!V. Fortsetzung von 1746. bis 1750.
r948
angemerket haben, alles übrige sich dem WorteGOttcs gemäß befindet, und auch das, was derGeist GOttcS durch das Wort der Wahrheit beydergleichen mit einschlagenden menschlichen Schwach-heiten wirket, Verehrungswerth ist und bleibet. Ue-brigens hat es zeither auch nicht an solchen Büchern,Vorschlagen, Anstalten und Verordnungen gefeh-let, womit man dem verfallenen Christenthum auf-zuhelfen gesucht, in deren Erzehlung wir uns abernicht einlassen können, zumal da einiges hiervonschon im zweyten und dritten Capitel erwähnetworden.
Das VII. Capirel,
Von den Nebensachen.
i.
Worauf hat man bey diesem Capitelzu sehen?
Auf drcyerlcy
1) Auf ven Zustand des Jndenrhums,
2) Auf den Zustand des Heidenthnms,
z) Auf einige andere vermischte Nebcnsa-chen.
H.
Was ist von dem Zustand des Iudenthumsanzumerken?
Von den Bemühungen, die man angewendet,das Christenthum unter den Juden auszubreiten,ist oben geredet worden. Hier haben wir nur aufdasjenige zu sehen, was den Zustand der heutigenJuden an sich selbst betrift, dahin theils ihre vcr-schiedene Secten, ihr Gottesdienst, ihre Glaubens-artikel und Lehrsätze, und ihre Lebensart, theilsauch die Veränderungen, die sich neuerlich unterihnen ereignet, nebst andern merkwürdigen Umstan-den, gerechnet werden müssen. Wir werden von demallen verschiedenes besonderes beybringen können,müssen aber vorher einiger Schriften gedenken, diezur Erläuterung der jüdischen Geschichte dienen.
Die Historie der Ariden jjz zeither durch den Fleißverschiedener Gelehrten in mehrerer Licht gcsetzctworden. Der berühmte Freyherr Ludwig vonHolbet'g hat eine Jüdische Geschichte von Er-schaffuiig der Welr vis auf gegenwärtige Zei-ten, in dänischer Sprache ans Licht gestellt, welchevon Hrern Georg August Dechardiugeu insDeutsche übersetzet, und in 2. Theilen zn MonaI74V. in 4. gedruckt worden. Der erste Theilfangt von der Schöpfung der Welt an, und gehtbis auf die Zeiten JonachanS und Simons. Derandere macht den Anfang von der Regierung des
Johannes Hyrkanue, beschreibt alsdenn die Ge-schichte Herodis, den Zustand der Jüden unter denKaysern, die Zerstörung Jerusalems und ihren Zu-stand bis auf ihre letzte Zerstreuung unter dem Kay-scr Hadrianus : er handelt ferner von ihren Schrif-ten, Orden, Lehren und Meinungen, von ihrenSchicksalen bis auf die grosse Verfolgung in Spa-nien, und endlich bis auf unsre Zeiten, in welchemallen denn viel merkwürdiges enthalten ist. a)
Nebst dem hat Hr. Johann Christoph Ge-org Dodenjcharz, Pfarrer zu Uttrnreulh »n Bay-reuthischen, ein wichtiges Werk, unter dem Titel:Lirchiche Verfassung der heurigen Juden,sonderlich derer in Deutschland, mit Kupfernund einer Vorrede Hrn. v. Casp. Jacob <>urho,Profess. Theolog, zu Erlangen, in zween Bändenin 4. herausgegeben, davon der erstere 1748- undder andere 1749. zu Erlangen hervortrat. DaSganze Werk ist in IV. Haupttheile geiheilet. Indem erste» ist eine Geschichte von dem Ursprün-ge und den Schicksalen der Juden zu lesen,wobey zugleich von den Betrügern, d,e sich für denMcßiaS ausgegeben, und von dem jetzigen Aufent-halt der Jüden in mancherley Reichen, sonderlichaber von den Orten in Deutschland wo sie wohnen,und wie rö daselbst um sie stehet, Nachricht gegebenwird. Wiewohl von denen neuesten Veränderun-gen, die sich in diesem Jahrhunderte unter ihnenzugetragen, wenig angeführt wird. Der zwepreHaupttheil leget dem Leser das Rirchenwesenund den ganzen Gottesdienst d.r heurigen,sonderlich deutschen Juden, vor Augen. Derdritte beschreibet derselben vornehmste Glaubens-arrickel und Lehrsätze; und der vrcrre begreiftendlich die übrigen Gebräuche und besondereLebensart der heurigen Jüden. Hiezu ist nechein doppelter Anhang gekommen. Der erste zbe-stehet aus den 61z. Gebothen der Jüden, welcheuns sowohl in ihrer Sprache, als auch deutschvorgeleget werden. Der zweyte beschreibet ncchden sogtnantcn Gabbarhsluß b)
Nichtwenigcr haben auch die berühmtenVerfasser der allgemeinen VOelrbistorie, die un.ter Hrn. v. Baumgarrens Aufsicht zu Halle insDeutsche übersetzt und von ihm mit vielen Anmer-kungen vermehret wird, im achten und nenntenTheile, wovon die deutsche Übersetzung Anns1749. und 1750. anö Licht getreten, die Historie
der
a) billcr. eccleii l'.XIII. IN der Vorrede p s.
b) Rraf» theologische Tiblicchck 1°. M. p. 867. Igq.V V. x>. -. 1<zg.