1952
IV. Fortsetzung von 1746. bis 1750.
lerhand wunderliche Einfälle. Bald glaubcn sieauch nur eine Auferstehung der Israeliten, bald allerFrommen in der Welt, bald nur der gerechtenIsraeliten, oder der Gelehrten allein. Einhellig«der lehren sie, daß die Auferstehung im gelobtenLande vor sich gehen werde. VII. Von dem jung«sten töerichre. Sie glaubcn überhaupt ein^drey-saches Gerichte, das über die Menschen ergehet.Eins jährlich auf den Neuenjahrstag, darin« be-schlossen wird, welche den Landplagen übergebenwerden, oder Ruhr und Gutes geniesen sollen. Daöandere ist das besondere Gericht, welches über dieSeelen ergehet, sobald sie vom Leibe geschieden sind.Das dritte ist das allgemeine Weltgerichte nachAuferstehung der Todten. Und dieses behaupten sieeinhellig mit vielen Umständen und Einfällen. VIll.Von den Seelen der Menschen überhaupt,und der Juden insbesondere. Sie lehren diePräexistenz derselben, die Seelenwanderung, wiedenn GOlt, ihrer Meinung nach, überhaupt nursechshunderrrausend Iudenseelen erschaffen ha»bcn sott, nicht nur von einem menschlichen Leibe inden andern,sondern auch in die Leiber der Thiere,/« inleblose Geschöpfe, und hundert seltsame Dinge mehr.IX. Von den guten Engeln. Sie nehmen zeh-nerlei) Gattungen derselben an. Ein jedes Dingin der Welt hat seinen besondern Engel; als wel-che auch die himmlischen Kugeln, oder sogenanten8pbsrra; bewegen, und insonderheit Vorbitter derMenschen bey GOtt sind. X.Von den bösen En-geln oder Teufeln. Wie die Juden von dem Ur-sprung derselben sehr abgeschmeckte und mannigfal-tige Meinungen hegen, also träumen sie von demAufenthalt und Geschäften derselben noch mehr.Die Regeln, welche sie geben, wie man sich gegendie so geschäftigen Teufel verhalten solle, kommendarauf an: 1) Es solle niemand alleine gehen, we-der bey Tag, noch bey Nacht, an einen solchenOrt, wo keine Menschen gefunden werden, oderauch, wenn der Mond ab und zunehme. 2) Sol-le man niemanden bey Nacht grüssen. z) Solleman bey Nacht nicht alleine in einem Hause schla-fen. 4) Ehe man zur Frau gehe, solle man erst mitihr reden, weil gar leicht an deren Platz eine Teufe-lin seyn könte.
sie annehmen, und von dein noch zukünftigen Rei-che des .Vcßias ist bekant. Von den icjtern ma-chen sie sich eitel irdische und fleischliche Begriffe,z E- Die Menschen würden etliche hundert Jahreleben, von einer ungeheuren Grosse, bis zu zweyhundert Ellen lang, und der Erdboden, insonder-heit das gelobte Land, erstaunlich fruchtbar seyn,u. d. m. Den Gottlosen, welche die Israeliten ge-plaget, sollen, zur Zeit ihres Meßias, Zähne vonungeheurer Grösse aus den Mäulern hervor wach,sen, rc. 3)
Mit ihrer Lehre vom Meßia sind auch sonst nochviele andere alberne Fabeln und Traume verknüpfet.Sie geben unter andern vor, die 2 B. Kön.XVII, 6 .erwähnten zehen Stämme Israel, wären noch ietzoin dem äuserstcn Lande gegen Morgen hinter demGebürge CaucasuS vorhanden , hätten ihren Königaus den» Hause David, und lebten in den glücklichstenUmständen. Sie nennen sie wegen ihrer lebhaftenFarbe und der köstlichen Purpurkleidung, die sie alsein freyes Volk tragen dürften, die rothen Ju-den. b) Sie glauben, der Meßias werde sie zu sei-ner Zeit mit diesen versammlen, und in das gelob-te Land zurück bringen. Sie setzen hinzu, der Mes-sias befände sich schon jenseit des Sambathjon un-ter den rothen Iüden, und sey die Woche über miteisernen Ketten, am Sabbath aber nur mit einemschwachen Faden angebunden, welchen er doch nichtzerre,sie, noch über den Fluß Sambathjon gehe, da-mit er weder den Gehorsam breche, noch den Sab-bath entheilige, bis er alle Laster des jüdischen Volks,an seinem heiligen Le»be habe austoben lassen. DerFluß Sambathjon verhindere ietzo die Vereinigung:denn er tobe die ganze Woche über dermassen, daßniemand weder herüber, noch hinüber kommen kön-ne, indem die Wetten beständig Sterne um sich war»fen : blos am Sabbath sey er ganz stille, an dem sie
aber
a) Bodenschätzen-, kirchliche Verfassung der heutigeniIlidcn, 1.11. ?srr. III. p. 1 . tgg. » 4 -lga.
b) Die rothe Farbe ist bey den Juden ein Zcichen derFreyheit, wie auch der grösten Freudigkeit. Dir königlichenKinder haben dieses zum voraus gehabt, daß man sie an die-
. ^ . . ser Farbe von andern bat pflegen zu unterscheiden. Die
. , s ) Soll man frühmorgens die^uropäischcn und asiatischen Juden dürfen keine rothe LUei«
Hände waschen, weil der unreine Geist sich auf die. der tragen, weil sie noch m Trauer stehen, wegen des Tcm-Hände setzen soll. 6) Wenn man 5. v. von dem P<>S und der Stadt Jerusalem. Doch wird bisweilen.den
heimlichen Gemach gehet, soll man auch die Hände Z^uden und lüd.lchen Aerzten von den Landra^
vr ^ „ Europa und Asia, die Erlaubnis rothe Kleider zu kragen,
waschen rc. Xl. Von dem Meßt«, und ihrer gegcbm, allein ste-müssen dafür jährlich ein gewisse« Geld^erhoffenden Erlösung aus gegenwärtigen. der Synagoge zinftn. Die rothen Iüden hingegen,sagenUmständen, wie auch von dem noch zu er- sie, haben keine Gefangenschaft, keine Verwüstung auSge-bauenden dritten Tempel unter solchem Mes. fanden; daher kleiden sie sich in den schönsten Purpur,»,sia. Ihre Lehr. von dem doppelten Mßias, den^ "' 6. August. Geheimnisse derJudcn von dem Eambach-
sjon und den rothen Iüden, p.rr.