Band 
Erster Band.
Seite
243
JPEG-Download
 

nicht weiter als früher. Ich möchte nicht sehen, mit welchemVergnügen man hier dabei sein würde, wenn der Pastor Knak ge-henkt würde". Man erwähnte, daß auch der alte Protestantismusnichts von Duldung gehalten habe, und Lucher machte daraufaufmerksam, daß nach Buckle die pugenotten eifrige Rcactionäregewesen, und daß Dieß von den damaligen Reformirten überhauptgelte. — „Nicht gerade Reactionäre", erwiderte der Ehef, „aberkleine Tyrannen; jeder Pastor war ein kleiner Papst". Er führteCalvins Verfahren gegen Nervet an und fetzte hinzu: „Auch Lutherwar so". Ich erlaubte mir an seine Behandlung Korlstadts und derMünzerfchen sowie an die Mittenberger Theologen nach ihm undden Kanzler Krell zu erinnern. Bücher erzählte, daß die schottischenPresbyterianer zu Ende des vorigen Jahrhunderts jemand, derThomas paynes Buch von den Menschenrechten einem Andern nurgeliehen, zu einundzwanzigjähriger Deportation verurtheilt und so-fort in Ketten gelegt hätten. Ich wies wieder auf die Puritanerder Beuenglandstaaten mit ihrer starren Intoleranz gegen Anders-denkende und ihrem tyrannischen Liquor-Law hin. „And dieEonntagsheiligung", sagte der Thef. „Das ist doch eine ganzschreckliche Tyrannei. — Ich erinnere mich, als ich das ersteMal nach England kam und in pull landete, daß ich da aufder Straße pfiff. Ein Engländer, den ich an Bord kennen ge-lernt hatte, sagte zu mir, ich sollte doch nicht pfeifen. 1'ray,Är, ,Ion't nlri.-itlo. Ich fragte: warum nicht? Ist das hierverboten? - Bein, sagte er, aber 's ist Sabbath. Das verdroßmich so, daß ich gleich ein Billet auf einem andern Dampfernahm, der nach Edinburg fuhr, da es mir nicht gefiel, nichtpfeifen zu dürfen, wenn ich Lust hatte, vorher hatte ich aberdoch noch was Gutes kennen gelernt, toa^toü eliooso — cvolslirabdlt. Mir waren nämlich in ein Gasthaus gegangen". —„Ich bin sonst durchaus nicht gegen die Eonntagsheilignng" —

16 * '