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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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I. Cap. HI. Abtheil. von der Lehre.

Seufzen, sind schon vonA. 1609. als enthusiastisch^verworfen worden. Clagget, Srebbiug, und Vi^schof Gmalldrooke haben unter andern dagegeruernstlich gezenget. Ersterer hat in seinem Buch von'den Wirkungen des heiligen Geistes, ein eigen Ca-pitel von den vorgegebenen Gaben des heili-gen Geistes, welches, so wie das ganze Werk, gegendie PreSbyteriancr gerichtet ist« Unter diesen stehetzuerst das vermeinte Vorgeben, daß der Geist durch'eine andere Handlung die Menschen von der Göttlich-keit der heil. Schrift überzeuge, als dadurch, daß ersie vorbereitet, unpartheyisch über die Beweise ihresgöttlichen Ursprunges zu urtheilen. Ferner, daß derGeist den Menschen bey ihrem Beten Worte undSachen eingebe, und sie durch sein Zeugnis von derKindschaft GOttes versichere. Gnrallbrookr ineiner 1744. gedruckten Lllarge behauptet gegen dieMethodisten, düß die Worte des HErrn: der Geistwird euch erinnern alles dessen, was ich euchgejagt habe, allein die Apostel angehe, und keineerinnernde Gnade daraus erwiesen werden könne.Eben so müsten die Worte: daß ( der Geist) beyeuch bleibe ewiglich, allein von den Aposteln erklä-ret werden. Das Zeugnis des Geistes Röm 8,16.sollen die Wundergaben in der ersten Kirche seyn,wodurch angezeiget worden, daß die Christen, undnicht die Juden, die w«hre Kirche GOtteS ausma-chen. Aus eine ähnliche Weise wird das Vertretendes Geistes v. 27. erkläret: denn in den apostolischenZeitalter jey die Gabe vor der Versamlung zu betengewesen, und der Geist habe einigen Personen ein-gegeben, wie sie beten soltcn. Paulus brauche Geistan statt die vom Geist getriebene.Person, derenSeufzen oder heftiges Verlangen, welches sie inih^rem Gebet für die ganze Versamlung äuscre, GOtterkenne. Der Geist der Kindschaft, durch welchenwir Abba rufen, gehöre unter die auserordentlichenGaben der ersten Kirche. Den Bewciß des Geistesund der Kraft i Cor. 2,4 erkläret er von den Weis-sagungen A. T. und den Wundern, und verlachetden üliem äiumarn der Methodisten, welchen auchdie lutherische Kirche^ annimt. Die Salbung 1Joh. 2. soll eine unmittelbare göttliche Eingebungbedeuten, welche einige Lehrer der ersten Kirche gehabthatten. Der Herr Bischof redet beständig von ordi-nairen Wirkungen des heiligen Geistes, ohne sie imgeringsten zu erklären : so machen es mehrere.

Wenn man diesen Lchrbegrif bedenket, so mußman sich freuen, daß die Methodisten gegen densel-ben zeugen, und glauben, daß diese nicht von ohn-gcfchr entstanden seyn. Es erhellet zugleich hieraus,wie vorsichtig man in der Losung englischer Schrif-ten seyn müste. Wie das zugehe, daß ein EnglänUl. Tfil.

der sich so leicht von der Stärke eines menschlichenGeistes überreden könne, und so abgeneigt sey, et-was anzunehmen, das demselben und dessen Hoheitzum Nachtheil gereiche, ist nicht schwer zuerkennenwenn man bedenket, daß er zu einem freyen undmächtigen Volke gehöret, daß die Balance zwischenden europäischen Mächten hält. Denn es wird als-denn eine grosse Ueberwindung erfordert, sich so tiefvor GOtt zu demüthigen, von sich nichts, alles abervon GOtt, und dazu von dessen Gnade zu erwartenund anzunehmen.

Eö giebt auch sonst noch einige besondere Meinun-gen, die in der englischen Kirche angenommen wer-den, mit deren Anzeige wir die Erzehlung ihres Lehr-,begrifö beschließen wollen. Hicher gehöret vornem-lich die Lehre von einer Bekehrung der Juden, undWiederherstellung derselben ins Land Eanaan. Sosehr diese Meinung sonst bestricken worden; so hat siedoch nach den Zeiten des Tollr'ns desto mehrereFreunde gefunden: ja sie ist ietzo sowol in der engli-schen Kirche, als unter den Dissenticnten überallangenommen. Die Lehre von der Höllenfahrt Chri-sti wird von dem Tode oder dem Zustande Christizwischen dem Tode und der Auferstehung durchge-hend erkläret. Daß die abgeschiedenen Seelender Menschen gleich an den Ort, wo sie ewig bleibensollen, kommen, ist zwar die orthodoxe Lehre der Kir-che; doch sind heutiges Tages viele Gelehrte vonder hohen sowol als niedrigen Kirche geneigt, einenmittlern Zustand anzunehmen , und einige glauben,daß dieser, oder der Aufenthalt der frommen Seelennach ihrem Abschiede von dem Eörpcr, das Paradiesund der Schoos Abrahams in der Schrift gencn-net werde. Die Meinungen, daß die Besessenen,deren das N. T. sowol als die Vater Erwähnungthun, nicht wirklich vom Teufel besessen, sondern nurepileptische, mondsüchtige und rasende Personen ge-wesen, ungleichen, daß das göttliche Verbot, Blutzu essen, allgemein und von ewiger Verbindlichkeitsey, sind zwar nicht überall angenommen, finden aberdoch sehr häufigen Beyfall.

Bey so verschiedenen und von den neun unddrepslA Arnculn und alten Glaubcnsbckentnisscnabweichenden Meinungen ist die Frage, wie einenglischer Gortesgelehrter diese Articul mit gutemGewissen unterschreiben könne? Bischof Taylorantwortet: „Ich erkläre die Ausdrücke (in den Glau-„benöbekentniffcn) so, wie sie wahr seyn können,„und wie sie mit dem Worte GOttes und der ge-funden Vernunft übereinstimmen.,, Bischof pe-arson jagt: ,,WaS in den GlaubenSbekentmß vor«„komt, glaube ich deswegen, weil eS die Schrift lch-„ret, und muß es also nach dieser erklären.,, WeilPpp ppp P nun