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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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m. Eap. vom Kirchenregimente.

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Die Römischgestnnke pflegen auch vor einen gro-sei, Wachsthum ihrer Religion zu halten, wenn an-dere Religionsvenvandten zu ihnen übertreten, undmachen insgemein hieraus viel Wesens. Daheroführen wir einige derer merkwürdigsten Exempelvon hohen und geringern Personen, welche sich zuneuern Zeiten von der evangelischlutherischen Re-ligion, oder aus dem Heydenthume zu ihrer Reli-gion gewendet haben, auch allhier an, und bedaurenfreylich mit Rechte wegen der Übeln Folgenden Ab-fall hoher Standespersonen; den Abfall aber einigerPrivatpersonen lassen wir uns eben nicht sonderlichzu Herzet gehen, weil unsere Kirche den Verlustsolcher leichtsinnigen und eitelgesinnetcn Gemüthe-gar leicht verschmerzen, und die von hnen zu erwar-tenden eingebildeten sonderbaren Vortheile der rö,Mlschcatholischcn Kirche gar wohl überlassen kan.

Von Religionsveränderuiigen.

Es geschahe also i) die Abtretung Ihro Fürstl.Durchl. Hrn. Friedrichs, Pfalzgrafens beyRhein rc.1746. durä, welchen Abtritt eben der Pak. See-dorf veranlasset worden, eine besondere Schrift un-ter folgenden gar ruhmredigen und prahlerischenTitel heraus zu geben. Sendschreiben über diestrittigen (Alaubensfragen: worinnen die für-nehmsten Bewegursachen enthalten; kraft deren derDurchlauchtigste Fürst und Herr, Herr FriedrichPfalzgraf bey Rhein, Herzog in Bayern, Graf zuVeldenz rc. entschlossen, mit der heiligen , katholi-schen, apostolischen, römischen Kirche, sich wieder zuvereinigen. - Von einem Priester der GesellschaftJesu 0) aus dem französischen in das teutsche über«seizet. Mit Geneymhalrung der Obern. Mann-hei n gedr. in der Churfürst!. Vttchdruckercy, 'undverlegt von dlicol. kicri-on, Churpfalzischer Eauurrer-Fouricr 1748- i Alph. ,8-Bogen in 8- p)

Vorbemeldetcn Durchlauchtigsten Fürsten hatnun vornehm!, der Pater Gecdorf zur Annehmungdes römischen Glaubens bewogen. Er hat mit ge-dachten Hrn. Pfaljgrafen zuerst mündliche Unterre-dung, g) wie er in der Vorrede zu seinen Send-

Welches eben der Jesuit Francisc. Servers ist, IhroChurfürst!. Durchl- zu Pfalz Beichtvater.

p) S- von diesen i-. Sendschreiben mit mchrcrn M. Be-ckers theolog. Bücher.Saal D.i. p.44»- 46». auch p.558-5^z. Und p.66»-S8§. und D- Keafts neue theol. Bibkioth.

y. »;6-170. die Beantwortung solcher Sendschreibendurch den Hm. Canzlcr Pfaff in Tübingen, und durch ei-nes ?ieusoii)'ini, der sich lk.selinm genannt, sei-ne haben wir schon oben unter dem tl. §.

und in der Note I) zu solchen, §. angeführet.

. g) Er wird hoffentlich in solcher mündlichen Unterredungsich stärkere Bewcistgrüiide als in seinem Sendschreibenbedienet habe»,, dem, sonst hatten wir Ursach zu zweifeln,baß so schwache Mittel und so schlechte Gründe eine» so

schreiben meldet, über die gesamte Artickcl des rö-mischcatholischen Glaubensbekentnisses gepflogen;hernach hat er seine Waare in Sendschreiben anzu-preisen gesucht. Er sagt ferner in seiner Vorrede:Dieser gross Fürst habe sich mit ganz besondernFleisse begeben, den wahren Verstand der göttli-chen Schrift zu untersuchen, und nach vielfältigstgemachten Anmerkungen; nach einer reifen und mitauserstem Ernste vorgenommenen Untersuchung von6 ganzen Monaten, habe er sich endlich der erkann-ten Wahrheit groSmükhig übergeben. In dem er-sten seiner Sendschreiben gedenket er der Gelegen-heit, welche ihm die Religionsveränderung vorge-dachten FürstenS zu seinen Sendschreiben gegeben,wobey er seine Leser bereden will, daß solcher Fürstaufsein Dringen, und auf Vorhaltung der Noth-wendigkeit ein Catholik zu seyn, sich also habe ver-nehmen lassen: „Pater, ich krage kein Bedenken über„diesen Punct die wahre Gesinnung meines Herzensi,ganz aufrichtig zü erofnen. Eu. Ehrwürd. kennen„schon allbereit den aufmerksamen Respect, welchen„ich fürIhrvChurfürftl. Durchl.Durchl. (zu Pfalz)„wie nicht weniger die zarte Neigung, so ich gegen„die Durchl. Frau Prinzeßin von Gulzbach tra«„ge; bey den, allem doch erkläre ich'ein für alle«„mal; daß keine Staatsabsicht noch sonst einiges„Bedenken, so etwann Eigennutz, Lieb, oder eine„wiewohl enge Verbündnis r) eingeben könnten,„über mein Herz iemalcn auch nur den mindesten„Eindruck machen werden, wo es um die Religion„zu thun seyn wird rc.

Es führet auch der Pat. Geedors am Ende sei-nes ^ten Sendschreibens p. 408. tss- ein Verzeich-nis von Kayserinnen, königlichen, churfürstlichcnund fürstlichen Personen bey, welche aus der Be-wegungs-Ursache, weil sie endlich gemcrkct, daßsie von der cvangelischlutherischen Kirchen in denen,ihnen beygebrachten Glaubenslehren, „ach seinerbescheidenen Schreibart, waren betrogen worden.Zuletzt in diesem Sendschreiben p. 451. erinnert derHr. Jesuit, die Lutheraner selten ihm ja kein an-der Verzeichnis von denen, die aus der römischca-tholischen Kirche lutherisch werden, entgegensetzen,da ihre Politici den Grundsatz hätten : man müsse inder Religion seiner Vater 8) leben und sterben, und essey eine Schande, dieselbe zu andern.

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zrostn Erfolg und eine so wichtige Religionsveränderung-ättcn bewirken kämm,- . .

r) Nehm!.' mit denen Churfürst!, und der romischrhcl.lUgetbancn Häusern von t er Pfalz und Bayern.

8 Der Herr Jesuit verstehet aber mcht recht, m was>or Verstände die Lutheraner ihre Religion vornehmlich

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