kam er durch Kvppenhagen, wo es dem Könige Christian mitleichter Mühe gelang, einen Mann von der beschriebenen Ge-müthsart für seine Zwecke Zu gewinnen. Gustav Trolle er-hielt das Versprechen, so bald Schweden durch seine Hülfe unter-jocht wäre, die Statthalterschaft dieses Reiches mit unbeschränkterweltlicher Macht zu bekommen. Diese Lockspeise, die ihm in Ver-bindung mit bereits errungener geistlicher Gewalt, eine unbegrenzteMacht verhieß, war allzu stark für den Priester. Er gelobte, sichan die Spitze der dänischen Parthie in Schweden zu stellen, undsein Vaterland dem Fremden unterjochen zu helfen.
In Schweden angekommen, ließ er seinem angebornen Ueber-muthe Zaum und Zügel schießen, behandelte den ReichsverweserSten Sture, der den Pfaffen durch Höflichkeit beschwichtigenwollte, mit unverhohlenem Hohn, zog ausser der niederen Geist-lichkeit des Landes, die ihrem Oberhirten folgte, eine MengeAdelige auf seine Seite, welche Eifersucht auf das Geschlecht derSture, oder auch die Hoffnung, durch Neuerungen im Staate zugewinnen, dem Erzbischof von Upsala zuführte. Nachdem seinAnhang auf diese Weise groß genug schien, um die Maske vollendsabwerfen zu können, verschanzte er sich mit seinem Anhange aufdem Schloß Stäket, das durch seine Lage sehr fest war, undforderte den Statthalter von Nyköping auf, das dortige Schloßan König Christian zu übergeben. Schon hatte dieser eingewil-ligt, als das Komplott verrathen ward. Der ReichsverweserSten Sture konnte nun offen gegen den Erzbischof auftreten;er begab sich selbst schleunig nach Nyköping, versicherte sich desSchlosses, und ließ den Statthalter in Verhaft nehmen undnach Stockholm bringen. Der Gefangene entdeckte dort denganzen Plan, und gab mehrere Mitverschworene an, unter denensich auch der Statthalter von Stockholm ünd der Vater desErzbischofs von Upsala, der alte Erich Trolle, befanden. Siewurden ebenfalls festgenommen und ins Gefängniß geworfen.
Kaum hatte Sten Sture diese Beweise des Verraths seinerFeinde in Händen, als er in den ersten Tagen des Jahres 1517einen Reichstag nach der Stadt Arboga berief. Er stellte denStänden auf eine eindringliche Weise die Gefahren des Vaterlan-des , das Verbrechen der erzbischöflichen Parthei und die Noth-wendigkeit, entschiedene Maßregeln zu ergreifen, vor. Die großeMehrheit der Versammlung stimmte dem Reichsverweser bei.