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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
Entstehung
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Vorbericht

seligkekt und des Ruhms der Staaten machen könne«.Ich habe mich allen jungen Leuten/ welche ihre Er-ziehung bestimmet, auf eine oder die andere Art inStaatsgeschäfften zu arbeiten/ nothwendig machenwollen.

Ich machte mir die Rechnung, alles dieses ver-mittelst der besondern und neuen Art/ womit ich dieZuverläßigkeit und Wahrheit der vorgefallenen Din-ge unterstützet habe/ zu bewerkstelligen. Da mich diegehabte große Beschwerlichkeit, das unermeßlicheChaos/ so aus der Zusammenhaltung der Geschicht-schreiber und Publicisten entspringet, in meinemKopfe in Ordnung zu bringen/ selbst erschrecket hat;so gerieth ich auf den Einfall, die auserlesenen wich-tigen Stücke, dadurch ohne ängstlichen Zwang undUnordnung vorzutragen/ wann ich die politische Hi-storie auf den Fuß eines Schauspieles setzte, welches,ohne erdichtet und poetisch zu seyn / lediglich dahinabzielen sollte/ das Gedächtnis der Zuschauer mit ei-ner Kette von Begebenheiten/ die in allen ihren Ne,benumständen erheblich seyn würden > anzufüllen.Ich stellte mir in den Gedanken vor / daß der gegen,wärtige Zustand von Europa der Ausgang oder dieAuflösung (l'Evencment) seye; alles aber was seit un-gefähr einem Jahrhundert unternommen und abge,handelt worden, die Verwirrung und den aufzulö-senden Knoten (l' Intrigue) ausmache. Ich mach-te mir zum Gesetze/ von aller systematischen Vorstel-lung abzustehen; Oind es schiene mir, daß ich da-durch, wann ich mich einschränkte/ die Intrigue ein,zuleiten und zu entwickeln; die Auftritte richtig ein-

zu-