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Geschichte Gustav Adolphs, König von Schweden : und seiner Zeit / für Leser aus allen Ständen bearbeitet von August Friedrich Gfrörer
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Ausgang des Regensburgcr Reichstags seine Maßregeln gegenGustav Adolph zu treffen, und diesem war endlich daran ge-legen, zu den Verwänden des Krieges gegen den Kaiser nocheinen neuen der böswilligen Verweigerung angebotenen Friedensbeizufügen; denn da Schweden in dem bevorstehenden Kampfedurch moralische Mittel den Abstand feiner geringen Strcitkrästeersehen mußte, so brachte Gustav Adolph die vergebliche Reifeeines Gesandten und das verschriebene Papier nicht in Anschlag,weil er hoffen konnte, durch dieses Spiel die öffentliche Meinungder Teutschen auch ein wenig für sich zu gewinnen.

Weit wichtiger waren die Unterhandlungen mit Frankreich,England und Holland. Der französische Bevollmächtigte, Char-naee, der, wie oben bemerkt wurde, nicht wenig zum Abschluß desAltmarker Waffenstillstandes beigetragen, war dem Könige ausPreußen nach Stockholm gefolgt. Unaufhörlich schürte er amFeuer des Krieges. Als er sah, daß die Dinge eine erwünschteWendung nahmen, trat er mit seinen Anträgen hervor, und botdem Könige von Schweden das Bündniß seines Herrn und einejährliche Unterstützung von 300,000 Reichsthalcrn an. Einviertes Hunderttausend hätte er kraft seiner Vollmacht noch hinzu-fügen dürfen. Nichts desto weniger kam für jezt noch kein Ver-trag zu Stande. Hieran waren keineswegs höhere GeldforderungenGustav Adolphs schuld; denn in dem 1631 abgeschlossenenTraktate von Bärwald begnügte er sich mit der gleichen Summe.Die Geschichtschreiber sagen, es habe sich zulezt gefunden, daßC h arn ace nicht mit den hinreichenden Vollmachten versehen war;ausserdem hätten gewisse geheime Gründe den Abschluß des Bünd-nisses mit Frankreich verzögert. Es mag seyn, daß GustavAdolph den schwachen Gemüthern unter den teutschen Protestan-ten ein Aergerniß zu geben fürchtete, wenn er sich von vorneherein, wo er als der uneigennützige Verfechter des evangelischenGlaubens auftrat, mit einer Macht verband, welche die Refor-mirten in ihrem eigenen Lande mit größter Härte verfolgte.Sicherlich haben, ausser diesem Meinungsscrupel, aber noch be-deutendere Gründe dem alsbaldigen Abschlüsse des Bündnissesentgegengewirkt. Man kann dieselben trotz des Stillschwei-gens der Geschichtschreiber eben so gut aus einer genauerenErwägung der schwedischen und französischen Interessen als ausvorhandenen Staatsurkunden errathen. Gustav Adolph und