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Geschichte Gustav Adolphs, König von Schweden : und seiner Zeit / für Leser aus allen Ständen bearbeitet von August Friedrich Gfrörer
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so unglücklich ablaufen, daß die ganze Armee zu Grunde ginge,und kein Mann nach Schweden zurückkäme, so entstehe darauskein größerer Nachtheil, als daß man sich auf demselben Punktebefinde, wo man jezt sey. Man müsse dann mit den Kriegschiffendas Meer, mit der Landwehr die Küste zu vertheidigen suchen. Erstdann sey es Zeit, sich auf die Vertheidigung zu beschränken.«

Dieser Bericht, der das Datum des 13. Novembers 1829trägt, schließt mit der Aufforderung an den König, den angeführ-ten Gründen ein geneigtes Gehör zu schenken, und das einzigenoch übrige Mittel zu ergreifen, das seinem Ruhm und der Ehreund Sicherheit des Reichs zuträglich sey. Die Versammeltensprachen demgemäß die Bitte aus, Seine Majestät möchte sichmit allen Soldaten, die das Reich nur immer entbehren könne,so bald als möglich einschiffen. Dagegen verbürgten sich die Bitt-steller, den neuen Krieg den Unterthanen auf eine Art vorzustellen,daß sie sich nicht nur jeder Unzufriedenheit über das Unternehmenentschlagen, sondern auch alle- Mögliche zum glücklichen Erfolgedesselben beitragen würden. Das Gutachten ist von folgendenReichsräthen unterzeichnet: Magnus Brahe, GabrielOxenstierna, Gustafson, I o h. Sparre, Güllen-hielm, Abr. Brahe, Claudius Horn, Mat. Soop,Carl Carlson, Ioh. Skytte, Pet. Banner.

Schon im Sommer 1629 hatte der Reichstag, währendGustav Adolph sich in Preußen befand, unter gewissen Be-dingungen seine Zustimmung zu einem teutschen Kriege gegeben.»Wofern es möglich sey,« lautete der Reichstagsbeschluß, »möchteseine Majestät die Sache in Güte beilegen, und kein billiges Mittelunversucht lassen, um die erwünschte Sicherheit ohne Waffen undBlutvergießen zu erlangen. Wofern jedoch der Feind gerechtenAnträgen, wie es bisher der Fall gewesen, kein Gehör schenke,wäre es vorzuziehen, daß der König lieber die Last des Kriegesauf des Kaisers Land wälze, als den Kampf in seines eigenenReiches Gränzen erwarte. Auf diesen Fall versicherten sie, wiees getreuen Unterthanen gebühre, mit aller Liebe und Freudigkeitden König unterstützen, und das Werk mit äusserster Machtfördern zu wollen.«

Man sieht wohl, dieser Beschluß deutet mehr auf Friedcns-liebe bei den schwedischen Ständen, als auf Kriegslust hin. Der-selbe war überdies vor Abschluß des polnischen Waffenstillstandes