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die Herzoge von Pommern und Mcklenburg, die Grafen vonOldenburg und Ostfriesland, und alle unterdrückten Stifter undBisthümer wieder hergestellt würden; 6) Zm Falle die Chur-fürsten und der Reichstag die Herzoge von Meklenburg für schul-dig erkenne, und ihnen eine Geldstrafe auferlegen sollte» soverbürge sich die Krone Schweden für gedachte Herzoge bis zurSumme von einer Million Thaler, wogegen aber auch die Wieder-einsetzung schleunig und ohne Vorbehalt vor sich gehen müsse; 7) dieStadt Stralsund müsse ihre vorigen Rechte wieder erhalten, undjeder durch die friedländische Belagerung zugefügte Schaden der-selben ersezt werden; 8) der römische Kaiser müsse versprechen,den Feinden Schwedens nie und nimmermehr Vorschub zu thun.
Diese Bedingungen waren von der Art, daß sie nur einSieger mit dem Schwerdte in der Hand dem überwundenenFeinde abzuringen hoffen konnte. Der Kaiser hätte, wenn er sieannahm, auf alle Vortheile, welche er seit 11 Zähren mühsamerrungen, verzichten müssen. Der schwedische Reichskanzler Oren-stierna, der mit der Unterhandlung beauftragt war, hegte soganz keinen Zweifel über die Nichtannahme, daß er sich nicht ein-mal die Mühe gab, die Komödie zu Ende zu spielen. Er ver-fügte sich gar nicht nach Danzig, sondern schrieb bloß vonMemel aus an die Friedensvermittler nach Danzig, daß erihnen hiemit die Anträge seines Gebieters überschütte, von wel-chen derselbe um kein Haar breit abweichen werde. KaiserlicherSeits erschien zwar der Burggraf Hannibal von Dohna imApril 1630 auf dem Platze der Zusammenkunft, aber ohne deß-halb größere Hoffnung für den Erfolg seines Geschäftes zu hegen.In den Briefen, die er in der Sache wechselte, gab er GustavAdolph nicht einmal den Titel König von Schweden, folglichkonnte er auch nicht abgeschickt seyn, um eine Uebereinkunft inStand zu bringen. Nachdem er bis in den Monat Zuni aufdie Ankunft schwedischer Bevollmächtigter vergeblich gewartet, ver-ließ er Danzig wieder. Die Sache, die auf Nichts angelegt war,zerrann auch ins Nichts. Alle drei, die Schweden, die Dänen,die Kaiserlichen hatten die Absicht, sich gegenseitig zu täuschen.Christian IV. wollte seinen schwedischen Nachbar durch dieangebotene Vermittlung an der Nase herumführen; der Kaiserbeabsichtigte den Schwedenkönig durch leere Worte noch eineWeile hinzuhalten, damit er Zeit gewinne, um je nach dem
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