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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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k. Cap. M. Abtheilung von der Lehre.

solche Oerter hingehen und wirken konte, wo keinervon den Mißionarien hinkommen durfte. Er warein Mann, der sich so zu verhalten'wüste, daß dieLeute, sowol Christen als Heiden, gegen ihn nichtnur eine Hochachtung, sondern auch Liebe und Ver-träum hatten^ Er konte in vielen vorfallenden Um-standen bey der Gemeine nach seinem geschickten Ver-stände und Erfahrung heilsamen Rath fassen. Erhatte eine besondere Geschicklichkeit, auch von einfäl-tigen Leuten auf eine bequeme Weise zu erforschen,wie GOtt ihre Seelen zu sich gezogen. Er kontevon den Gemeinen einen guten Bericht abstatten,undwüste zu untersuchen, was einem jeglichen Gliededer Gemeine insbesondere fehle, und wie man einjedes nach seinem Zustande besonders zu ermähnenhabe. - Er hatte eine gute Gabe zu catechisiren, undim Predigen lies er sich nach der Fähigkeit der ein-fältigen Leute recht herunter. Die unordentlich wan-delnde konte er sehr ernstlich und nachdrücklich er-innern und bestrafen, wüste mit Kranken und Noth-lcidcnden gar liebreich umzugehen, und erdultete dieihm begegnenden Leiden mit besonderer Freudigkeitund Sündhaftigkeit, u)

Was den Wachsthum der Gemeinden betrift, sosind selbige im Jahr 174;. mit ißt-Personen ver-mehret worden, worunter 102.' theils christliche,theils heidnische Kinder, 72. erwachsene Herden und7. Römischkarholische sich befunden, x) Im Jahr1746. aber sind 224. Personen in die evangelischeKirchengemeinschaft aufgenommen worden, nemlichizi. christliche und heidnische Kinder, 89. erwachse-ne Heiden und 4. Römischkatholische. 7) Auch indiesen beiden Jahren haben die Herren Mißiona-ricn bey ihrer Arbeit vielfältig die harte Widerspen-stigkeit d?S Unglaubens wahrnehmen müssen. Veyvielen hat das Ansehen ihres Geschlechts, und dieSchande, die sie ihrer Freundschaft und Verwand-schaft dadurch anthäten, oder die Strengigkeit ihrerHerren zur Entschuldigung dienen müssen. Einfrecher Heide hat gesagt: die Sonne gehe ordent-lich in Osten auf und in Westen nieder, wenn selbi-ge von Norden gegen Süden auf-und niedergehenwürde, so wolren sie das thun, was man ihnen sage.Der Satan hat dabey manches neues Spiel zurVerstockung der Heiden angefangen. In IsurensPagode zu Tirupalaturey soll der Götze über einenJüngling kommen seyn, und von ihm begehret haben,daß man ihm Fest-und Feyertage halten solle, so wöl-ke er den Blinden das Gesicht geben, Unfruchtbare

u) äü, Nia. kcdct. 1°. XII. x. ,41. ^-stllldische Berichte Lon-nn. rxm. p. 557.14.

>i) Ostiiidische Berichte CEIN. I.XUI. p. z- 4 .5,. z-6,r) c,k»r. CoM». lliv. l>. 76L. 14.768«

m. Theil '

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schwanger machen, und andere Wunder thun; auchsolten sie ihm eine neue Pagode bauen,-und den Teichreinigen lassen--so solten sie einen güldenen Pflugdarinnen finden; welches alles einen grossen Zulaufverursachet. Nicht weit von Tirutschinapalli liegtder sogenante Goldberg, und soll der Teufel durcheinen mohrischen Heiligen dem Eommendanten da-selbst haben sagen lassen, daß er ihm einen grossenSchatz, den er in dem Brunnen an dem Fusse desBerges bewahre, überliefern wolte, wenn er ihm soviel Menschen opfere, baß das Blut derselben vondem Brunnen bis in den Caweri flösse; und weilnun der Commendank zu Vewerkstelligung dessenviele Leute Wegfangen lassen, so hat dies eine allge-meine Furcht und Unsicherheit verursachet, und zu-gleich den Catecheken in Zusammenrufung der Chri-sten viele Hindernisse gemacht. Unterdessen hat derCommendank bald darauf seinen Vorsatz fahrenlassen, weil ihm seine eigne Frau vorgestellt, daß ernach diesem Vorgeben seinen Sohn zuerst opfernmüste. 2,)

Bey dem allen aber hat man doch auch hinwieder-um die schönsten Proben von der herrlichen Kraftdes göttlichen Worts gespüret. Vey vielen, die sonstsehr leichtsinnig, oder recht hart gewesen, hat maneine grössere Aufmerksamkeit und Erweckung wahr-genommen. Manche haben unter vielerley Gefähr-lichkeiten dennoch den Schluß gefastet, Christen zuwerden, und solches auch erfüllet. Man findet vor-nemlich bey den angestellten unterschiedlichen Tauf-handlungen manche besondere Erempel der wunder-baren herzlenkcnden Gnade GOttes, da einige wederdurch Drohungen und Verspottungen, noch durchBitten und Flehen ihrer Freunde sich zurückziehenlassen, sondern eine grosse Standhaftigkeit bewiesen;wie denn auch bey andern neubekehrtcn Christensehr öfters ein grosser Ernst in ihrem Christenthumbemerket worden. Ein römischer Bedienter hat denins Tamulische übersetzten Eatechismum gelesen, unddavon bezeuget, daß ihm das, was er darinn gelesen,sonderlich, was bey dem ersten Gebot stehe, wie einNagel ins Herz geschlagen, und er die Kraft davonfühle, nur habe er noch manche Zweifel, die manihm zu benehmen gesucht. Ein heidnisches Mägd-gen, die in der Vorstadt Wölipaleiam sich zu denchristlichen Schulkindern gesellet, hat bald einigeHauptstücke aus dem Catechismo wohlgefasset, und istunausgesetzt zur Kirche kommen, obgleich ihre heidni,sche Eltern es mit List und Gewalt zurück haltenwollen, a) Die

r) lüstor. eccles. 1^11- p. 5??-

s) klÜor. eccles. 1°. XNI. x>. 5Z5- ^stilchljche Belichte

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