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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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IV Fortsetzung von 1746. bis 1750.

erten grofcn Jubel und Ablaß-Feste besonders merk-würdiges vorgefallen, wobey wir aber die andern qe-wönlichcn Zeremonien übergehen, weil solche schon inandern Schriften und bey vorhergehenden der-gleichen Jubelfesten vielfältig beschrieben worden.Was aber iiisbesondcrcdle GeschichtedcöjetzigenIu-belfestes anbelanget;

So war es eben das Fest der Himmelfahrt Chri-st, 1749. an welchen öcncäxttu; XsV. seine Iubcl-di.tle publicirte. C'r begab sich mit vielen Präla-ten in den Pallast des VaticanS, und nachdem er

- Capuciner, inqleichen der Pater Carl s>l)!lippvon Mcyland Buöprcdigten in der Kirche gehalten.Ler Pabst mcynetr auch dadurch ein besonderes Sr-cmpel der Andacht zu geben, indem seine Heiligkeitdie sogenannte heilige Stiege auf den Knien hinaufstieg. Er machte auserdem grose Anstalten, liesviel Kirchen und geistliche Gebäude ausbessern , uiidprächtig schmücken, die genannte Colossccnauszicrcn,die Gemählde der Pabste in der S- Paulotirchcdurch einen künstlichen Ä?iahler erneuern, und die-selben bis auf fetzige Zeiten fortsetzen, wendete auchin der 8. PrccrSkirche Capellc gehalten, las der!sonst grose Hosten an, damit ein,Hauptzweck despabstlichc Hausprälat und CanonwuS zu 8. Peter, Jubiläi, nemlich die Augenlust der Fremde», da-Hr. Iol'. Ca l Bofchi die Bulle auf einen präch- durch möchte erreichet werden. Zur Bequemlichkeittigcn Pulpet in lateinischer Sprache ab. Trcm- des Fleisches ließ er auch eine öffcntlnk>e Tore derpeten und Pauken liefen sich dabey hören, und dlc!Vi6fuaIu.n, undanderezurtelbcsNahrungu.Noth-Schwcitzcrgarde löscte ihr Gewehr. Die päbstlichen> durft gehörigen Sachen publiciren, bannt die frem-CursoreS, da ste die Butlc an den Scliwibbögen der!den Gäste von den Wirthen nicht möchten übcrrheu«(,'lallcric bey der S- Peters Kirche angeschlagen,srel werden, und dergleichen Anordnungen machtebegaben sich zu Pferd mit dieser Bulle, die einer er noch mehrere.

an einen rothen seidenen Bande in der rechten Handtrug, und mit Tambours und Trompeten, nachder Hauptkirche zu S-Paul. Daselbst wurden sie von

Den 24. Deccmb 1749. da mitdem he,l.Abenddes WeichnachtscsteS die Solen,»täten dieses grasen)ubcl-und Ablaßfestes zu Rom angiengcn, und

dem Abt und den Benedictinern empfangen, gien^drr Bischof kNcr.rni Tages vorher das Wkyhwusicrgc» in die K'rche, die Geistliche setzten sich an ihre a^k, 1 >.rrircc hatte, geschahe die Srcsnung dcr so gc-Stellen, und einer las die Bulle abermahlöauf ei- nannten he.l. Pforte. Der Pabst erhub sich ni't

nem Pulpet ab, worauf s»c sich nach vrn andernHauptkirchcn begaben.

Den rz Iul. 1749. wurden die z Mißicnenan-gefangen, »nd dem P. Lconhurd waren dabeynachdrückliche Bus - Predigten aufgetragen. JedeMißion daurcte 14. Tage, und die erste wurde auf.dem Platz ^(.rcona; die andere auf dem PlatzCl^pcjbcra, die dritte auf den, Platz Celotinuverrichtet. Vormittaqs wurde Catcchisationgohal.ten, und nachmittags bestieg der BuSprcGgrr dieCanzcl. Dreymal wohnte der Pabst selbst der erstenM'ßion bey, ertheilte selbst die Dcnediction am

seiner Hofhaltung nach dem Vatwan, und in tueSirrinische Capelle, woselbst Z2. Cerdmälc undaridere Ertz-und Bischöfse versan.let waren, legreseinen Habit mit dem Chorhemde der Stola, Meß-gewand »ind Inful an, verrichtete vor dem Sakra-ment seine Andacht, stimte das Vcni (^rcalvr an,und ließ fich aus scmrm Tragsessrl zu dem Obelilcc»mitten auf dem S. Petersplatze tragen, setzte sichnach diesem auf seinen L Stufen hohen Thron alsder Skuhlfvlaer Pein, nnd hatte die Cardinale zubcuden Seiten. Hier war der Pabst in seinemPrachte zu sehen. Denn der Thron, das Portal

ersten und fünften Tage, und blieb so lange big der Kirche, auch die ganze Kirche inncwcndig wa-sch der Pater Lecmlinrd, mit einem Strick um rcn mit Gold und Silber, Samt und Seite aufden Hals und einer Dornenkrone auf dem Haupte, das prächtigste ausgeschmücket. Cr gieng alsdeuns) zu geiseln l>) ansteng. Nebst dem haben auch zur heil. Pforte, die Cardinal Diaconi begleiteten

ihn, der Cardinal B'es -'Z i reichte ihm den gülde-nen Hammer, und nachdem er mit gewöhnlichen

,) Gleich als wenn er ein solches Leiden auszustehenhätte, alS wie unser Heyland ehemahls m seiner Dornen-

krone'auszustehen gehabt. ES ist dieser Pater keonhard Zeremonien ; Schläge qerhan, sich w.edcr auf den6el karro IN der Nacht vom rasten bis !7sten Nov. I 7 ^r.. Thron qcsetzes, etliche Gebete herqefagt, und die

Mäurer die Mauer umgerissen hatten, begab stchderPabst mit der ganzen Gefolge nacl» der heiligen Pfor-te, stimmte kniend auf der Schwelle mit dem Crcuz

zu ^om verstorben, nachdem tr nur TaqS zuvor daselbstanaelangeNvar Er hat sich durchsein» klitiioner berühmtgemacht, und ist von dem Pabst hochgehalten wordenb) O ! welch ein selbst erivehltcr, menschlicher, nichts- . . ^

würdiger und dein grostn GQtl ohne allen Zweifel höchst m der rechten, und mit dSr brennenden Kerze in derwchfäliiger, scheinheiliger und belrügücher Gottesdienst, lincken Hand das l> ldeum an, und darauf,welches auch-von dem hinauf klettern des heil. Lacer Pab- h^tx man Trommeln, Pauken , Gewehr, Ca-stes auf^de,, ^.en, wie cr aus solche Art d.e genannte ^ ^ Glocken in der Stadt. In, größer

heilige Stute, ohne ziocifel lang,am genug, abgemessm"""*" """ v». -»

hat, zu versichen ist. ! . Andacht