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Geschichte Gustav Adolphs, König von Schweden : und seiner Zeit / für Leser aus allen Ständen bearbeitet von August Friedrich Gfrörer
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DerStettinerSkaatsvertrag hatte noch einige besondere Traktatezur Folge, die sich theils auf Geldverwilligungen, theils auf d «6Kriegswesen bezogen. Die Stadt Stettin verpflichtete sich,50,000 Thaler zur Unterhaltung des schwedischen Heeres zu be-zahlen, die gleiche Summe übernahm das ganze Herzogthum.Ausserdem sollten von allen Zöllen zu Wasser und Land vierthalbvom Hundert auf schwedische Rechnung erhoben werden. Wa-den Krieg betrifft, so kam man übercin, daß die Stadt Stettinfortwährend eine Besatzung von drei Regimentern oder 4000 Mann,deren Unterhalt dem König zufiel, in ihren Mauern haben sollte.Die bürgerliche und polizeiliche Verwaltung der Stadt blieb demHerzog und seinen Behörden, die militärische ward dem schwedi-schen Kommandanten vorbehalten, doch mußte derselbe dem Her-zoge Handtreue leisten. Ferner gelobte Bogislas seinem kö-niglichen Verbündeten alle und jede Plätze, Städte und Festungenin Pommern zu öffnen, und demselben den Befehl über dieLandesvertheidigung allein zu überlassen. Endlich übernahmenHerzog und Stände die Anwerbung etlicher Regimenter für denDienst des Königs. Seiner Seits erließ Gustav Adolph sehrstrenge Vorschriften über die Mannszucht seines Kriegsvolks.Die Offiziere wurden für jede Räuberei der Soldaten verantwort-lich gemacht, sie sollten den Schaden ersetzen. Unerbittliche Strafebedrohte jede Unordnung. Aufs genaueste wurden die Leistungengeregelt, welche die Hauswirlhe ihren Quarliersmänncrn abgebenmußten. Und es blieb nicht bloß bei der Vorschrift, sondern siewurde auch gewissenhaft gehalten.

Herzog Bo.g^islas befand sich durch diese Anordnungenganz in des Königs., Gewalt. Er hatte keineswegs Freiheit gegenKnechtschaft, sondern nur einen milden Oberherrn gegen einenharren eingetauscht. Noch immer ängstigte ihn das Schreckbilddes kaiserlichen Zorns. Um daher wieder einigermaßen gut zumachen, was er durch seine Unterwerfung schlimm gemacht zuhaben fürchtete, erließ er unter dem "/24. Juli ein Entschuldigungs-schreiben an den Kaiser. Dasselbe beginnt mit Wehklagen überdie unmenschlichen Grausamkeiten, welche die kaiserlichen Völkerseit Jahren in Pommern verübt, geht dann über zu einer Erzäh-lung des unvermutheten schwedischen Einfalls und der schnellenFortschritte des Königs, wovon alle Schuld auf die Nachlässig-keit der kaiserlichen Feldherren gewälzt wird, weiter betheuertGfrörcr, Gustav Adolph. 45