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7. §ap. III. Abtheilung von der Lehre.
1) auf die Ausbreitung der christlichen» Re-ligion durch die Papisten,
2 ) auf die Ausbreitung durch die Lutheraner,z) auf dieAusbreirung durch dieReformirren.
Von denen zu gleichem Zweck abzielenden Be-mühungen der griechischen Lurche ist bereits inder vierten Fortsetzung n) Meldung geschehen,und was die Herrnhurer in dem Stück gethan,davon wird vielleicht unten, wenn wir auf ihreneueste Geschichte kommen, etwas können beyge-bracht werden.
XI.
Wie ist die Ausbreitung des Christenthumsdurch die Papisten befördert worden ?
Die Papisten haben noch immer fortgefahren,für die Ausbreitung der christlichen Religion unterden Heiden zu sorgen. Ob sie nun schon solchesnicht in der gehörigen Lauterkeit thun , so hat mandennoch Ursache, sich über ihre Bemühungen zuerfreuen, weil doch Christus dadurch unter den Hei-den verkündiget und immer mehr bekant wird, auchmanchmal ein gutes Saamenkörulein auf einen gu-ten Acker faslet, von welchem zu hoffen stehet, daßes unter der kräftigen Mitwirkung des heiligen Gei-stes nicht ganz ohne Frucht seyn werde. Man be-merket freylich an den papistischen Mißionsanstal-tcn noch immer die Fehler, worüber man bereitsin vorigen Zeiten geklaget. o) Was für unlautererMittel sich insbesondere die Herren Jesuiten bedie-
„schaffen. Das ist die ganze geistliche Rüstung ei-gnes ordentlichen römischkatholischen Hcrdenbckch-„rerS. Allein ein Jesuit' lässet seine Schulwistcn-„schaft zu Hause, und führet an der Stelle dersel-ben einige Regeln der Klugheit mit sich, die ihm„der treue Fleiß seiner Obern und Lehrer eingeschär-fet hat. Ich muß einige »dieser Regeln hersetzen.,:Dle erste: ein Heidenlehrer, der Seelen erndten„will, muß die Person eines Geistlichen und Wei-fen des Landes annehmen, in dem er prediget.„Das wird ein grosses Theil des Widerwillens, den„man insgemein gegen die Fremden und Ausländer„hat, wegnehmen. Daher verwandelt sich ein Ie-„suite, so bald als er sein Amt in einem heidnischen„Lande antrit. Er wird in Indien ein Vrame,„oder Bramme, in Siam ein Talapoin, in China„entweder ein Bonze, oder ein Eonfucianer und„Gelehrter, in Africa ein Marabou. Ein armer„Kapuciner oder Dominicaner bleibet das, was er„in Europa war, ein Bettclmönch und Prediger.„Deswegen gilt er wenig oder nichts, indem der„umgekleidete und verwandelte Icsuite die Herzen„des Volks an sich reistet. Die andere Regel :„ein Heidenlehrer muß sich vor allen Dingen um„die Gunst des Hofes bemühen, und durch Ge-„schenke, durch Ehrenbezeugungen, durch Aufwar,„tungen und andere dienliche Mittel die Gewogen-heit derer, die an demselben die vornehmsten sind,„zu erwerben trachten. Die dritte Regel: kan„es geschehen , so muß ein Heidenlehrer sich in die
nen, um ihren Mißionen einen ausserlichen guteni„Gnade der Grossen und Mächtigen soweit hinein-Fortgang zuwege zu bringen , das liegt in allen da-'„sstzen , daß man ihn mit zu StaatS-und Regie-von bekannt gewordenen Berichten klärlich am Tage.1„rungSgeschäften ziehet. Wie sicher prediget einEine berühmte Feder hat noch vor wenig Jahren „Apostel, es so weit gebracht hat ? Unter die-
die Marimen, welche die Jesuiten bey ihren Heidenbckchrungen beobachten , auf folgende Weise sehrgründlich abgeschildert, p) „Die Jesuiten, die un-„ker die Ungläubigen gesendet werden, verkündigen
sem Gesetze stehen viele andere Regeln, die ich der„Kürze wegen auslaste Die vierte Regel : einHeidenlchrer muß sich nach den Meinungen undSitten des Landes , in dem er lebet, bequemen.
„daö Crcuz Christi auf eine ganz andere Art, als „wenn sie nicht offenbar mir dem Glauben streiten,
„die übrigen Mönche und Geistlichen, die zu Apo-„steln ernennet werden Ein Dominicaner, ein„Franciftaner, ein Augustinianer, ein weltlicher„Priester, der unter die Heiden reiset, nimt nichts„mehr mit, als einen grossen Eifer für seinen„Glauben , seine Schulgclchrsamkcit, die ihm ins-„gemein mehr schädlich als'nützlich ist, und einen„guten Vorrah abergläubischer Meinungen. Dazu„kamt bey vielen der Wille , sich der Leichtgläubig-feit des Volks zu seinem Zwecke zu bedienen , und„durch einen frommen Betrug, durch ein vorgegc-„beacs Wunder, der Religion ein Ansehen zu ver-
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i>) Man sehe des Hrn. Canzlers von MoSheim Erzchlung der«cueste,; lthiilesisqe» Kirche,igeschichte ?. >r. iq-,.
den er verkündiget Die fünfte Regel : ein Hei-„denlehrcr muß alles, was in der Religion des„Landes, wonnncn er lehret, einen Schein der„Wahrheit und der Frömmigkeit hat, sich zu Nutze„machen, und es mit dem Glauben , den er ver-traget, zu verbinden sich bemühen. Was liegt,,daran, wenn dieses nicht ohne Verdrehungen„sowol der heidnischen , als der christlichen Re-figion geschehen kan? die kleine Sünde, die„dadurch begangen wird , wird durch den grossen„Nutzen, den sie stiftet,vertilget. Die sechste Regel:„ein Heidenlehrer muß die alten Gebrauche undGe-„wohnheiten, die ein unwissendes Volk insgemein„über alles liebet, nicht verbieten und abschaffen.
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