1778-1781
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sehr verständiger, nüchterner, fleißiger Realist, seine Beschäftigungbezieht sich auf Geschichte, Geographie, Militärisches, während Wyßauch an Poesie und Romanen Gefallen findet. Viel zu verhandelngab eine neu gegründete Lesegesellschaft, deren Mitglieder die beidenKorrespondenten nebst einigen andern jungen Freunden waren, undworin Aufsätze gemacht und Bücher angekauft wurden. Wegen Leicht-sinnes und Trägheit einzelner Mitglieder kostete es viele Mühe, dieSache in ordentlichem Gange zu erhalten, und da Wyß, obschonabwesend, zum Präsidenten ernannt worden war, mußte ihm vonder mit großer Wichtigkeit behandelten Angelegenheit regelmäßigBericht erstattet werden.
Im April 1778 nahm die Amtsdauer des Landvogtes Wyßein Ende. Er wurde wenige Monate nachher auf Antrag von Pro-fessor (späterem Rathsherrn und Obmann) Füßli vom Großen Rathezum Mitgliede des Kleinen und später auch des Geheimen Rathesgewühlt, und seine Geschüftstüchtigkeit und Einsicht machten sich hierso entschieden geltend, daß er schnell eine sehr einflußreiche Stellungerhielt. Erholung von den Mühen des Tages suchte er oft in stillemLandleben in einem am Ufer des Zürichsees, in Meilen, schön gele-genen Gute, das ihm seine Frau zugebracht hatte. Er schreibt 1779aus Meilen dem Sohne: „Freie Zeit und die unschuldigen Vergnü-gungen des Landlebens sind die beste und vornehmste Erquickungnach arbeitsvollen Tagen für Geist und Leib. Der herrliche Reich-thum der Natur erweckt die lebhaftesten Empfindungen einer wahrenVerehrung des Schöpfers derselben und gießt damit der Seele diesüßeste innere Stille und Zufriedenheit ein, die uns am fähigstenmacht, wahre Freuden dieses Lebens in Unschuld zu genießen. Fürden Geist ist es auch die reichste Quelle zum Nachdenken. Die ganzephysische Welt und jeder ihrer Theile hat so viel Ähnlichkeit mitder moralischen, daß daraus ein großer Theil der Kenntniß derletztern geschöpft werden kann, eine Wahrheit, die du in reiferenJahren, wenn dir die Wahrheiten und Irrthümer der Weisen undGelehrten noch mehr bekannt sein werden, besser einsehen wirst."Einige Abwechslung brachte dem Rathsherrn im August 1779 eineReise über den Gotthard in die tessinischen Vogteien, wohin er alsAbgeordneter zu dem Syndikate zu gehen hatte. Er schreibt ausLugano: „Geschäfte gibt es hier noch mehr, als ich vermuthete.