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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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Vlk. Cap. von den Nebensachen.

-ber nicht überfahren dürften. Nur zuweilen hat-ten einige die Erlaubnis erhalten, hinüber zu fahren,und den glücklichen Aufrand der rothen Juden mitanzusehen. Dieses wunderbare Was,er soll auch sei«ne Wirkung behalten, wenn man es in ein Glaßthut, und die Juden in Pohlcn, in der Türkey undPersien zeigen wirklich in ihren Synagogen zuwei-len eine Probe davon. Der Ort, wo solch geschöpf-tes Wasser verwahret wird, ist in der Synagoge beyder jade, darin« die Thorah, oder ; Bücher Mosiöliegen. Das Glaß ist mit einem durchsichtigen Git-ter, wodurch man des Wassers Bewegung sehen kan,umgeben, und an der Wand feste gemacht, mit derlleberschrift: Das Zeichen des Sabbaths,welchesder Schöpfer zwischen sich und den RindernIsrael aufgerichtet hat. Wenn es dem Volke ge«zeiget wird, so entblößet man cS nicht eher, als bis derSabbath eintreten soll. So bald aber der Chasan,oder jüdische Cantor den Gesang Lecha Dddhi, c)anfanget, ziehet er den Vorhang ab, da man dasWasser im Glase recht stark wallen stehet; das Glaßschwapt bald hin bald her, und das Wasser trecketeinigen rothen Sand und kleine Steinchen über sich.

ist. Den Schlüssel zu diesen Kasten pfleget, derChasan sonst selbst bey sich zu führen: gedachte!»lWalilch aber hat der oberste Rabbi bey der Ankunftdes Wunderwassers sogleich den Schlüssel abgefor-dert, und zugleich angedeutet, er, der oberste Rabbi,'müsse die heilige Schriften in dcsChafans Behält-nis eure Zeitlang selbst verwahren : Der Chasan sol-le, bey Abstngung des Liedes bccliab lloclbl, nur man«nigmahl an seinen Stand ein wenig anstosscn, da-mit die heiligen Schriften, welche der oberste Rab-bi verborgen, dadurch ihre Wirkungen thun mögten,dafür ward dem Chasan bey Ausgang eines jedenSabbaths eine gute Belohnung gegeben. Der ober-ste Rabbi hat ihn bey dem Namen des Allmächtigenbeschworen, daß er das anvertraute Geheimnis nie-manden offenbare, davon nichts Übels gedenke, son-dern die Ehre der jüdischen Religion dadurch zu be-fördern suche. Diese jüdische Bosheit hat nachge-hends gedachtem liVallich zur Ueberzeugung gcdie-net, daß der Meßias müsse gekommen sey». Hier-aus erkennet man den Betrug gar leicht, denn derChasan muß dem an der Wand hängenden undmit dem Wunderwasscr angefüllten Glase, vermit-

Dcn Sabbath über hingegen bleibt das Wasser un- telst eines Drats, welcher durch sein Pult gezogenbedeckt, ohne die geringste Bewegung stehen, bis ge- ist, eine Bewegung machen. 6)gen Abend, da es wiederum allmahlig zu wallen an-fangt, und in seiner vorigen Bewegung geht. Sindin der Synagoge Christen zugegen, so bleibet dieAci-gilng des Wassers zurück, damit, wie sie sagen, dasHeiligthum, durch Anschauen der Christen nicht ent-

Die Juden geben ferner vor, wenn Elias in dasWidderhorn stoscn würde, so würden sich alle Judengegen der Sonnen Aufgang wenden, und der Stim-me Eliä folgen. An dem grosen Ocean würde diegöttliche Allmacht zwo Brücken schlagen, eine von Ei-

kräftet werde, nach Anzeige des 147. Psalms v. so. st», und die andere von Papier. Ausdie eiserne wür-

Die wahre Ursache aber mag wohl seyn, damit derBetrug nicht entdecket werde. Hr.ChtistophlVal-»l'ch, ein bekehrter Jude, der vor wenig Jahren zuDresden gestorben, und sonstcn als Chasan oderVorsänger selbstcn dieses Wasser regieret, hat dieganze Sache entdecket, welche darauf ankommt:Der Tisch oder Pult, dafür der Kantor stehet, undsein Vorsängeramt verrichtet, hat gemeiniglich einezugeschlossene Verwahrung, wie irgend ein Tischkäst-gen: darinnen liegen des Chasans Bücher, bencbstandern Sachen, so er in der Synagoge benöthiget

c) Dieser Gesang, welcher gleichsam zwischen der jüdischenWoche und Sabbarhsheiligung eine Scheidung ausmachet,ist hergenommen ausdem Hohenliede Salon«. VII,12. weildie Juden sich einbilden, sie verloben sich mit dem Sabbathals ein Bräutigam mit seiner Braut. Sie geben dieserDerbiudling mancherley Namen, und hcissen sie die geistli-che Vermählung, Reinigung, Heiligung, rc. Ihre Znbe.reicmig hierzu bestehet, in allerley auserlicher Reinigung,als Baden, Waschen, Singen, Beten, schmücken mit schonenKleidern, niedlichem Essen und Trinken. Augusti l. c. x

?IU. Theil.

den sich die Heiden begeben, die nach der HerrlichkeitIsraels trachteten; diese Brücke würde aber wiePapier zerreißen, und alle darauf befindliche Völkerwürden ersaufen und verderben. Auf der papiernenaber, die so feste als Eiscn seyn würde, selten dieJuden allein nach Jerusalem gelangen, und den drit-ten Tcmpclbau anfangen. Diesen Fabeln, die wirhier nicht alle umständlich erzehlen können, suchen-die Juden durch Verdrehung einigerSchriststcllcn,durch einige Irrthümer alter geographischer Scri«bcnlen, und aus 4 B. Esta XUI, 42-47. einigenSchein des Wahren zu geben, und breiten sie un-ter sich durch kleine gedruckte und geschriebene Büch-lein, die sie aber sehr geheim halten, aus. e)

Um

4 ) Auguski Geheimnisse der Jüdcn rc. p. 6. 7. Ig4.1z.14.«44 4;. 14 Theologischer Büchersaal 1.1. p >80.14 womitman Bodenschätzen-; kirchliche Verfassung der Juden 1711 .?. 11 l. p. >87.144 >>6. I44. k. IV. I44 vergleichen

kan.

e) Augnsil l.c.x. 9. II. I44 Theolog. Büchersaal 17 l.

p. >8>. I4.

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