Eap. 17. Die Ptolemäer.
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Capitel 17.
Die Ptolemäer.
Unter allen Eroberungen Alexanders war Aegypten am frühestenund längsten glücklich. Sobald Ptolemäus, Sohn des Lagus, da-selbst sich festgesetzt, widerstand das Land den Versuchen Andererdurch die Natur seiner Lage. Ptolemäus hatte eine Mäßigung, dieihn abhielt, sich in Dinge einzulassen, wobei er zu viel wagenmüßte; früh erwarb er den Ruhm der Güte und Rechtlichkeit, wo-durch er dem Volk beliebt wurde, und bei anderen Königen Ver-trauen erhielt. Im übrigen herrschten die Ptolemäer nach demRathe der Hauptleute macedonischer Schaaren, durch welche sieAegypten erobert hatten.
Dieses Land wurde durch Ptolemäus Philadelphus der Hauptsitz v. Chr.griechischer Wissenschaften, der Künste, der Pracht und eines allge- 2^*meinen Wohlstandes. Die Herrlichkeit seiner Gebäude wurde Sprüch-wort.' Er und Evergetes, sein Sohn, waren Muster weiser undwürdiger Könige; aber die spätern Ptolemäer entsprachen diesenVorbildern nicht.
Die weltberühmte Fruchtbarkeit, der anmnthige Himmelsstrich,die durch großen Handel (wovon Alexandria eine Hauptniederlagewar) vermehrten Reichthümer, gaben den Aegyptiern großen Hangzum Vergnügen, und alle Mittel zu desselben Befriedigung: inihren Sitten ging alles in das Ungeheure. Das königliche Hauswurde mit jedem Geschlechtalter ausgearteter. Man möchte versuchtseyn, Eine Ursache darin zu suchen, daß die Ptolemäer gewöhnlichihre Schwestern heiratheten; sollte bei Menschen wie bei Thierartenzu Unterhaltung und Veredlung der Racen erforderlich seyn sichzu durchkreuzen, zu erneuern! Verschnittene und Günstlinge herrschten