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Staatsgeschichte von einem Jahrhundert : worinnen sich, nach ihrer Ordnung und verschiedenen Verhältnissen, das Interesse, die Absichten, und das Verhalten der vornehmsten Mächte von Europa seit dem westphälischen Frieden 1643, bis nach dem geschlossenen aachener Frieden im Jahr 1748 angezeiget finden / [Jean Henri Maubert de Gouvest] ; aus dem Französischen mit fleissiger Prüfung übersetzt [v. Johann Gottfried Bernhold]
Entstehung
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406 StaatSgeschichte von einem

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Eilstes Capitel.

gezeigte Politik Ludwias des Xlv bisauf das Jahr 1667. Krieg der Republikder sieben vereinigten Provinzen mit Engel-land und dem Bischof von Münster.Friede zu Breda.

§. i. Abbildung-es französischen Hofes nach dem

Tod des Cardinal Mazarins.

ur Zeit des Todesfalls des Cardinals Mazarkni,hatte iudwig der XIV Niemanden in seinemStaatsrathe, der die Nachfolge in der Würde eines Pre-mierministers in Anspruch hätte nehmen können. DerHof, so gewöhnet war, die Staatsbedienten in ihren De-partementen zu bestätigen, welche unter dem Cardinalgearbeitet hatten, schätzte keinen für fähig die erste Stellezu bekleiden; und sie selbften schienen ihren Ehrgeitz nichthöher zu treiben, als die Gnade des jungen Königs zu ge-winnen, und von der vorzüglichen iiebe, die sie ibm ge-gen sich eingeflößet haben möchten, Vortheil zu ziehen,um sich die Art eines Vorzugs unter ihren Collegen zu er-werben. Fouquet, Oberäufseher der Finanzen, glaubteden Monarchen zu seinem Besten gewonnen zu haben.Er schmeichelte sich, den Vorzug in seiner Gnade hinwegzu haben; aber der Umsturz seines Glücks erfolgte, so-bald er seinen Vortheil seinen Mitbuhlern wahrnehmenließ. In Ansehung der Geburth hatte er den Vorzug vorandern Staatsbedienten. Und weil er grosmüthig, frey-gebig, und prächtig war, so würde ihn der geitzige Höf-ling gerne als den Verwalter der Schätze des Staatsgesehen haben. Aber diese Tugenden eines Privatman-nes