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der beiden Flüsse befindliche Werk eine unangreifbare Festig,keit Ruhig konnte Gustav Adolph, bei Werben eingege-ben dein Anmärsche des größten Heeres trotzen. Die Gründe,weßhalb er ohne den Beitritt der mächtigsten teutschen Reichsfür-sten keine Schlacht liefern wollte, und sich in eine unüber-windliche Stellung zurückzog, sind oben entwickelt worden. Ucbri-qens war ihm auch der anrückende Lilly an Mannschaftziemlich überlegen. Dieß könnte auffallen, weil der König seitseinem Einmarsch in Teutschland schon zahlreiche Verstärkungenaus Preussen und Schweden erhalten, und Tausende vonteutschen Soldaten angeworben hatte. Aber einmal für allemalsey es gesagt, daß ihn jeder Schritt vorwärts viele Leute kostete,weil er alle genommene feste Plätze — und das damaligeTeutsch land wimmelte von solchen — durch Truppen besetzenlassen mußte. Daher kam es, daß er desto mehr Soldatenbrauchte, und scheinbar schwächer an Mannschaft war, je weiterer vordrang, eine Erscheinung^, die sich besonders auffallend inder Schlacht bei Breiten seid wiederholte*).
Lilly durfte nicht länger vom Kriegsschauplätze entferntbleiben, sonst sezte er sich der Schmach aus, das mit so vielAnstrengung eroberte Magdeburg preisgegeben, und den Laufder Elbe den Feinden überlassen zu haben. Pappenheim riefihn ohnedieß aufs dringendste zurück. Den 9. Juli brach er mitseinem ganzen Heere wieder von Müh! Hausen auf, und mar-schirte über Mansfeld und Aschersleben auf Magdeburg,wo er den 15. eintraf. Nach kurzer Rast stand er den 17. beiWvllmirstädt. Nach seiner Entfernung von der hessischenGränze brachen die Truppen des Landgrafen sogleich hervor, be-freiten die Orte, welche Lilly früher besezt hatte, verjagten diezurückgelassenen Besatzungen, und säuberten das ganze Land.Den 20. Juli wurde in Hessen ein allgemeiner Festtag zumDanke für die Befreiung vom kaiserlichen Joche gehalten. In-dessen stand Gustav Adolph auf der Lauer, ob er den heran-ziehenden Feind nicht auf dem Marsche unvermuthet überfallenkönne. Lilly war gewohnt, seine Reiterei in ziemlicher Entfer-nung von dem Hauptheere voranziehen zu lassen. Man durfte
*) Besezt war damals von den Schweden Preussen, Hinter-und Vorpommern ein Theil von Meklcnburq und Schlesien,endlich die Marken. Größere Garnisonen standen in Colbera,^tralsund, Greifswalde, Stettin, Landsberq, Frankfurt,-Brandenburg, Demmin, Wolgast, Ribnitz, ausser.ss/ss Masse kleinerer Besatzungen in Schlössern und unbedeutenden,in Besondere Heeresabtheilungen fochten
witer^Tot'/n^n^ gegen Tiesenhach, in Meklenburg
noch immer hielten^ Kaiserlichen, die sich in jenem Herzogthume