Eap. 14. Betrachtungen.
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Der 'Charakter der Menschen nnd Staaten wird von dem altenverschieden, die Historie traurig; der Mensch kömmt nicht mehr vor;nur Truppen, um so sieghafter, je mehr sie Maschine sind.
Die griechischen Demokratien hatten keine planmäßige Organi-sirung, das Volk keine Maximen, wodurch es vermocht hätte wiederempor zu kommen: diese Nation war an Ideen zu reich, um syste-matisch zu handeln; Leidenschaften, Parteiungen führten ihre In-teressen. Die meisten schweizerischen Verfassungen sind eben so unsyste-matisch, aber bei einem ruhigen, unschuldigen Volk; bei den Griechenwar jeder ein Regent, niemand wollte gehorchen. Der Parteigeistverwischte das Moralgefühl. Frechheit schien Muth eines für Kriegs-kameraden alles wagenden Mannes; Meineid und Lüge schienenWortspiele, und altehrwürdige Städte wurden durch herrschendeGottlosigkeit sogar Tyrannen znr Aergerniß. Am unglücklichstenwaren Bürger der mittleren Classe, man beneidete und haßte sie;die kühnsten waren die blühendsten. Lacedämonier geizten auf Gold;die Charaktere wurden unkenntlich.
In Persien, unter Königen die auf die Kraft der Masse ihrerMonarchie vertraut, hatte man im Schooß langen Friedens dieUebungen, wodurch Cyrus dem Heer Ueberlegenheit gegeben, ver-nachlässiget. Die Namen blieben; aber wenn die Feldhauptleute nureinmal zur Tafel gingen, so war es, um den Tag über nichtwieder davon aufzustehen; sie machten auch jetzt aus Reisen in desKönigs Dienst nur täglich einmal Rast, aber kürzere Tagreisen;und wenn die Jünglinge wie vormals an der Pforte * erzogenwurden, um die Formen der Geschäfte zu lernen, so sahen sievornehmlich, um wie viel Geld Richter die Gerechtigkeit verhandelten.Das Volk wurde mit neuen Auflagen gedrückt, weil der Hofunordentlich, verschwenderisch, die Lieblinge unersättlich, die Satrapenschamlos eigennützig waren. In Vergebung der Stellen wurdel Bei Hofe.