46 Buch XXII. Frankreichs Uebergewicht in Europa.
sah sich zu Unterhandlungen, zu Entwaffnung seiner Miliz, genöthiget.Erst nach des Kaisers und seinem Tod wurde Comacchio mit Vor-behalt der Ansprüche znrückgegeben.
Der König Siciliens ist von Alters her geborner Legatus alatere des apostolischen Stuhls; er vereiniget päpstliche und königlicheMacht in wahre Monarchie. Zu dieser Zeit wurden die Aca-tapani der Stadt Lipari durch den dortigen Bischof mit dem Bannbelegt, weil sie einen seiner Leute, ohne ihn zu kennen, genöthigethatten, für Erbsen Accise zu geben. Dieses Urtheil vernichtete derBicekönig Marquez de las Balbases. Der Papst erklärte sich fürden Bischof, weil der Augenblick, wo (noch im Krieg) Sicilien keinengewissen Herrn hatte, günstig schien jenes Privilegium der Königezu tilgen. Die sicilianischen Bischöfe machten mit dem Papst ge-meine Sache. Clemens wagte, alle Beisitzer des Tribunals derMonarchie, alle seine Anhänger, alle ihm gehorchenden Soldaten,endlich ganz Sicilien, mit dem großen Bann der Bulle In CönaDomini zu belegen, und gegen das königliche Bestätigungsrecht 1seiner Verfügungen eine weitaussehende Erklärung zu thun.
Als Victor Amadeus von Savoyen durch den Frieden Königin Sicilien wurde, und Ausgleichung suchte, antwortete Clemensin dem Geist alter Senatoren: „Wenn er sich unterwirft, so werden„wir sehen, was zu thun ist." Die Stände bewogen den Hof zuBehauptung seiner Rechte: der Papst erklärte den Bann wider dasMinisterium. Das Ministerium vertrieb päpstlichgesinnte Prälatenund appellirte an einen besser zu unterrichtenden Papst.
Alle katholischen Könige erkannten in Victors Sache die ihrige.Der Nuncius zu Madrid wurde an ein Wort Philipps H. erinnert.„Mir kömmt nicht zu, zu untersuchen, wo die Monarchie Siciliens„herkömmt, aber zu wissen, daß sie mir gebührt." Der General-advocat bei dem Parlament in Paris klagte eine Bulle, worin das
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