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Buch VI. Die Republik Rom.
Land für eine andere Wett, an der Gränze einer nur Fabeln be-kannten Gestaltung des Erdbodens galt. Die alten Sitten hattensich in der That auf der Insel besser erhalten; die ächte Druiden-wissenschaft über die Natur der Dinge, über Götter, Geister undMenschen, hatte hier den Sitz; die Britannen hatten im Krieg außerdem größten Muth viele sonderbare ihnen eigene Gebräuche.
Aber Cäsars Hauptsache war die Eroberung des Landes Gallien,welches er mit Recht als Vormauer des Reichs gegen die nordischenVölker, und einen Vorposten betrachtete, durch welchen Rom vonallen ihren Bewegungen zu rechter Zeit Belehrung erhalten könne.Je mehr Völkerschaften wider ihn zusammentraten, je leichter wurde,in einem Tage viele zu schlagen, die er in verschiedenen Ländernhätte müssen aufsuchen.
Jeder Bericht seiner Siege vermehrte die Bewunderung Roms;sein tägliches Leben befestigte seine Liebe im Herzen der Krieger;er hatte eine solche Mischung der größten und schönsten Eigenschaften,daß sie einig ihm ergeben wurden. Er übertraf alle andern Heldenseiner Classe: Alexander hatte keine solche Schwierigkeiten zu über-winden, und Karl den Großen hinderte sein Zeitalter, daß er nichtso aufgeklart seyn konnte.
Um diese Zeit fiel Crassus in einem unnöthigen Krieg, den erohne genügsame Landkenntniß wider die Parther unternommen hatte.
Der Adel hielt sich mehr und mehr an Pompejus, welcherdessen Sitten und Gesinnungen hatte. Cäsar und er hatten Cicero,der auf die Begebenheiten seines Consulates die Hoffnung einesunabhängigen Einflusses gründete, dem Clodius, einem leidenschast-vollen, zu allem feilen Volkstribun preisgegeben. Cicero wurdevertrieben, Cato unter andern: Vorwand entfernt. Er sollte dasKönigreich Cypern dem römischen Volk zueignen: Ptolemäus Apionbesaß dasselbe durch ein Verbrechen; durch die Ungerechtigkeit Romswurde er zum Selbstmord genöthigt; Cato gehorchte dem Gesetz.