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Dieser Vertrag, bekannt unter dem Namen der CalmarerUnion trug, keine der gehofften Früchte für das Land, er wurdehauptsächlich nur von der Geistlichkeit aufrecht erhalten, in derenInteresse es lag, einen abwesenden König zu haben, und dieSchwäche der weltlichen Macht für ihre Absichten zu benühen.
Man mußte einen Ausweg treffen. Der dänischen Dynastie,blieb der Name der schwedischen Krone, die Kraft der Regierungwurde in die Hände von hohen Beamten niedergelegt, die manunter dem Namen Reichsverweser wählte, und die ihre Würdelebenslänglich behielten. Drei Männer aus dem alten Geschlechteder Sturen haben sich in diesem Posten ausgezeichnet: StenSture, Swante Sture und Sten Sture der jüngere. MitGewalt behaupteten sie ihre Macht gegen die Titularkönige zuKoppenhagen. Aber mit dem Regierungsantritt, Christian II.von Dänemark sollte sich dieses Verhältniß ändern. Im Jahr1513 bestieg Christian II. den dänischen Thron, in Schwedenwar er schon bei seines Vaters Johann Lebzeiten gewählt wor-den. Dieser Prinz war entschlossen aus der Calmarer UnionErnst zu machen, und nicht nur den Namen, sondern auch dieMacht eines Königs von Schweden zu besitzen. Die Intriken einesPriesters sollten ihm hiezu den Weg bahnen.
Die Familie Trolle, aus Dänemark stammend, und durchviele Güter, die sie in lezterem Königreiche besaß, in das Unions-intercsse verflochten, war neben den Sturen eine der mächtigsten inSchweden, und hegte eine alte Eifersucht gegen dieses Haus. Siehatte sich für eines ihres Mitglieder, Erich Trolle, als RivalinSten Stures des Jüngern um die Reichsverweserstelle bewor-ben, aber ohne Erfolg, was die Eifersucht natürlich vergrößerte.Dem Sohn dieses Erich, Gustav Trolle, gelang es späterdas Erzbisthum Upsala, die zweite Stelle im Reiche zu er-häschen. Sten Sture hatte selbst die Erhebung desselben be-günstigt, theils weil er es nicht verhindern konnte, theils weil erdurch solche Gefälligkeit Versöhnung mit der Familie seiner Feindezu bewirken hoffte. Aber diese Erwartung schlug fehl. GustavTrolle war ein Mensch, der von seinen Rechten die ausschwei-fendsten, von denen Anderer gar keinen Begriff hatte, der eineBeleidigung seines Stolzes nie vergaß, und dessen Rache so weitausgrief als seine Macht. Zur Zeit seiner Erhebung zum Erz-bischof von Upsala befand er sich in Rom, auf der Heimreise