun, wenn sie eine sothane Hausbesuchung au-fstellen und ihren Pfarrer dazu erbitten würden.Ecc ccc c z Welche
k) in der fortgesetzten Samlungzum Lau des ReichesGottes IV. p. 345-404.