»298 IV. Fortsetzung von
hat aus Hamburg geschrieben, daß er durch den Hrn.'i> SeniorWagncr einen Berufale Prediger nachkTeu- !I^ork in America, und besonders nach Camp und iKhynsbeck, einer deutschen Colonie vertriebenerPfälzer, erhalten habe,woraufer im Deccmbr. 174;. laus London ferner berichtet, daß er daselbst den 24.Nov. durch Hrn.D. Aräurer, Pastor zu heil. Drey-faltigkeit, ordiniret worden,und da er bald darauf seineweitere Reise anzutreten gesonnen gewesen, so hat er,sicherbothen, auch in America an diesen Bemühun-gen Theil zu nehmen, und die Absichten dieser An-stalten aufs möglichste befördern zu helfen.
Was aber das eigentliche Geschäfte betriff,so habenzwar manche )udcn bey denen mit ihnen gehaltenenGesprächen noch immer Proben genug von ihrem ver-stockten Unglauben an den Tag gelegt; doch sind« manauch viele Exempel von solchen Juden, an welchen sichein welt besserer Nutzen der an sie gewendeten Bemü-hungen geausert. Ein Rabbi incineram Rhcinstromgelegenen Reichsstadt, namens rNeyer, hat sich beson-ders steißig mit den ausgeschickten Mitarbeitern un-terredet, und da einmal einer von ihnen mit ihm inder Schule gewesen, und hernach in seinem Hause mitihm gespeiser, hat er nach Tische von der Geburt JEsuaus )es. 9. zu reden angefangen, und alsdenn sind sieaufs neue Testament kommen, da denn der Rabb« einegrose deutsche Bibel mit Anmerkungen gehabt, ein an-derer Hübe hat die südische Uebersetzung, und der Mit-arbeiter sein griechisches neues Testament genommen,welches sie gegen einander gehalten,wobey R Meyerein groses Vergnügen an den herrlichen Lehren IEsubezeiget, und hat das Gespräch in Beyseyn unterschie-dener Juden bis Abends nach 9. Uhr gedauert. ZuFrankfurt an der Oder haben manche Iüden auf derMesse in einer Buchhandlung die kleinen gedrucktenhebräischen Büchlein gesucht. Ein Proselyt hat einst-mals erzehlet, daß in seinem Lande manche Juden aufihrem Sterbebette, aus Überzeugung von dem wahrenin die Welt gekommenen Meßia gerne Ehristen wer-den wölken; so bald sie sich aber etwas davon verlau-ten liesse», werfe man Küssen und Betten auf sie, understicke sie. Merkwürdig ist, was ein Kaufmann denMitarbeitern entdecket, daß in einer gewsssenHandels,stadt über 102. Iudenfa.nilicn IEsum heimlich fürden Meßiaö angenommen, die ihre stille Zusammen-künfte hielten, und habe er viel Bücher unter der Iu-denschaft ausgerheilct.Ein gewisserRath hat ihnen fer-ner erzehlet, das; ein redlicherMann von einem andernin eine solche Versamlung, wo bald über 100. Judengewesen, aufeinen groscn Saal eines HauseS geführetworden, und nachdem ihnen der letzte die Furcht vorfenem benommen, so hätte ein Rabbi, nach geschehe-nem Gebet das ;z. Cap. Hes. so erkläret,daß solches
> 1746. bis 1752.
"" 2 Esu von Nazareth erfüllet sey,wobey sie zu verste-hen gegeben, daß sie sich nur deswegen noch nicht zurchristlichen Religion bckenneten, weil sie den e»gent»lichen Unterschied der Religionspartheyen unter denEhristen noch nicht völlig einsähen. Hr. ?ro 5 . Eallen-borg will inzwischen die Erzehlungan ihren Ort ge-stellte fern lassen,weil eine weitercUnterjuchung nöthigsey ; doch bemerket er hernach aus einer andern wahr-scheinlichen Nachricht von 174^, daß wenigstens einguter Sauerteig unter diesen Iüden besindlich sey.So soll auch ein angesehener und zu einer m Eonstan-tinopel befindlichen christlichen Gesandschafk gehöri-ger Herr eme besondere Erwcckung unter denIüden ,nder Türkcy berichtet haben, die in zwey groscn Städ-ten durch gewechselte Briefe schlüßig worden, wennder MeßiaS >740. nicht kommen würde, den christli-chen Glauben zu untersuchen und sich zu demselben zuwenden. Von dem völligen Grunde dieser Nachrichtfindet man aber cbcnfals noch nicht gnugsame Anzeige.Ein gewisser Rabbi Bei/, in der Schweiz hat den Iüden einen guten Bcgrif von den Eallenberg. Mitar-beitern beygebracht, und ihnen die Hallischen Büchleinzum Lesen mitgetheilet. Hierüber hat ihn ein andererwegen jüdischer Frömmigkeit und seinerBußübunqenberühmter Rabbi und Bußprcdiger,^)ach el/-ckrlch-lein, beym Landrabbiner verklagt: es ist aber dieserVerfolger, wie er hoch betheuret, bald nachher imTraum des Anblicks unsers Heilandes in seiner Ma-jestät gewürdiget, und dadurch in groses Schreckengesetzt worden; woraufer denn sich öffentlich zu ihmbekannt hat, und nun ernstlich vor ihm wandelt. Eshat derselbe nachgehend- ein jüdischdeuksches Tractät-lein, unter dem Titel: Lezeugung und Ermah-nung, drucken lassen, welches darauf ein Handels-mann in Schwaben ins hochdeutsche übersetzet. Die-se Übersetzung hat ein römischkatholischer Drucker, wi-der Willen seiner Obern, gedruckt, und dabey gesagt;er frage nichts nach seincnPfaffen; sie hätten ihm schoneins und anderes verboten, davon er doch so gcist-aleleiblichen Nuken gehabt, r) Man hak auch ange-merket, daß aus einer einzigen jüdischen Familie, nerv-lich der Hayneinaiiiilschen, nach und nach neunPersonen sich zum Ehristenthum bekennet haben. DieTaufe eines IudenknabenS,zu Schortewitz in Anhalt-cöthnischen, wovon der dasige Pastor, Hr. JohannHeuir. Sommer, eine ausführliche Nachricht betaut
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r) DieS Tractätlein batHr. D Lallenbera auch in baS;wcytc Stück seiner forrwäkrcnvcn D.-mübung >'.sz. Igg.ein<>krückct,allwoman auch,in I 6 k> rp >7 lchi- cmcauS-führl. LcbcnSdcschr. dieses Jacknel «Zrrsckckcln lesen k«r».