1552
IV. Fortsetzung von 1746. bis 1750.
PilgrimSklcidern zu Rom an, und wurden indemDreyfaitigkeikS Hospital kostbar bewirthet, davorsie auch 100. rsequinen zurücke liefen. Zu demvornehmen Pilgrimmen gehörte auch der Marcheseü^abuccini, der zu Anfang des Septcmbr. 1750.in Pilgrimshabit von Fano anlangte.
Den 24. Decemb. 1750. als am Vorabend desChristfesis, verrichtete der Pabst selbst »ach der vonihm gehaltenen Vesper die feyerliche Schliesnngdcrheil. Pforte zu S. Peter unter Länlnng aller Glo-cken in der ganzen Stadt. ZuglcicherZeicgeschahe sol-ches bey den übrigenKirchen zu S Johann inr Late-ran von dem Kardinal Lorstnr, zu St. MariaMarzyiore von dem Cardinal Hieron. Lolonna, und zu St. Paul war der Cardinal7>uffo Decanu; des Cardinals-O'llcgii darzu vomPabste bestimmet, wegen seines hohen Alters aberverrichtete es an' seiner statt der Cardinal Laraffa,und dieser machte auch bey solcher seiner Verrichtung
diesem hat es zwar geheisen, daß er vieles Geld auf-zunehmen gcnöthiget worden, von der milde» Gütedes PabsteS aber hat man erstlich am Ende desJahrs 17; l. gemeldet, daß er demselben eine An-weisung von isvo. Scud, gegeben, welche von demneuen Pachter der Lotterie bey jeder Ziehung bezah-let werden selten. Doch um diese uncrforschltche poli-tische päbstische Geheimnisse wollen wir l«ns eben nichtweiter bekümmern.
Weil aber das Römische Jubeljahr bekanntermasen in einem Jahre kein Ende nimmt, sondernallezeit auch noch ein Nachjubiläum pfleget gehaltenzu werden, um auch denen einen kleinen Gefallen zuerweisen, welche an dem eigentlichen und groscn Ju-belfeste keinen Theil nehmen können; so hat auch derPabst dergleichen Nachjubiläum bey dem letztverflos-sencn grasen Jubelfeste verordnet, und man hat imJahre 1751. unzchlig vieles aus allerley Orten da-. von erfahren, und wahrgenommen, daß es zu un-ansehnliche Präsente; Denn dem Capitain der Wa-jterschiedlichen Zeiten hier und da angestellet worden,chc reichere er ein vortrcflich gearbeitetes und mit der.Denn so wurde z-E. zu solchem Nachjubiläo den 14besten Chocolade angefülltes silbernes Becken, den Merz 175 r. zu'Ari. jpnrg, den 18. April zu Brcs«beyden folgenden Officicren jedem Zo Rthb inglei-Ilau, an eben diesem Tage zu Prag, ingleichcn zu
chen ließ er den Soldaten go. Rthl. und dcrSchwci-Iwrgarde auch zo. Rthl. reichen, wobey vor jedemMann eine silberne Münze sich befand, auf dereneiner Seite das Wappen jSr. Eminenz, und auf derandern Seite die Aufschrift mit der Iahrzahl, wenndiese Pforte von ihm geschlossen worden, zu sehenwar.
Im übrigen hat Kene.lilAu; X V. noch ein über-flüßiges bey diesem jetzigen Jubelfest gethan, dennohnerachtct nun alles vollendet war, so verlängerteer doch die Zeit des Jubiläi noch bis aufden 28-Dcc.
1750, damit diejenigen, die den Ablaß ncchnicht gc-wonncn, solches mitlerweile noch thun tönten. UnddcescS hat man also als eine neue und auserordcntli-che Vermehrung dieses Jubelfestes anzusehen-
Von dcrRechnungderpabstlichcnSchatzk.läßt sichswohl nicht urtheilen. Wenn die Menge derFremden sounzehlich gewesen, so kan man leicht daraus schliefen,daß auch die Summen Geldes, die man nach Romgebracht, unbeschreiblich müssen gewesen seyn. Manmeldete damals in den öffentlichen Zeitungen aus-drücklich, daß die Einnahme zu Rom von den P>l-grünen gnermeßliche Summen ausmache, und obwol die Summen des päbstlichcn Aufwands eben-falls vor unermeßlich geachtet worden, so ist dochkein Zweifel, daß in der Einnahme nach Abzng derAusgabe ein guter Ueberschuß wird geblieben seyn.
Denn die Andacht der Reichen hat doch wohl ihren
stärksten Einfluß in die Schätze des PabstS gehabt, ^ Welche Bulle lateiniick» und nach einer rcutschcn Ueber-die me'sten kosten aber in Anjehnng der Armen hat >,<,»; eingerückt ist in den Weimar. AÜi» Uiltvr.
der große Dreyfaltigkeitö Spital getragen, und von ^cciell , 1 . XV. p.
Brunn, den 2g. April zu Lmz, im Mai, zu Passau,den i.Iun. zu Sorasbrng: den 6. Jun. zu Re-genspur I u. s. w. der Anfang gemacht, und an allenOrten dauretc es6. Dionatchindurch.
Da wir nun von dem ersten großen Jubelfesteder Römischenkirche wenigstens das allernöthigste ge-meldet haben, somnsscn wir doch auch wohl noch vondiesem Nachjubiläo, um des 'Zusammenhangs wil-len etwas weniges gedenken, obgleich solche Abhand-lung eigentlich in die folgende fünfte Fortsetzungdieser Kirchen-Historie von 1751. bis 1755. ge-höret.
Der Pabst machte dieses Nachjubiläum durcheine besondere lateinische Bulle ä) bekannt, welche sichanfängt: venccliöku, Dcu;, Pater blilcricorcharumäcc. und zu Rom bey S. Maria Major 1750 den2s. Tee. im Uten Jahre der Regierung des jetzigenPabsteS datirt, und gleichfals von dem Cardinalpalsionci unterschrieben ist, der vornehmste Inhaltdieser Bulle zu einem Nachjubiläo gieng dahin:„Daß alle und jede beyderley Geschlechts, in was vor„einem Theile der Welt sich solche befinden, in der„Gnad, und Gehorsam des Apostolischen Stubls„verharrendc Christglaubige, (auch die, so vielleicht„verflossenes Iahr nachcr Rem sich begeben, alldor-„len, oder auch andernerts auf einigerleyWeis, das
„von