4 Staatsgeschichte von einem
im Frieden mit Frankreich zu hinterlassen/ Gehör;1598 und schloß zu Vervins einen vortheilhasten Frieden.Er machte zur Zeit des Friedens solche Anstalten / der-gleichen ein ^ürst treffen kann / welcher mit der Zeit mitmehrenn Gluck und Ruhm loszubrechen gedenket. Daer allen Fleiß auf die Verwaltung seines Reichs gewen-det; so wüste er in selbigem das Unheil und den Schadeneines vierzigjährigen bürgerlichen Kriegs zu ersehen. Ervermehrte und brachte seine Einkünfte in Ordnung : erbereicherte und machte sich sein Volk gewogen : er be-vestigte seine alten Bündnisse/ und ließ sich in neue ein.Als ein standhafter Herr in seinen Absichten / unterstützteer die Holländer auf das kräftigste / so lange dieselben mitSpanien zu kriegen Lust hatten; und als sie zu friedli-chen Unterhandlungen sich entschlossen / hatte er die Ge-schicklichkeit, diejenigen Traktaten / so die Republikanergerne als einen ewigen Frieden gewünschet hätten / in vieGestalt eines Stillestandes a) zu bringen/ welchen tau-senderley Zufälle nach seinem Gutdünken brechen konnten.Der ausserhalb sowohl als innerhalb seines Reichs hoch-geschätzte König hatte alle diejenigen Mächte auf seinerSeite/ deren Vortheil es war/ das österreichische Haus zuerniedrigen und zu berauben. Diese Staatsabsichtenmachten/ daß er der Königinn Elisabeth Tod betauerte;doch nicht so sehr aus Erkänntlichkeit und wahrer Nei-gung/ als weil er ihren Nachfolger für unfähig erkannte,ihn so, wie diese grose Königinn würde gethan haben/ zuunterstützen. Jacob der I. Sohn der Maria Stuard, hattei6vz Engelland mit Schottland vereiniget. Er war abeebesser geschickt/ einer Schule vorzustehen / als ein mächti-ges Reich zu regieren. Als ein hartnäckiger und eitlerPedant/ war er erpicht/ gelehrt und witzig zu seyn. Alsein furchtsamer und argwöhnischer Prinz/ der/ bis aufdaskindische/ über eine Hoheit hielte/ deren Gebrauch undGränzen ihm unbekannt waren/ war er weder im Stande,vor sich selbst zu regieren, noch sich von rechtschaffenen
Män-
-) zwölfjähriger Stillestand 1609.