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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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VII. Cap. von den Nebensachen.

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seyn lehreten: so hak man zwar nicht so schlechter, kenne, auch so gar alle ihre Gedanken, wie gesagt

dingü zuzufahren, und alle Judeneide ohne Unter,schied zu verwerfen; man kan aber bey so vielenSchlupfwinkeln, die ihnen noch überall übrig sind,auch keinen sonderlichen Staat darauf machen. 3)Was ihre Lehre anlanget, so nehmen sie noch

wird Ps. XXXlll, I s. Er lenket' ihnen allen dasHerz, er merket auf alle ihre Werke. 11) Daßder Schöpfer das Gute vergelte demjenigen,der seine Gebothe hält, denjenigen aber straft, dersie übertritt. »2) Die Ankunft des Meßias, und

heutiges Tages neben der Bibel Alt. Test. den Tal- ob er gleich verziehet, so hoffe ich doch so lange aufrnud als ein göttliches Buch an, und ist eben dieses ihn, bis er kömmt. >z) Daß die Todten wiedereines der vornemsten Unterscheidungsstücke, wo-lebendig werden, zu der Zeit, wenn es des Schö

durch sie sich von den Bavairen, die blos die Bibelfür die Richtschnur des Glaubens erkennen, abson-dern. Sie haben Glaubensartikel und Lehrsä-tze, welche von einander wohl zu unterscheiden sind.Glaubensartikel heiffen bey ihnen solche Satze,welche ein jeder Jude nothwendig wissen muß,wenner auch sonst nicht das geringste gelcrnet hatte.Wer diese weis, und daran glaubet, erlanget nachihrer Meinung das zukünftige Leben. Der bekanteR. dNaimon hat zuerst den jüdischen Glauben indreyzehn Artickel abgefaßt. Ein jeder fängt so an:Ich glauben; r einen,vollkommenen Glauben;und der übrige Inhalt derselben ist so kurz, daß wirihn mit Auslassung letzt gedachter Formel hersetzenkönnen. 1) Daß der Schöpfer (GOtt,) dessenName gcbenedeyet sey, ein Regierer und Schöpfer

pfers Wille seyn wird, dessen Name hschgelobetsey, und dessen Gedächtnis in alle Ewigkeit soll er»haben werden.

Die Lehrsätze sind eigentlich die IsieoloZiascrozmaricL der Juden, und gehören nur für dieGelehrten, oder, wie sie sprechen, hochstudirten.Man kan sie unter folgende Capitel bringen. I.VonGDtt. Sie vermischen hier die wahre Erkent-n>S GOttes mit sehr groben Jrthümern. ll.Voudem heiligen Geist. Die alten Juden erkantendenselben für eine göttliche Person; die neuern aberverstehen insgemein nur eine gewisse Gattung derProphezeiung darunter. II l. Vorn Paradiesund ewigem Leben. Sie setzen ein oberes Pa-radies und ein unteres: in ein jedes aber siebenWohnungen, und in eine jede von diesen sieben

allcrCreaturen sey,daß er allein alles gemacht habe,ma-!Haufen der vollendeten Gerechten. Das höchste

che, und machen werde. 2) Daß der Schöpfer, dessenName hochgelebet sey, einig sey im einigen Wesen,welcher nichts ausser sich hat, das ihm gänzlich gleichsey, und daß dieser unser GOtt gewesen sey, nochsey, und seyn werde. g)Daß dieser Schöpfer,dessenName hochgelobet sey, kein körperlich Wesen sey,noch auf einige Weise ein begreiflich körperlich We-sen genannt werden könne, und daß nichts ausserihm zu finden, welches ihm gleich sey. 4) Daß die

Vergnügen, dazu die AuSerwehlten gelangen, sollin einer grossen fürtreflichen Mahlzeit bestehen, da-von sie auch schon die Gerichte angeben. IV.Vonder Hölle und dem Fegefeuer. DieHölle wird beyihnen ebenfals in die obere und untere abgetheilet,und ist sechzigmal grösser, als das Paradies. Man-che scheinen von einem Fegfcuer zu reden, darinndie Gerechten gesäubert würden; doch gehet ihreMeinung meistens eigentlich nur dahin, daß die

fer Schöpfer, dessen Name hochgelobet, sey der Er- Hölle ein Reinigungsfeuer, und also daraus entwe-stc und Lezte. 5) Daß dieser Schöpfer, dessen Na- der für alle Gottlose, oder doch für viele, eine Er-

me gebenedeyet sey, alleine, und niemand ausser ihm,anzubeten sey. 6) Daß die Reden der ProphetenWahrheit sind. 7) Daß die Weissagung Mosisunsers Lehrers, der in Frieden ruhet, wahr sey,und daß er der Vater aller Weisen, sowohl de-rer, welche vor ihm gewesen, als auch derer, welche

rettung zu hoffen sey. Insonderheit soll die Er-lösung aus der Hölle durch das sogenante Xsääisili-Gebethlein geschehen. V. Don; Tode und demEngel des Todes. Sie nehmen zweene Engeldes Todes an; einen heiligen, namens Gabriel,und einen gottlosen, namens Scrmmael, welcher

nach ihm kommen sind. 8) Daß das ganze Gesetz,'vorzüglich der Engel des Todes genannt wird.welches heutiges Tages in unsern Händen ist, dem Der lezte habe über die Jsracliten keine Gewalt.Most, unserm Lehrmeister, der in Frieden ruhet, sey,Nach dem Tode stehen dem Menschen sieben Gerichteübergeben worden. 9) Daß dieses Gesetz niemals bevor. Die Todten führen im Grabe mit einanderwerde verändert, auch in Ewigkeit kein ander Ge- Gespräche, u. d. m. Vl. Von Auferstehung dersetz von dem Schöpfer, dessen Name hochgelebet Todten Wie sie diese Lehre ausdrücklich, als ei-sry, gegeben werde. i o) Daß der Schöpfer, dessen neu ihrer vornemsten Glaubensartickel, behaupten:

Name hochgelebet, alle Werke der Menschen cr-

^a) Lovensiliatzens kirchliche Vcrfassuvg der heutigenJudest 1 om.l. ksrr.U.p. z;?. 5 gg. und

also haben sie wegen der Zeit, wenn solche ergehenwerde, von dem, wer sie erwecken solle, u. d. m al-lerhand