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Geschichte Gustav Adolphs, König von Schweden : und seiner Zeit / für Leser aus allen Ständen bearbeitet von August Friedrich Gfrörer
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besonders günstig. Den, Churfürsten Johann Georg lag sehrviel daran, daß Magdeburg nicht in die Hände der Kaiserli-chen gerathe, weil diese sich dann ungehindert auf der Gränze derCbnrlandc festsetzen konnten. Angst vor dem Falle der Skadt,Furcht vor dem bösen Leumunde, daß Niemand als er selbst eSgewesen sey, der jenes Bollwerk der Eoangilischen dem Feinde indie Hände geliefert habe, sollte den Churfürsten in die Arme desKönigs führen. Gelang dieß, so hatte Gustav Adolph mit--incm Schlage zwei Zwecke erreicht: die Entsetzung Magde-burgs, und den Beitritt eines lange widerstrebenden, aber mäch-tigen Verbündeten, der überdies; das ganze evangelische Teutsch-land im Schweife führte. Also sczte sich der König in derRichtung von Wittenberg in Marsch, und wiederholte seine schonfrüher dem Churfürsten gemachte Anträge aufs dringendste durcheinen Eilboten um den andern. Sie lauteten so: »das ganzeschwedische Heer werde auf die Dessau er Schanze losgehen,dagegen möchte der Churfürst auf dem linken Ufer der Elbe mitallen seinen Streilkräften bis an die Muldabrücke vorrücken.Mit vereinter Macht könnten sie dann den Feind leicht vonMagdeburg vertreiben; weil jedoch der König von seinenMagazinen bereits zu weit entfernt sey, und Mangel an Artil-lerie-Pferden habe, möchte der Churfürst das schwedische Heer vonWittenberg oder sonst aus seinen Landen mit Geschütz undMundvorrath versehen, wofür Gustav Adolph baare Bezah-lung in Amsterdam oder Hamburg zu leisten versprach.«

Johann Georg schlug alle diese Anträge rund ab; »seinVolk könne er nicht zu den Schweden stoßen lassen, weil dieseMaßregel seinen Pflichten gegen das heilige römische Reich zuwi-der wäre, und des Kaisers Zorn auf sein Haupt laden würde;überdicß bedürfe er seine Kriegsmacht selbst, weil die Churlaudedurch den Anmarsch des italienischen Kriegshceres bedroht seyen.Den Durchmarsch der Schweden durch sein Gebiet dürfe er nichtgestatten, weil dadurch leicht der Krieg nach Chursachsen ver-sezt, und seine Unterthanen in das größte Unglück gestürzt werdenkönnten. Was die gewünschte Zufuhr betreffe, so sey er ausserStands, dieselbe einem fremden Monarchen zu gewähren, da ersie dem teutschen Kaiser neulich verweigert habe.« GustavAdolph konnte bei dem bekannten Charakter des Churfürstendiese Antwort nicht unerwartet finden. Denn wenn derselbe auch