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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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4vr Staatsgeschichte von einem

lassen, bald zu Tyrannen werden wurden / wofern er ihrnen nicht mit Nachdruck Einhalt thäte. Und kaum warer auf dem Throne, als er der englischen Kirche ihreObermacht wieder ertheilte, und die Presbyterianer da-hin versetzte, daß sie nebst andern Sekten mit dem Ge-nuß der Toleranz zufrieden seyn musten, welches sie zurFreundlichkeit und christlichen Demuth zurück führte.Daher rührst die Bitterkeit des Burnets und desRapins,welche ausserdem schon davon eingenommen waren, derSache König Wilhelms, ihres Wohlthäters, am bestendas Wort zu reden, wann siedle Stuarde in ihrer heß-lichften Gestalt akls Licht stelleten.

Der Geschmack an der Ruhe und an Ergötzlichstenwar die Seele der Regierung Earls des U. Seine Er-kenntlichkeit hatte sich auf den General Monk eingeschrän-ket, dem er seine Erhebung zugeschrieben. Da er beysich überzeuget war / daß die Nation weniger auf seinedes Königs) als der königlichen Würde, ÄZiederherstel-lung gedacht, und daß sie ihn in der Welt würde habenheruwirren lassen, wann sie sich über eine neue Regie-rungsform hätte vereinigen können; so sah er seine Kroneals ein Patrimonialgut an, welches die Nothwendigkeitibine wieder in die Hände gespielet; und er glaubte, daßihm das, während der gewaltsamen Vorenthaltung desReiches, ausgestandene Ungemach, das Recht gebe annichts anders zu denken, als desselben zu genießen. Erschien als wollte er nichts als das Annehmliche von derHerrschaft kennen, und nichts auf dem Throne suchen, alsdie Entschädigung wegen des vielen Verdrusses in seinemherumirrenden Lebenswandel. Die Liebe für den Staat,ja die Liebe selbst für den Ruhm, dieallermächtigste Trieb-feder der Herzen der Könige, wurden durch seine Träg-heit und Wollust ersticket. Allein die Nation that auchkeine Versuche, die rechten Gedanken und Begriffe inihm wieder zu erwecken. Dieselbe stellte sich, nicht zuwissen, daß sie ihm einige Erstattung und Vergeltung we-gen