Cap. 18 Bon dem Krieg des Jahrs 1702. 39
In dieser Noth bewies der König durch Sündhaftigkeit, daßer verdiente der Große zu heißen. Hiedurch wurde der Krieg solang fortgesetzt, bis an dem Hofe zu London eine dem FeldherrnMarlborough feindselige Partei die Oberhand bekam. Nach derNiederlage bei Blenheim (die der König sich selber zuzuschreibenhatte, weil er den Marschall von Villars nicht genug unterstützte);nach der Niederlage bei Ramillies (die vermieden worden wäre,wenn man den Feind nicht veranlaßt hätte, mit seiner vornehmstenMacht aus der Seite zu wirken, wo der unfähigste General com-mandirte); nach der Schlacht bei Malplaquet (welche nach dem langenUnglück Trost schien, weil sie nicht entscheidend verloren war); nachdem Ruin der Alliirten des Königs, des Kurfürsten MaximilianEmanuel von Bayern, und des Hauses Gonzaga zu Mantua, halsn. Chr.dem großen Ludewig der plötzliche Tod Kaiser Josephs l. und Marl- 1713.boroughs Entfernung vom Heer, zu dem in Utrecht, Rastatt undBaden geschlossenen Frieden. n.Chr.
Sein Enkel blieb König von Spanien, aber Italien und Flan- 1714»dern, schöne Diamante dieser Krone, gingen verloren: Mailand,Mantua (die Gonzaga wurden aufgeopfert), Neapolis und diespanischen Niederlande wurden Karln überlassen, der nicht mehr derDritte von Spanien, sondern seit seines Bruders Tod der Sechsteunter den Kaisern hieß; Sicilieu und königliche Würde erhielt VictorAmadeus von Savoyen.
Da Philipp V. der Thronfolge in Frankreich entsagen mußte,wurde (damit sein Haus nicht verliere) die in Frankreich üblicheOrdnung derselben in Spanien eingeführt. Gibraltar mußte er denEngländern überlassen: achttausend Engländern und Holländern, dasie den Erzherzog nach Spanien gebracht, war diese Festung vondem Marquis de Salinas übergeben worden. Damit aber Gibraltarin den Händen dieser Nation nicht Mittelpunkt des Handels werde,wurde bedungen, daß von dort aus keiner mit Spanien getrieben