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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
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Jahrhundert, X. Capitel. 405

sen. Wann Carl der H sich bey Frankreich fürchterlichgemacht hatte, so würden die von ihm bestochene Engel-lander keineswegs wider die Versuchungen Ludwigs desXIV standhaft geblieben seyn; und wann der König vonFrankreich die Summen 72), so er demselben für seineGefälligkeit bezahlet, angewendet hatte, sie wider Carlnaufzuwiegeln und zu verbinden; vielleicht hatte sodanndie Standhastigkeit des englischen Königs die Nationwieder in die grausame Verwirrung hineingestürzet, auswelcher sie kaum war gerissen worden'. Carl konnte derNation viel größeres Unheil zufügen, als er wirklich nichtgethan hat. Nach dieser Betrachtung muß man ihn be-urtheilen. Das Uebel so er angestiftet, vernichtet dieLobsprüche, welche die königlich Gesinnten für ihn ver-schwenden; und das Uebel so er ungestraft hatte'anrich-ten können, und es nicht gethan hat, zeiget die Falsch-heit des abscheulichen Bildes, welches die Presbyterianerfür sein Ebenbild ausgeben: die Nation sollte, um ihrerselbst willen, ihn nicht änderst als mit Behutsam-keit tadeln, und ihn beklagen, indem sieihn gleichwohl hasset.

72) Auf diese Weise hatte 16^7, daß die IkiglücksfÄosich der Cardinal Richelieu an dieses Fürsten, die Wirrungder Starrigkeit Carls des I der heimlichen Streiche diese-gerochen. Man stehet aus großen weltklugen Manne-seinem Schreiben an den Gra- gewesen. 1 . 1 . S« 9 «sen von EstradeS vorn rDee.