I. Eap. III. Abth. von der Lehre?
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Sind nun dergleichen Leute einmal zu einem Lehr-amts gelanget, so wollen sie gleichwohl auch der Weltzeigen, daß sie demselben wshl vorstehen können. Ih-re Philosophie, die doch öfters nur in einem Haufenungereimter und unbewiesener Sätze bestehet, die sieauswendig gelernet, oder andern blindlings nachbe-ten und wie ein Schibolet beständig im Munde füh-ren,- diese ihre Philosophie soll ihnen den Schlüsselzu allen Geheimnissen öfnrn. Sie werfen sich da-her entweder in der Gotteögelahrheit überhaupt, oderin Untersuchung wichtiger Lehrpuncte, mit einer umverschämten Kühnheit zu Lehrern auf. Sie stossensodenn allenthalben an, und tragen in der Meinung,neue Wahrheiten erfunden zu haben, entweder be-kante Irrthümer alter und neuer Irrgläubigen, oderverhaßte und in betanken Streitigkeiten unserer Kir-che längst abgedroschene Dinge, mit grossem Geschreyevor. Der Schade, den solche Schriften sodenn, be-sonders in deutscher Sprache anrichten, ist offenbar,insonderheit wenn sie noch dazu Leuten in dieHändefallen, die es in der theologischen ErkentniS nicht wei-
Lehrsätzen und hergebrachten Meinungen nicht einemFuß breit abgegangen. Vielmehr heget man nochimmer in dieser Kirche die Irrthümer in der Glau-bens-und Stttenlehre, die derselben von langen Aeiaten her mit Grunde sind vorgeworfen und sonsten be-reits in dieser Kirchenhistorie zur Gnüge angemer-ket worden. An statt solche zu erkennen und abzu-thun, so sucht man solche nicht allein in den öffentli-chenSchriften zu vertheidigen, wie aus der weiter un-ten folgenden Erzehlung der Streitigkeiten mit meh-rern zu ersehen seyn wird; k) sondern man schmei-chelt sich wohl gar, daß die protestantischen Lehrercapituliren und sich unter das pabstliche Joch schmie-gen sollen, worzu einige protestantische Gelehrte durchihr »»bedachtsames Verfahren sechsten Anlaß geben.u)Und ob man zwar bisweilen eine andere Sprache an-kommt, und sich anstellet, als wolle man einige MiS-'brauche abschaffen; so bleibt doch die Praxis nachwie vor, und die glatten Worte nebst der hier undda zum Schein angenommenen Höflichkeit gegen diaProtestanten zielen nur dahin, ihnen ein Blendwerk
ter, als ihre Verfasser, gebracht, und dieselbe als zu machen und Fallstricke zulegen, wie unter andern
gründlich und mit groser Einsicht geschriebene Bogenanrühmen. r) Es ist nicht zu zweifeln, daß sich einein nachdenkenden Forscher noch mehrere Quellen
das Verfahren des Eardinals (LUlirmi zum Bey,spiel dienen kan. x) Die Geschichte des leztern rö-mischen Jubeljahrs y) zeuget zur Gnüge, daß die
des überhand genommenen Uebels in der Kirche zei-,abergläubische Menschensatzungen von ihrem vorigengen werden. Besonders wollen einige die sanft fast',Ansehen in dieser Kirche noch nichts verlohren. Wieüberall, auch selbst von vielen der angesehensten Theo- viel man insbesondere noch heutiges Tages auf er-logen angenommene wölfische We cweisxeic hie-ldichteteOffenbarungen baue, wie eifrig man inVer-her gerechnet wissen, wie denn unter andern der scharf-iehruiig und Anrufung der Heiligen sey, wie nahesinnige Herr Professor Lrusmo zu Leipzig in seinen man die Verdienste der Heiligen dem alleinigen Ver-Schriften mit gar vielen die groste Aufmerksamkeit dienste Christi an die Seite setze, und mit was fürverdienenden Gründen gezciget, wie schädlich und ge- groser Freygebigkeit auch der jetzige Pabst Ablaß auffährlich das in gedachter Weltweiöheit zum Grunde viele Jahre ertheile, davon liefen sich hier gar vieleliegende Lehrgebäude sey; allein hier mag es wohl Proben anführen. Wir wollen nur etwas berühren.
mit Recht heisen: manum fte rabula, indem es beynahe so weit gekommen, daß Vernunft und IVol-fisiche Philosophie für gleichgültige Wörter, undalle diejenigen, die sich dieser nicht unterwerfen wol-len, für Feinde der Vernunft und dumme Köpfeangesehen werden, z)
VI,
Was für Fehler und Irrthümer sind beyden Römischkotholischen anzumerken?
Man ist von den einmal angenommnen betanken
c«ns. KniftS thcolog. Bibliothek r. vl. p. 5--.r) Ma» kan hicbey überhaupt, und insbesondere in Ansehungder Quellen der überhandnehmenden Freygcisterey , die Schrift»achsesen, welche der vor kurzem zu den Römischkatholischenübergegangene Hr. Johann Heinrich Gottlob Zusti, ieniger Pro-fessor am Lollegio Theresia»» zu Wien, herausgegeben, unter
Im Jahr 1744. ist die Anzahl der geistlichenBrüderschaften r) durch eine neue in der Pfarr-Ooo oooo 2 kirche
0 Hither gehören unter andern die Briefe des P. Seedorss,davon im theologischen Büchersaal 7.1. x. 4;-. tq-z. ,4z. <wt.kgg- ein umständlicher «nd eritische Auszug zu finden ist.
u) Diesen ui. Theil x. 9-9.
»- conL He». O. Baumgattens Nachrichten von merkwürdige,«Büchern 7-. i. p. ,77. §7«.
Dieser iii. Theil z>. 9-9.
V Die Brüderschaften gehören unter diejenigen Andachtsü-bungen der römischen Kirche, wodurch solche Personen, derenUmstände es nicht leiden in die Kloster zu gehe», ihre Vereh-rung der Heiligen an Tag lege» wolle», und durch Uebung derWerke der Barmherzigkeit sich viel Ablaß und Gnade zu erwer-ben gedenken. Den Ursprung dieser Brüderschaften will manzwar von den Dersamluiige» der Gläubigen zu den Zeiten derApostel und der ersten Christe» herleiten, aber e? siehet einjeder leicht, was für ein grosser Unterschied zwischen beiden scn.Andere suchen daher ihre» Ursprung vielmehr in den
ciiig'eflvsscn, tas irrig und anstößig ist. Daher sie nicht ohne! den von Zeit jis Zeft nichiere tziiizugttha» worden , und esgenaue Prüfung zu lcft». t würde