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Geschichte Gustav Adolphs, König von Schweden : und seiner Zeit / für Leser aus allen Ständen bearbeitet von August Friedrich Gfrörer
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Schweden, Frankreich und die vereinigten Niederlande bis jeztallein zu widersetzen vermocht hätten. Als eine Folge diesesHasses müsse der Krieg angesehen werden, den der Kaiser seitlängerer Zeit ohne allen gerechten Grund bald insgeheim baldoffen gegen Schweden geführt habe. Es sey daher das Beste,einem so erbitterten Feinde entgegen zu gehen, und ihn in seinemeigenen Lande mit großer Heeresmacht anzugreifen, und zwarum so mehr, da sich Schweden bei Befolgung dieses Grundsatzesimmer wohl befunden habe. 2) An der Erhaltung von Stralsundliege unendlich viel, und doch könne die Stadt nicht behauptetwerden, wenn man sich bloß auf die Vertheidigung von Schwedenbeschränke. Könne man Wismar nehmen, was nicht unmöglich,so sey es leicht, den Feind von der Ostsee zu vertreiben. Deß-gleichen werde es nicht schwer seyn, sich der vor Stralsund lie-genden Insel Rügen zu bemeistern, und dringe man weitervorwärts, wie zu hoffen stehe, so könne man sich auf den mitPolen geschlossenen Waffenstillstand verlassen. 3) Da der Feindin Pommern und Meklenburg bloß von Raub und Brandschatzun-gen lebe, so werde ihn bald der Mangel nöthigen, diese Länderzu verlassen. 4) Setze man nicht mit Heeresmacht nach Teutsch-land hinüber, so müsse man es sich auch gefallen lassen, wenn derFeind Stralsund erobere und den Schweden die Herrschaft aufder Ostsee streitig mache. 5) Gesezt auch, Schweden wäre zu-frieden, daß der Kaiser auf der Ostsee Macht und Ansehen ge-winne, so würde doch Holland dieß nimmermehr dulden, viel-mehr stehe zu erwarten, daß die Staaten eine mächtige Flotteabschicken, was Schweden nicht dulden könne, weil die Holländer,wenn auch für den Augenblick Freunde, doch über kurz oder langFeinde Schwedens werden dürften. 6) Verlasse Schweden dieunterdrückten protestantischen Reichsstände, die seine Freunde undVerbündeten seyen, namentlich die Herzoge von Pommern undMeklenburg, so würden sie sich unter das Joch demüthigen undmit den Katholiken vereinigen, wodurch das schwedische Ansehenin Teutschland gänzlich untergehen müsse. 7) Setze hingegen derKönig mit einem ansehnlichen Heere nach Deutschland hinüber,so dürfe man sicher darauf rechnen, daß alle Feinde des HausesHabsburg, deren Zahl sehr groß sey, sich auf die Seite Schwe-dens schlagen, und daß Frankreich thätigen Beistand leisten werde.Endlich 8) sollte auch wider Verhoffen die ganze Unternehmung