Band 
Vierter Band.
JPEG-Download
 

Sap. 32—33. Zustand Holland» nach dem Utrechter Brieden 73

Capitel 32.

Zustand Holland-.

In den vereinigten Provinzen der Niederlande wurde Wil-helm IV. von dem jünger» Zweige des Stamms der Freiheitstifter,nur in Friesland, Groningen und Geldern als Stadthouder geehrt.Die größern Provinzen hielten dieses Amt für unnöthig, seit einestarke Vormauer das Land vor französischen Einfällen sicherte. Dennals Holland nach dem Utrechter Frieden die weiland spanischenProvinzen dem Hause Oesterreich übergab, wurde, der Abrede ge-mäß, diese Gränze für unveränderlich erklärt, und festgesetzt, daßdie Holländer Namur, Tournay, Menin, Furnes, Jpern undVenlo, nebst andern Gränzorten, besetzt halten, hiefür jährlich einehalbe Million Thaler beziehen, und im Nothfall von den Englän-dern mit zehntausend Mann und zwanzig Schiffen in Behauptungderselben unterstützt werden sollten.

Sie reducirten ihr Heer auf 32,000 Mann, und ergaben sichgänzlich der Handelschaft.

Capitel 33.

Lage der Geschäfte nach dem Utrechter Frieden.

Im Jahr des Todes Ludewigs XIV. war die Staatsschuld inFrankreich 2600 (nach unserm Geld l Lei 4550) Millionen stark; 1715 ,die Volksmenge betrug neunzehn Millionen. Es fehlte ein ganzesGeschlechtsalter: Männer von fünfunddreißig bis fünfundvierzigJahren fanden sich selten; der Krieg hatte sie gefressen. Von großenFeldherren lebte noch Villars und (James II. natürlicher Sohn)der Marschall von Berwick. Neben Torcy, in Unterhandlungen' 1783.