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Vierter Band.
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38 Buch XXII. Frankreichs Uebergewicht in Europa.

weltlichen Edellehen eine Gemeinschaft. Als Zeit und Verschiedenheitder Gemüther die Könige und Herzoge einander fremd machten,entstanden eine Menge Streitfragen, welche zu einzelnen Verträgenund Artikeln allgemeiner Friedensschlüsse Anlaß gaben. Karl XU.,König von Schweden, hielt gegen Friedrich I V., König der Dänen,die Partei des Herzogs zu Holstein; der dänische König hatte keinenBegriff davon, daß der Jüngling diesem System würde Nachdruckgeben können.

Diese Irrungen schienen dem König Polens, Friedrich Augustvon Sachsen, bequem, zu der Wiedereinnähme Livlands; Miß-vergnügte luden ihn; sein Feldherr und Minister, Graf Flemming,zog hin; aber er fand die schwedische Regierung gewarnt und gerüstet.

Karl nöthigte mit blitzschneller Kraft den erstaunten König derDänen in Travendahl zum Frieden. Jetzt warf er sich auf Polenund erhob den Krieg wider den Czar, Bundesfreuud Polens. Soentbrannte neues Feuer von dem äußersten Nord bis an die Meer-enge von Gibraltar.

Capitel 18 .

Von drm Krieg deSJahrs 1702

u.(Lhr. In dem südlichen Krieg wurde von dem Tage an, da von1704. Eugenius und Marlborough die Heere Ludewigs bei Höchstädt (Blen-heim) geschlagen worden, das langgewohnte Glück den französischenWaffen dauerhaft ungetreu. Fürchterlich litt Frankreich von denVorurtheilen und Leidenschaften des Königs, von den Folgen seinesStolzes und Verfolgerischen Geistes. Holland trutzte dem großenLudewig; es kam darauf an, daß er seinen Enkel nicht nur ver-lassen , sondern selbst von dem spanischen Thron stürzen sollte. Dasäußerst erschöpfte, unordentliche Finanzwesen reichte nicht mehr hin,das Heer zu kleiden oder zu nähren.

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