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!V. Fortsetzung von 1746. bis 1750.
„Busse thuen, gebeichtet und communiciret haben,„andächtig wenigstens einmahl des Tages zo Tage„lang, wenn sie Römer oder Inwohner dieser Stadt„find; wenn sie aber fremde oder sonst Ausländische„sind, zum wenigstens i;. dergleichen Tage, sie mögen„auf einander folgen, oder unterbrochen, sie mögen„natürliche, oder Kirchentage seyn, so von der ersten„Vesper eines Tages bis zur völligen Abenddämme-rung des andern Tages währen, die Hauptkirchcn„St. Petri und Pauli, des heiligen IohanniS von„Lateran, und der heil. Maria Major in der Stadt„andächtig besuchen, und für die Erhebung der hei-ligen Kirche, die Ausrottung der Ketzercyen, Einig,„kcit der katholischen Fürsten, das Heil und Ruhe„des christl. Vslcks andächtig zu GOtt beten werden.
Es wurden auch diejenigen, welche auscr der Rö-mischen Kirche leben, besonders die Evangelischluthe-rstchen und Reformieren, obgleich nicht nahmentl.dennoch überhaupt zur Rückkehr in den Schoß derRömischcatholischen Kirchen in dieser Bulle eingela-den, und in folgenden Worten darzu ermähnet:
„lind wolteGOtt es uns verliehen wäre, damitwir„sehen möchten, daß diejenige zu der Einigkeit des„eathol,scher» Glaubens wieder zurük.kehrten, und
,chaß wir mit euch, ihr lieben Kinder, auch so viele„andere bey einander kommende umarmen möchten,„die vor Zeiten dcnsclbigcn Glauben und Umgang„mit uns gehabt, verlangst aber durch die List des
und denen er hinwiederum geschmeichelt hatte, m-ch,te wohl durch dergleichen Schmeicheleien, oder auchwohl nur höfliche Ausdrükungen zu den Traum ver«leitet worden seyn, nach welchem er sich vielleicht ein-gebildet, als ob er wegen des Abfalls solcher Pro«testantischen Gelehrten und dem «Übertritt andereraus unserer Kirche zur römischcatholischen,den Siegschon in Händen habe. Diesem Traum hatte ernicht nur dem Pabste entdecket, und in dem Koe.')angefühten Schreiben demselben versichert, daß diegelehrtesten ?rofcstore5 auf Protestantischen Univer,sitäten, durch seine Schriften von der Wahrheit dercathol. Religion schon überzeuget wären, auf welcheArt er denn ihn verleitet, die vorbcmeldeten Ermu«-tcrungö-Worte in seine Jubel Bulle mit einzurü»ken, welches dieser auch in der süssen Hofnung gethan,daß dieses Jubeljahr durch den Uebcrgang mancherProtestanten zur Päbstlichen Kirche besonders wür-de verherrlichet werden. Aber es ist ihnen beydenwie einem Träumenden ergangen, denn ,hr Anschlagist auf nichts hinausgelaufen.
Nach der vorherbemeldetenIndictionS« Bulle pu-blicirte auch der Pabst den 27. May 1749. die ge-wöhnliche Suspensions-Bull.', welche sich anfängt;
Luin nv! nuper rc. welche vcm Pabst 8ixk<r IV. ein-geführet werden, und bey allen dergleichen solennenRomischen Jubel und Ablaß Jahren von neuen wie-der, durch den jedesmahl zu der Zeit regierenden Pabst
„Teufels betrogen, und aus dem Hause dergütigsten pfleget publiciret zu werden. Der Haupt Inhalt sol-„Mutter entwichen, und bis heutigen Tag noch vor^cher SuspensionS-Bulle gehet dahin, daß alle und„weiten stehen, und ihre Ohren verstopfen, damit sie jede Arten des Ablasses, auch die ewigwährcndeVer.
„die Stimme derselben, die sie so liebreich zu ihrem„Schoos wieder einladet, nicht hören rc.
Zu welcher Ermahnung dem heil. Vater PabstederHr. Cardinal Quirini vornehm!. Gelegenheit sollgegeben, und den Pabst erinnert haben, in die Ju-bel, Bulle zugleich eine Ermahnung an die von derRömischcatholischen Kirche durch die evangelische Re-formation abgesonderte mit cinflicsen zu lassen, und
gebung der Sünden und alle Vergünstigungen zu ab-solviren, wenn sie irgend, und auf einige Art undWeise verliehen worden, auf eine Zeitlang aufgeho-ben und vor ungiltig erkläret worden, x) so daß sieniemanden im währenden Jubeljahr helfen und zustatten kommen sollen. Diese E uspension aber zieletnur dahin, dem Jubel Ablaß dadurch desto mehr An«sehen beyzulegen und ihn desto nothwendiger zu ma-
dicsclben bey dieser feyerlichen Gelegenheit zur Rück-!chen, weil er sonst bey der Menge der römischen Iu-kehr in den SchooS der Römischcakholischcn Kirche beljahre verächtlich werden würde. Darauf schriebernstl. zu ermähnen, welchen Einfall des Hrn. Ear-!cr Lpistylam enc^clicam, welche sich anfängt: Apotic»-dinalö Quirini der Pabst auch besonders wohl auf-jlica Oonliiniticr elc. an alle Patriarchen, Ertzbtschöfse
genommen, vor heilig angesehen, und ihm davor herzlich gedanckct haben soll, daß er solchen Einfall Ih-ro Päbstl. Heiligkeit an die Hand gegeben habe.*) Der Hr. Cardinal selbst aber, welchem von man,chen Gelehrten unter den Protestanten, in ihremmit ihm geführten Briefwechsel, und bey seiner Rei-se nach Teutschland zicml. war geschmeichelt worden,
und Bischöffe von der Zubereitung zum allgemeine»»Jubeljahr unter den 26. Iun. >749.
Hierauf gab der Pabst ferner aucd noch den 2f.Nov. 1749. eine dritte Bulle an die Beichtvaterheraus, welche sich anfängt: Lonuoc-ris, crc. darin-nen er ihnen dw im Jubeljahr zu gebrauchende Macht
und
x) Ma-, K btt hiei-auS, wie liederlich man in der Römisch-*) Sieh. (Zulrini Lpilk. -i6 veneäik. XIV. von », April'cathe'nchen Kirche Mit der Ver gebung der Sünden kiele,I74V. und M. LeckerS chcsls-. Lü^r-Saal D I. p. und die,'eiln, »ach eigenen Bel.eden und L-orrhcile bald vorzo.. bald vor ungiltiZ erkläre.