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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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IV. Fortsetzung ven 1746. bis 1750.

tet. Ucbcrhaupt reden die orkhodoresten englischenTheologen zu jetziger Zeit so mager von den Gnaden-Mitteln, daß es scheinet, man bade derselben bey derengUchen Kirche nicht mehr nöthig, und ein Menschkönne ohne dieselben die Tugenden ausüben und da-mit GOtt gefallen; welchen Lehren sich die sonst sobeschrieene Methodisten mit Recht widersetzen. Diealte Lehre von der Zurechnung der Sünde Adams isthcnriges Tages meist ganz abgeschaffet. Dagegenlehret man, daß die dem Adam gebrauete Strafe desTodes nur den zeitlichen angezeiget, und daß dieMenschen nicht wegen der Sünde Adams gestraftwürden, sondern daß sie nur an dessen sterblicher undverdorbenen Natur Theil nähmen, und daher,Sün-der wären. Was die Lehre von der Gnugthuungbetrift, so hat man, von den Zeiten Tillorsons undSrillingfleers an, diese drey Sätze geleugnet: i)daß die Gnugthuung Christi aus der GerechtigkeitGOttes herzuleiten; 2) daß sie einAequivalent sey;g) daß kein ander Mittel zu unsrer Rettung möglichgewesen: dagegen setzt man den Grund derselben inder Weiöhet GOtteS, und erkläret sie auf diese Weise:„Sie ist die weise Einrichtung GOttes, da er auf„eine solche Art schuldigen Geschöpfen Gnade erthei,,ler,^velche das Ansehen seiner Gesetze rettet, und„seine Heiligkeit offenbaret, bannt der Mensch den„Abscheu GOttes an der Sünde erkenne, und da-durch angetrieben werde, dem Gesetz desselben zu, gehorchen. Daher er auch nicht zugiebet, daß der,,'Icensch zu ihm sich nahe, als allein durch die Vcr-„mittelung und Verbitte Christi.,, Wie also dieLehre von der.Rechtfertigung erkläret werde, wirdhieraus erhellen. Bischof Dull ist der erste, welcherdie Heiligung mit derselben vermischet hat, weswe-gen er sehr angefochten worden, indem man damalsden rechtfertigenden Glauben annahm; doch setz»scheinet seine Lehre überall angenommen zu seyn.Man behauptet ein-eifriges Bemühen dem Gersetze GOttes zu gehorchen, als das Mittel zur Selig-keit, und erkläret mit Johann Locke den Glaubenan IEsum durch eine Annehmung seiner Lehre undBeobachtung seiner Gesetze. Man findet diese Ge-danken schon in dem Tillotson, und die neuern or-thodoxen Theologen sagen nichts von einem recht-fertigenden Glauben. Es wird daher durchgehendSgelchret, die Versicherung, welche der Mensch vonder Gnade haben könne, bestehe allein darinne, daßer sich der Tugend befleißige. Hieraus wird be-greiflich, wie die christliche Sittenlehre in Englandbeschaffen sey: denn die ist nichts weiter, als einc phi-losophische Moral, oder das natürliche Gesetz, wie

natürliche Religion und die geoffenbarte vollkommen

einerley sey; und Tlllorson, daß er nichts neues inder christlichen Religion wisse, als die beiden Sa-cramente. Bischof Sherlok behauptet «n einerPredigt, „daß das Evangelium eine Republicakion„des natürlichen Gesetzes sey, und daß in dem Evan-„gelio einige Anordnungen vorkommen, welche ihrerNatur nach nicht eigentlich zur Religion gehören.,.Der gelehrte Presbyterianer, Samuel Lliaudler,sagt gar in einer Predigt, daß, „wenn die natürliche„Religion kein Theil der Lehre IEsu sey, es sich„kaum der Mühe verlohne, zu untersuchen, wonnn„seine Lehre bestanden.,, Man kan hieraus zugleichschließen, wie die Sittenlehre vorgetragen werde,ncmlich mit philosophischen Gründen, welche aus derinnern Sittlichkeit der Tugend hergenommen sind.Doch pflegen die Orthodoxen, als GrcbbiuI, denGrund, von einer zukünftigen Seligkeit, als einer,BewegungSgnmd zur Tugend mit einzuschärfen.Es ist gewis zu beklagen, daß ein grosser Haufe derPrediger ihre Gemeinen so mager 'und trocken ab-speisen, und die nahrhaften und tröstlichen Sachender geoffenbarten' Religion zurückhalten, vielleichtweil sie dieselben!nicht verstehen. Man hält sie aufmit Beweisen des Daseyns eines GOttes, derWahrheit der natürlichen und geoffenbarten Religi-on, mit moralischen Abhandlungen. Die Pflichtendes ersten Gebeths von der Furcht, Liebe und Ver-trauen auf GOtt werden entweder selten, oder sehrtrocken abgehandelt, daß man das erhabene und rci-tzcnde derselben, welches sie aus der Offenbarungempfangen, nicht sehen kan; indem sie sowol nichtaus dieser vollständig erkläret, als auch nicht auschristl. BcwegungSgründen hergeleitet, noch mitNachdruck eingeschärffet werden; und insbesonderescheinet die reitzende Tugend des Vertrauens rufGOtt und der Abhänglichkeit von demselben in allenDingen, unbekant zu werden, indem die besondereVorsehung und Regierung GOtteS nicht so geglau-bct wrrd, wie es billig seyn solle. Der berühmteWarburrsn lehrele in einer Predigt, welche an ei-nem Bußtage, wozu die Rebellion Gelegenheit ge-geben, A. 1746. gehalten wurde, und die auch ge»druckt ist, daß die Rebellion keine Strafe von GOttsey wegen des Landes Sünden, weil das ganze Landsich nicht an GOtt versündiget hätte, indem es seineBündnisse m«t auswärtigen Völkern treulich hielte.Ein Gedanke, der sich zu der Absicht des-Bußtagessehr schlecht schickte! Von der Kraft des WortesGOttes gedenket niemand etwas, und man lässetietzo alles auf vernünftige Vorstellungen anlomme.i.

Grebbiiig in seiner Bsylcan Lccrure weitläuftigjDie Lehren von einem Zeugnis des heiligen Geistes,beweisen wollen. Daher sagt Gykes, K) daß dreiund daß der Geist uns vortrete mit unaussprcchllchen

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