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"/2i- Juli nach Beendigung der Arbeiten bei Brandenburgvon dort eintraf. ES war jezt zu spät für einen Angriff aufMagdeburg, weil Tilly, durch Pappenheims Eilbotenherbeigerufen, mit überlegener Heeresmacht aus Hessen heranzog.Also nahm Gustav Adolph eine feste Stellung bei Werden,die ihm allein schon den Ruf eines großen Feldherrn sichernwürde, und welche »ach dem Zeugnisse Sachverständiger eine derstärksten in ganz Teutsch land seyn soll. Werben liegt aufkein linken Ufer der Elbe, nur durch eine kleine Strecke vomFlusse getrennt. Gegenüber auf dem rechten Ufer mündet dieHavel in die Elbe ein. Werben steht somit auf der Spitzeeines Dreiecks, das beide Ströme bilden, und beherrscht dadurchdie Elbe wie die Havel. Seine Lage ist mit Mainz zu verglei-chen. Die Natur des Bodens erleichterte die Befestigungswerke,welche der König auswerfen ließ, ungemein. Den Rücken seinesLagers deckte die Elbe, welcher hier in einem sanften Bogen sichvon Osten nach Westei. beugt, nicht minder stüzte sich zugleichdie rechte und die linke Flanke auf den Strom. Dir Fronteendlich war ganz unangreifbar, denn sie wurde auf der einenSeile oder rechts durch die Stadt Werden, die mit doppeltenGräben, Mauern und Thürmen versehen war, wie durch eineBastei bestrichen; links deckte sie ein starker Elbedamm, der seitalten Zeiten da stand, um das Land gegen die Ueberschwemmun-gcn des Stromes zu schützen. Gustav Adolph hatte denselbenin einen Wall mit Schießscharten verwandelt, Oeffnungen zuAusfällen anbringen, und vornen einen Graben ziehen lassen.Weiter vor der Fronte des Lagers zogen sich Sümpfe hin, welcheaus alten Durchbrüchen der Elbe entstanden, den Zugang vollendsfast unmöglich machten. Die Südseite der Werke schloßein ziemlich tiefer Graben, den Gustav Adolph, weil er umdiese Jahrszeit trocken lag, mit Musketiren besezte. Dieser Grabenerstreckte sich gegen Osten bis zur Elbe gegen Westen bis zurStadt, mit deren südlicher Mauer er ungefähr parallel lief. Bordemselben lag ein Gebüsch, der Thiergarten genannt. Innerhalbder Werke fand sich Raum genug für das ganze schwedische Heer,um nicht nur zu lagern, sondern selbst Bewegungen auszuführen.Lebensrnittel verschaffte die freie Fahrt auf der Havel und ihrenNebenflüssen, wie auf einem Theile der Elbe, im Ueberfluß. Dießwaren die Befestigungen auf dem linken Ufer des Stromes, aberdieselben erstreckten sich auch auf das rechte. Hinter dem Lagerund durch dasselbe wie durch einen Brückenkopf gedeckt, führtedie Schiffbrücke, welche Gustav Adolph von Tangermündeherunterbringen ließ, auf das rechte User hinüber. In dem Dreieck,das dort die Einmündung der Havel bildet, war eine mächtigeSchanze aufgeworfen, die noch heute den Namen Schwedenschanzeträgt. Durch den Besitz der Stadt Havelberg und die Höhennördlich von ihr, namentlich den Domhof, erhielt dieses im Winkel
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