808
4-.^ plündern dauerte übrigens nicht lange, ein stärkeresd.S S°Id°,,» Sinh-I,. W-Hr,°d d„
«ina-n in d-'e nach dem Hofe zu liegende hmtere Stube; kaum waren wiranqelangt, als die feindlichen Soldaten an der verriegeltensÄür mit aller Gewalt anschlugen. Auf Befehl des Wirths mußte sieöffnet werden, und die Feinde drangen nunmehr mit Macht herein.Sie verlangten sogleich Geld von mir. Zch hatte ern Schachtelchen,worin sich ungefähr 6 oder 7 Thaler befanden, bei mir, und ich gab'sdem einen; weil aber kein Gold dabei war, so drang er in mich, ihmsolches zu verschaffen. Doch er hörte meine Entschuldigung an, nahmdas Silbergeld und ging davon. Unterdessen wurde in der Stubeund Kammer Alles aufgeschlagen und fortgeschleppt. Unter diesenSoldaten war ein junger Mensch, der nicht fühllos zu seyn schien,und den meine Frau um Gottes willen bat, uns zu schützen; allein ergab ihr zur Antwort: Liebe junge Frau, das können wir nicht thun;wir müssen unsere Feinde verfolgen."
„Die erste Angst war also glücklich überstanden, und wir schmei-chelten uns mit der Hoffnung, daß nun Alles vorbei seyn würde.Wie sehr betrogen wir uns! — Es dauerte nicht lange, so kam aufsNeue eine Rotte, die Geld von uns verlangte, und die wir mit zweiThalern und zwei silbernen Löffeln, die unsere Magd eingesteckt hatte,befriedigten. Dieser folgten sogleich einige andere nach, worunter sichbesonders einer befand, der fürchterlich aussah, zwei Musketen trug,im Maul zwei Kugeln hatte, und mit schrecklicher Stimme zu nursagte: Pfaffe, gib Geld. Ich stellte ihm mein Unvermögen, und, daßich in dieses Häus nicht gehöre, vor. Meine Entschuldigungen rühr-ten ihn nicht; er richtete vielmehr eine seiner Musketen auf mich,blies die Lunte an, und schoß los. Zum Glück für mich hatte meineFrau so viel Muth und Gegenwart des Geistes, daß sie die Musketein die Höhe schlug, wodurch die Kugel mir über dem Kops in dieWand flog. Er bestand noch immer darauf, Geld oder Silberwerkvon uns zu haben. Meine Frau schnitt endlich die silbernen Hackenvon ihrem Brustleibchen ab, und gab sie ihm. Ein anderer forderteauch Geld von mir: und da ich noch drei alte böhmische Groschen inmeiner Tasche fand, so legte ich sie ihm auf den Tisch, und versicherteihn, daß ich weiter nichts besäße. Er schien meinen Worten zu glau-ben, nahm das Geld und verließ uns. Endlich kamen noch vier oderfünf Soldaten mit Partisanen, die aber, weil sie mich in einer prie-sterlichen Kleidung stehen sahen, und die Ursache meines Hierseynshorten, von uns nichts begehrten, sondern zu mir sagten: wir wollensehen, ob du Pfaffe wirst Fuß halten."
„Um nicht noch mehreren Anfällen und Plackereien ausgesezt zuseyn, beschloßen wir, aus der Stube zu gehen, und auf dem oberstenBoden Sicherheit zu suchen. Hier blieben wir auch einige Zeit ver-schont; aber, o Gott! wie groß war unsere Furcht, und welche Todes-angfl mußten wir ausstehen, da wir auf der Straße den schrecklichen^arm der feindlichen Soldaten, das Geschrei und Wehklagen der Bür-Hause unter uns die größten Gewaltthätigkeiten verüben5EU- Zu einigem Trost gereichte es uns doch, daß noch lauterteutsch gesprochen wurde."
im Hause und auf dem mittlern Boden Alles aufgebro-Üellten" ^ feindlichen Soldaten auch zu uns herauf. Wir
Unter der"-»»-») damit sie uns gleich sehen sollten.
Keule ru Rnd-» war erncr, der mich mit einer großen spitzigendaran ^ und sollte: sein Kamerad verhinderte ihn aber
' ""d sagte zu ,hm: Was willst du machen? Du siehst ja, daß