Jahrhundert, X. Capitel. 42 r
Sündhaftigkeit des Gemüthes und der Lebhaftigkeitvoraus; und ohne den veften Vorsah ihn zu verkleinern,kann man dieselbe keinem Mangel der Empfindung, wel-cher das Höchste von der Niederträchtigkeit ist, zuschreiben.Carl, als er von seinen Unterthanen zurücke beruffen wur-de , nahm sich seinen Grosvat'er Heinrich den IV, Königvon Frankreich, zum Muster. Er schiene, wie derselbe,seine alten Diener zu vergessen, weil er keine vorzüglicheLiebe für sie, und keinen Haß gegen die, zum Gehorsamzurückgekehrte, Anhänger seiner Feinde sollte hervorbli-cken lassen; und er wurde auch wie Heivrich der Undank-barkeit beschuldiget. Es war ferne von ihm, eine Rach-begierde wider seine gewesenen Feinde beyzubehalten, so,daß er auch kein Mistrauen gegen sie merken ließ. Mansollte gesagt haben, daß bey seinem gefaßten Vorsähe feind-lich zu regieren, er denenjenigen, die sich ihme wiederunterworfen hatten, diese erfüllte Schuldigkeit als ein Ver-dienst, das sie vor seinen treuen Anhängern zum voraushätten, angerechnet habe. Die Presbyterianer warendie einzigen, mit welchen er sich niemals aufrichtig ver-söhnet hat; und man kann ihm solches kaum verdenken.Dann die Leute von dieser Sekte hatten die Unglücksfälledes Königes, seines Vaters, angezettelt. Sie hattenihn selbst unter der eisernen Ruthe in Schottland gehal-ten»); sie wollten in Engelland dieOberhand haben; undsie waren so ersessen darauf, den Antheil so sie an seinerWiedereinsetzung hatten, ihme zu verkaufen, daß ihre er-sten Abgeordneten zu Breda sich unterstunden, über denenglischen Gottesdienst zu klagen, welcher gottes^dienstliche Gebrauch doch in seiner Capelle eingeführetwar. Der Monarch begriffe, daß Leute, deren schwär-merischer Sinn andere Religkonsübung und Gebräuchenicht zu dulten, mitten unter dem allgemeinen freudigenZuruffen der ganzen Nation, seinen kindischen Haß widerdie Chorhemdcr zweyer oder dreyer Capellane ausbrechen
lassen,
») 1°. I.
Erster Theil. Ce