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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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irro.

IV. Fortsetzung von 1746. bis 1750.

che Lehre dadurch besser aufgeklaret. Anderntheilsiauch hierbcy die ehemals angemerkten Fehler mehraber gehen auch viele mit ihrer philosophischen odcr^zu als abgenommen. Bey vielen Predigern ist einesogenannten mathematischen Methode zu weit, und sträfliche Nachläßigkeit und Eiferlosigkrit, ihren Zu-führen allmählig eine neue scholastische Theologie ein.»Hörern die Grösse der Liebe und Herrlichkeit GQtteS

Unter dcm Vorwand, man verbinde Vernunft undSchrift, werden oft die albrrstc Einfältige mit gött-lichen Wahrheiten vermischt, und diese dadurch mitjenen bey Spöttern zugleich lächerlich gemacht. DieFreygeistercy und der Irrthum, daß die Hauptsachedes Christenthums nur in einem tugendhaften Lebenbestehe, reiset immer mehr ein. Die Religion derHöfe und der Vornehmen wird nun die Religion desgemeinen Pöbels, und auch in kleinen Städten undin den niedrigsten Hütten will itzt die Freydenkereyund der Unglaube zur Mode werden. Selbst man»che Lehrer und Thologen stoßen wider wichtige Glau.bensartickel an, und breiten grobe Irrthümer aus. K)Insbesondere hat man geklaget, daß sie hin und wie»der lutherische Prediger finden, die sich den Herrn-hutern geneigt erweisen, und deren Irrthümer theilsselbst hegen und vertheidigen, theils wenigstens zuentschuldigen suchen, i) Die Moral ist durch einefalsche Philosophie sehr verderbt worden^-und vonder Tugend und Verbindlichkeit führet man ganzirrige Begriffe ein. Durch eine übertriebene Vemühung die christliche Stttenlehre vernünftiger zumachen , unterwirft man sie der Vernunft und än»dcrt sie mir häufigen Zusätzen, Verstümmelungen undVerdrehungen so lan ie, bis sie in eine Sittenlehreder Vernunft verwandelt wird, die höchsten nur ei-nige Ausdrücke und Redensarten, oder übereinftim-mige Zeugnisse und Erläuterungen der heil. Schriftbeybehälc. Man macht wohl gar die Gnadenwir»kungen des heiligen Geistes zu philosophischen De-monstrationen, m) oder man schränket sie blos an diedeutliche Vorstellung der Sittenlehre und ihrer Ve«wegunqsgründe ein, und will allein natürlich an demMenschen bessern, dabey GOtt weiter nichts thue,als daß er diese Wahrheiten bekant gemacht n)Da ersinnet man neue Distinctionen unter einer hatbirken und ganzen Vernunft, damit man sodenn

in Christo, die grosse Nothwendigkeit, Köstlichkeitund Liebe IEsu Christi in seiner Person, Stand,Amt und Wohlthaten, und die wahre Beschaffen-heit, unumgängliche Nothwendigkeit und seligeFrucht des Glaubens, in den Verstand und das Herzeinzuprägen. Eben so schläfrig werden von vielendie Pflichten der Gottseligkeit getrieben. Und wenngleich die sogenannte Moral in vielen Predigten hochaufgeworfen wird, ist sie doch gar oft inchkS weniger,als eine Christen-Moral, tue aus einem busfcrkigcnGlauben an Christum flieset; sondern vielmehr eineartige Weltgefälligkeit und heidnische Sittenlehre,die alle Naturmenschen an sich haben können. Man-cher suchet darinne etwas erhabenes, wenn er seinePredigten mit Philosophie und hohen Dingen, oderwenigstens mit ungewöhnlichen und nur in den hö»Hern Wissenschaften gebräuchlichen Wörtern anfül-len kan. p) Ja man hat nunmehro wirklich Pre-digten in strenger, oder sogenanter mathematischerMethode, g) Fraget man nach den Quellen, wor-aus alle diese Uebel entstehen, so sind solche mancher-ley. Wir rechnen dahin vornemlich den academi-schen Unterricht, in welchem der Jugend von man-chen Lehrern so viele schädliche Grundsätze und Dor-urtheile weit leichter eingeflöset werden, als sie sichsolcher nachgehends wieder entledigen kan. Hier-nächst gehöret unter solche Quellen die unmäßigeFreyherr derBüchersthreiber, Buchhändler undBuchdrucker, nach welcher man häufig Bücher derAusländer übersetzet, die entweder schlechthin gottlos,oder doch mir groben Irrthümern angefüllet sind;daher es nicht zu verwundern, wenn mancher von demausländischen schädlichen Gift allmälig angestecketwird. Nicht weniger ist hieher zu rechnen die Bese-tzung der Rirchenämrer mir unrücbrikzen Per-sonen, da man solchen Leuten öffentliche Lehr-undPredigtämter anvertrauet, die zwar in der Philoso-

dieser das Vermögen beylegen könne, zu vernehmen, phie und andern Arten der Gelehrsamkeit einige Ge-

was des Geistes GQtteS ist. 0) Was endlich denöffentlichen ölanzelvortraI anbetrift, so haben

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l) Theolog Dücbersaal IV t. p. g>g. 14N. in der Vor-rede. Rraftn theoiog Bibliothek ?. I.p. 8:7-<ssg. 840 . 88 ?

1'. U. p 4'« l'gg- 717 - 1- 1" p- Z 46 .tij. 1 . 1 V.p.ir 8 . 1 'g.lp .40. «q.

m) Theol. Duchersaai r. l. p. 7".

°) Baumgartens kleine deu-sche Schriften, U. Samlung ?»61. l-,. i«4.

») Theo!. Bachersaal r.!. z>. ,4».

schicklichkett besitzen, aber sich weder in der Gottes«gclahrheit festgesetzet, noch in der Gottseligkeit eini-gen Fleiß bewiesen, auch sonst an alle dem Mangellc) Wer einige kremvel zu Bestätigung dieser gerechten haben , was bey gewissenhafter und rechtschaffenerKlage lesen will, verschlage nach Hrn. D. Rrafrs theolog. Führung des Lehramts das Hauptwerk ausmachet.

Biblioth. 1. I. ? »9 r. V11..P.8ZS.84--, ^ ^ .

p) Hi'ebcr gehörige Eremrel find« man »n theologischen Rä-cherjaal °r i-p »»- 1° p. «4 »«». »?>- wie auch inandern Journalen hin und wieder angezeiget.

-,> W>r rechnen dahin M. Christian Friedrich VolacrK Sam-lunq geistlicherReden, Jena 1746. ». „nd M- Mcorq Ioa.vimMäiken« Ermniiterung zur Zusriedenkeit im HErrn, in zwo hei-lige', Reden, Wi mar,74z. r. Von denlei>rcrn fthe maii Lrafl«theel. Biblisch. r- t". x.,,,. kz.